Abi mdl — Profi-Statement - wie es entsteht: Kleist, „Der zerbrochene Krug" - mit konkreten Tipps
May 14, 2026
Wie entsteht ein Profi-Statement im mündlichen Abitur?
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Am Beispiel von Kleists „Der zerbrochene Krug" zeigen wir, wie man auf die Frage nach dem analytischen Drama nicht nur eine solide Antwort gibt, sondern die Prüfungskommission wirklich beeindruckt.
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Der Schlüssel liegt in einem einfachen Trick: der Begriffszerlegung als Einstieg aus der Schrecksekunde heraus.
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Daraus entwickelt sich Schritt für Schritt ein Statement, das Wissen, Textkenntnis und eigenständiges Denken verbindet — inklusive Fachbegriff, literarischem Vergleich und dem strategisch platzierten Interesse-Köder „relatives Happy End".
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Konkrete Tipps zeigen, was hinter jedem Satz steckt und wie man dasselbe Prinzip auf andere Themen überträgt.
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Weitere Materialien und Ergänzungen auf der Website:
https://textaussage.de/abi-mdl-baustein-kleist-krug-analytisches-drama
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Zurzeit geht es ja um das mündliche
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Abitur und wir wollen jetzt einfach mal
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ein Beispiel zeigen, wie man da ein
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super Statement hinbekommt. Vor allen
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Dingen am Anfang. Das gibt einem
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Sicherheit und da hat man auch Zeit, um
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ein bisschen ausführlicher auf etwas
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einzugehen. Es bezieht sich auf die
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Komödie der zerbrochene Krug von Kleist
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und es geht um die Frage, inwi weit ist
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das ein analytisches Drama?
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Und uns interessiert hier vor allen
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Dingen die Frage, wie kommt man super
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über und wir werden dann gleich sehen,
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dass dieses Schaubild dabei eine Rolle
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spielt. Wie immer packen wir das hier
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auf eine Seite, dann kann man das sich
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ausdrucken und auch mitnehmen, sich noch
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mal genauer anschauen. Und zwar gehen
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wir gleich hier auf dieses Schaubild
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ein. Und hier haben wir jetzt auch schon
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den ersten Fall. Das ist nämlich die
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berühmte Schrecksekunde und auf die kann
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man eben ganz gut reagieren und wir
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zeigen, wie das geht hier und zwar die
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Frage lautet also hier Kleist Komödie
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wird ja zu den analytischen Dramen
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gerechnet. Inwiefern und inwi weit ist
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das gerechtfertigt? Inwie fern heißt
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immer so viel wie
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und zweitens ähm wie sehr ist es denn so
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etwas? Und jetzt wird hier schon der
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erste äh Trick angewendet. Das werden
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wir hier mal genauer äh markieren hier.
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Es geht dabei, wie der Name schon sagt,
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um ein Theaterstück, bei dem im Verlaufe
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des Dramas etwas aufgeklärt wird, was
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zeitlich davorliegt. Das heißt, man hat
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das Wort analytisches Drama einfach
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zerlegt. Drama, Theaterstück.
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Analytisch, was wird da analysiert?
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nämlich die Vorgeschichte. Und damit hat
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man dann auch gleichzeitig hier schon
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einen guten Einstieg, ein gutes Gefühl
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und kann dann loslegen.
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Dann kommen wir zu dem zweiten guten
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Punkt, der hier in dem Beispiel gemacht
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worden ist. Das nämlich, was eben
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erklärt worden ist, ist in Kleiskomöde
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ganz eindeutig gegeben. In der
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Exposition sieht man die Folgen eines
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Vorfalls. Exposition, also der
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Anfangsteil des Ganzen. Auf der Bühne
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sieht man dann den Versuch
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herauszufinden, was es mit dem
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Zerbrechen des Kroges auf sich hat, wer
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der Täter ist. Hier hat man eben dann
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das ganze, was man eben allgemein
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geklärt hat, auf den konkreten Fall,
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nämlich die Komödie bezogen. Und ganz
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wichtig ist hier auch, dass man sagt,
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das ist in Kleistes Komödie ganz
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eindeutig gegeben, denn damit geht man
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hier oben nämlich auf die Frage ein, in
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wie weit in wie weit heißt ja oder
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eindeutig heißt jetzt, das ist in hohem
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Maße der Fall. Damit hat man schon einen
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zweiten guten Punkt da rausgeholt.
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Jetzt wird es besonders raffiniert, denn
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jetzt geht's so weiter. Das Besondere
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ist dann, dass viel mehr als das
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aufgedeckt wird, nämlich das ganze
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verbrecherische Verhalten des Richters
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gegenüber EV, Erpressung,
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Übergriffigkeit. Also, man hat ja hier
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nur vom Krug gesprochen und jetzt sagt
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man ja, es geht noch viel mehr um
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Erpressung, Übergriffigkeit und so etwas
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nennt man, dass man eigene Akzente setzt
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mehr als nur die einfachste Antwort. Und
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wir werden gleich noch mal darauf
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hinweisen, das kann man sich nicht in
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der ganzen Prüfung immer leisten so
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genau zu sein, aber am Anfang auf jeden
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Fall und dies wäre ein Beispiel für ein
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Anfangsstatement.
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Dann geht's weiter. Man setzt das dann
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fort. Der Konflikt im Ah, alles klar.
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Drama ist immer Konflikt. Das bringt man
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da so eben mit ein. Ist dann der Kampf
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um die Wahrheit, wobei der Richter als
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Täter alles tut, um seine Schuld auch
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noch dem Verlobten von EV in die Schuhe
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zu schieben. Wenn man das zufällig jetzt
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im Unterricht behandelt hat oder man hat
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das über uns kennengelernt, wir kannten
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das bis vor kurzem auch nicht, dann kann
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man hier gut diesen Begriff einbringen.
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Diskrepante Informiertheit. Diskrepanz.
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Es gibt eine Diskrepanz in der
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Informiertheit. Am meisten weiß der
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Richter natürlich. E weiß auch ganz
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viel. Das Publikum weiß im Verlaufe des
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Stücks immer mehr oder ahnt das
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zumindest und die anderen der
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Gerichtsrat und so weiter, die erfahren
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erst erst am Ende. Es sind also
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unterschiedliche Ebenen des
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Informiertseins und der Tipp ist hier
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Fachwörter einbauen. Das macht einen
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sehr guten Eindruck. Das Ganze ist
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gewissermaßen die Basis jetzt gewesen
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und jetzt kommen wir zu etwas ganz
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wichtigem. Das ist der Ausbau der
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eigenen Antwort, denn da ähm sorgt man
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dafür, dass man selbst die Zeit füllt
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und je mehr Zeit man selbst gut
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einsetzt, desto weniger kann gefragt
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werden. Schauen wir uns mal an, worauf
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das hier hinaus läuft. Und zwar jetzt
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kommt man auf den Gedanken zu sagen, ja,
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das haben wir jetzt geklärt mit dem
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analytischen Drama, aber ich weiß ja,
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dass Kleis sich ganz bewusst an einem
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antiken Theaterstück König Ödipus von
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Sopoglis orientiert hat. Wir werden bei
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den Infos zum Video auch die Seite
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angeben, wo man sich da etwas
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informieren kann, wenn das im Unterricht
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nicht gelaufen ist. Aber den Ernst der
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Antike, nämlich eine schicksalhafte
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Verstrickung ohne bewusstes schuldig
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werden. Ja, in einer Stadt bricht die
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Peste aus. Ödus ist König und er will
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dagegen vorgehen und dann stellt sich am
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Ende heraus, dass er ohne es zu wissen
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eine Schuld auf sich geladen hat, die
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dann zu dieser Peststrafe geführt hat.
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Und hier jetzt kommt wieder etwas
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raffiniertes, wird das Ganze in eine
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Komödie mit relativem Happy End
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verwandelt.
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Das haben wir eben schon gesagt, ne?
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Übergreifendes Wissen ist immer schön.
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Man geht da so an den Rand der Frage,
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kann man machen, dann bringt man das
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unteriert
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ist der Hinweis ein relatives Happy End,
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denn jeder intelligente Mensch fragt
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natürlich, wieso ist das nur relativ?
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hatte also einen Köder hingeworfen und
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der kann gut funktionieren. Das heißt,
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damit kann man auch noch nähere
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Ausführungen machen. Und wir haben schon
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darauf hingewiesen, in einer mündlichen
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Prüfung gibt es nichts wertvolleres als
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eine möglichst lange überzeugende eigene
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Sprechzeit,
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denn solange man antwortet, kann man
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nicht gefragt werden. So und dann löst
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man das auf. Die Wahrheit kommt am Ende
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erst durch ein seltsames auch wieder gut
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seltsames Eingreifen des Gerichtsrats
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ans Tageslicht. Wenn da schon
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unterbrochen werden soll, dann möchte
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man doch wissen, was ist denn da
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seltsam? nämlich, dass äh da der
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Gerichtsrat da hier mit eigenem Geld da
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E dazu bringt, eine ganz ganz seltsame
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Geschichte. Der Richter wird auch nicht
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wirklich bestraft, der wird suspendiert,
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aber man hindert die nicht daran gleich
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die nächste junge Frau danach zu
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besuchen. Und der zerbrochene Krug
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spielt am Ende selbst überhaupt keine
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Rolle mehr, sodass äh die Frau, der
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zerstört worden ist, sagen muss, ich
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muss mich jetzt wohl an ein höheres
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Gericht wenden. Das sieht man, das
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spielt ja keine große Rolle. Das gehört
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nicht mehr direkt zur Frage, aber wir
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hatten ja eben schon auf hingewiesen,
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ähm es verstärkt die Zusatzinformation
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zum Ödipus. Wenn man das schon mal
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eingebracht hat, dann kann man auch noch
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sagen, was eben dann seltsam ist am
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Ende. Wir haben das mal ausprobiert.
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Dieses ganze Statement, was wir jetzt
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zerlegt und erklärt haben, hat nicht
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viel mehr als 60 Sekunden gebraucht und
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das ist durchaus in einer Prüfung für
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das erste Statement noch eine ganz
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brauchbare Geschichte. Und wichtig war,
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dieser Interesseköder mit dem relativen
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Happy End oder auch seltsames Eingreifen
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kommt auch noch hinzu. führt dazu, dass
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dann die Prüfungskommission doch noch
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mehr wissen möchte.
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Dann äh wollen wir eben was aus eigener
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Sache heraus sagen. Als wir uns
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überlegten, was wir hier noch mal den
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Prüflingen anbieten können, haben wir
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uns die alten YouTube Videos von uns
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noch mal angeschaut und da haben wir
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zwei gefunden, die wir hier auch direkt
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verarbeitet haben. Da geht's einmal um
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die Überwindung der Schrecksekunde durch
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Begriffszerlegung. Das haben wir ja
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gemacht.
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bei dieser besonderen Form des Theaters
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analytisches Drama. Und dann haben wir
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vor langer Zeit schon mal das WVM
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Prinzip erfunden. Äh so gibt man kluge
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Antworten mit Beispiel, das kann man
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auch viele Fälle anwenden. Und zwar es
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geht um Wissen, aber nicht nur wissen,
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sondern auch verstehen sollte man
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zeigen. Dann merken, das Ganze sollte so
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sein, dass man das gut im Kopf hat. Und
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mit machen, da verstehen wir im
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Augenblick darunter, dass man sein
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eigenes Ding macht, nämlich noch
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zusätzliche Impulse einbringt, Köder
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auslegt und da wird man dann zum Akteur
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und hat so ein bisschen das Spiel auch
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mit in seiner Hand. Wie immer legen wir
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das hier auf dieser Seite ab. Das werden
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wir hier entsprechend nachher über einen
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Button da oben auch anklickbar machen.
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Dort Korrekturen, Ergänzungen und
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Beantwortung von Fragen natürlich. Und
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wir sehen das Ganze so, dass dies nur
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ein Beispiel ist. Das kann man
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natürlich, wenn man kurz vorm Abitur
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steht, dann nicht mehr große
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Veränderungen vornehmen. Aber wenn man
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sowieso die Sachen noch mal wiederholt,
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kann man sich an einigen Stellen so ein
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bisschen angewöhnen, vor allen Dingen,
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wenn man das mit einem anderen
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zusammenfrageantwortspiel
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durchführt, wie man dann noch einen
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eigenen Akzent setzen kann in dem
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Bereich, wie wir es hier oben rechts
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dann dargestellt haben. Wir wünschen auf
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jeden Fall viel Erfolg und alles Gute
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dann auch für die Zeit nach dem Abitur.
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