:Barock - so versteht man ein Gedicht schnell und sicher Beispiel: Gryphius, "Es ist alles eitel" -
Jan 25, 2026
Am Beispiel des Gedichtes „Es ist alles eitel“ von Gryphius wird gezeigt, was das Besondere an Barockgedichten ist und wie man sie schnell und sicher verstehen kann.
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Die Dokumentation ist hier zu finden:
https://textaussage.de/andreas-gryphius-es-ist-alles-eitel
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0:00 Einstieg: Barock verstehen am Beispiel Gryphius
0:50 Die Kapitelübersicht als Navigationshilfe
1:18 Grundregel: Verstehen oder Weglassen!
2:20 Das Original: Die „katastrophale“ Sprachstufe (1637)
4:45 Sprachwandel: Von „mîn hûs“ zu „mein Haus“ (FNHD)
7:10 Die Übersetzung: Warum „jetzt noch“ den Kern trifft
8:40 Inhalts-Check: Das Gedicht in 5 Punkten verstehen
11:50 Die äußere Form: Das Sonett als „Gedankengefängnis“
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Ja, das mit der Bushaltestelle hier
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oben, das wollen wir mal nicht zu ernst
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nehmen. Die werden sich wohl, wenn der
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Bus weg ist, eher in ein Kaffee
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zurückziehen und dort kann das alles
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vielleicht vorgestellt werden. Ähm, es
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geht nämlich darum, die Barockzeit
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kennenzulernen und vorers zu verstehen,
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was das Besondere an den Gedichten der
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Zeit ist. Und da gibt es ein berühmtes
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Gedicht von Grühius, an dem man das
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schön zeigen kann. Es heißt, es ist
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alles Eitel und Eitel heißt so viel wie
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wertlos.
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Ähm, wie knackt man denn so etwas? Das
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werden wir also relativ ausführlich
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zeigen und auch was macht man am Ende?
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Ähm, dies ist hier die ausführliche
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Version. Wir werden später noch eine
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Kurzversion herstellen, aber wir haben
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eine Lösung gefunden für diese LAN
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Videos, nämlich das ist hier die
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Kapitelübersicht
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und diese Kapitelübersicht, die
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ermöglicht dann eben ganz schnell
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dorthinzuspringen, wo man hin will. Dies
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hier ist allerdings nur ein Beispiel,
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das haben wir aus einem anderen Video
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herauskopiert, denn wir sind ja erst
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noch dabei, dieses Video im Augenblick
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zu drehen. Dann fangen wir einfach mal
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an. Ja, auf der ersten Seite wollen wir
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jetzt erstmal ein paar allgemeine Dinge
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klären. Die Brockzeit, das ist die Zeit
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so etwa von 1600 bis 1720. Das ist immer
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ganz gut, wenn man ungefähr überlegt,
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ne, wie lange das denn gewesen ist oder
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ob man das irgendwie einordnen kann.
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Gote ist etwa äh 30 Jahre später
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geboren. Da war die Brockzeit schon zu
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Ende und die äh Aufklärung geht ja auch
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in diese Richtung rein. Haben wir eine
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ungefähre Vorstellung ähm wann das denn
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so war und Grühius ist einer der
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bekanntesten und berühmtesten Dichter
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der Zeit und er lebte von 1600 bis 1664,
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ne? Das heißt also er bekam so die
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Höhepunkte der Zeit richtig mit. Und was
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wir immer ganz erstaunlich finden ist,
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wenn wir dann hören, dass das 637
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veröffentlicht äh worden ist, dann
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bedeutet, dass wir uns nicht verzählt
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haben, dass der 21 Jahre alt war. Also
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alle, Achtung. Was wir vergessen haben,
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ist natürlich, dass das die Zeit war des
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30-jährigen Krieges. Das kann man auch
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sehr gut hier ergänzen. Das heißt also,
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dieser junge Grüfi hat also die Reste
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noch mitbekommen. Das war eine sehr
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gefährliche Zeit für ganz ganz viele
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Menschen in Europa und er hätte auch als
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Kleinkind dann noch umkommen können. und
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diese besonderen Erlebnisse des Krieges,
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eines sehr grausamen Krieges,
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der dieser diese Dinge haben sich also
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auch in die Gedichte da eingefügt und
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spielen da eine Rolle.
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Kommen wir jetzt zum zweiten Punkt. Das
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ist ein schönes Beispiel aus einer
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Internetseite, die sehr zu empfehlen
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ist. Zeno, die nutzen wir ganz gerne. Da
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sieht man das Original jetzt natürlich
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in heute gedruckter Form und dann sieht
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man hier, du siehst, wohin du siehst,
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nur Eitelkeit auf Erden. Das wäre also
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für jede deutsche Klausur eine
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Katastrophe. Natürlich einmal, wenn man
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das verstehen müsste und zweitens, wenn
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man so schreiben würde. Ähm, aber das
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haben wir dann entsprechend hier
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übersetzt. vielleicht ganz kurz zu
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dieser Schrift ähm zu dieser Sprache,
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dem Sprachstand auch, der dahinter
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steckt. Dieses komische Deutsch gehört
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in der Entwicklung der deutschen Sprache
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zum sogenannten früh Neuuhochdeutschen.
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Das muss man sich nicht merken, aber das
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war eine Zeit, die aus dem Mittelalter
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eben dann noch in die Zeit der Barock
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hinein ragte.
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Und ähm wenn man ein bisschen sich damit
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beschäftigen will, dann wird man äh
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vielleicht feststellen, dass die
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Vorstufe davor, da hat man wirklich so
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gesprochen, min hus und daraus wurde bei
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uns heute mein Haus. Das heißt also aus
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diesen langen Vokalen I und U wurde Ei
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und Au. Das kann man mal ausprobieren.
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Das gilt also für viele andere Wörter
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auch. Man sieht, also Sprache verändert
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sich immer systematisch und das
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Gegenstück dazu gibt es eben auch, was
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wir heute liebe gute Brüder nennen, also
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lange Vokale. Das war im im
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Mittelhochdeutschen Lehrerbe Gorte
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Brörder oder so ähnlich jedenfalls. Ich
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bin noch nicht dabei gewesen. Man sieht
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also so, dass ein kleiner Ausflug in die
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Sprachgeschichte schon ganz sinnvoll
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sein kann, aber das ist jetzt hier
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eigentlich nur der Stand. Wir haben dann
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dafür gesorgt, dass wir hier natürlich
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das Gedicht in einer modernen, lesbaren
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Fassung haben.
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Schauen wir uns jetzt mal so im Sinne
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eines ersten Eindrucks das Gedicht an.
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Dann sieht man ein Schlüsselwort ist
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hier oben schon Eitel. Das woll wir
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natürlich so haben hier Eitelkeit und
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Eitel heißt so viel wie wertlos. Heute
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eingebildet, aber damals hat es diese
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Bedeutung. Das müsste bei einer Klausur
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natürlich auch angegeben werden. Dann
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heute bauen, morgen einreißen. Das ist
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ähm das, was hier den die ständige
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Gefahr des Untergangs, nein, eigentlich
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sogar die sichere Perspektive, dass aus
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Städten dann auch wieder eine Wiese
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wird. Und dann ganz interessant und für
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Naturliebhaber vielleicht eine ganz
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schöne Perspektive, dass dann wieder ein
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Schäfers Kind, das war so die
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Vorstellung damals von einfachen Leuten,
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spielt dann mit den Herden. Ähm das ist
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ja etwas, was manche Leute sich heute
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auch manchmal wünschen würden. Dann
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kommt der nächste Punkt. Ähm was jetzt
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noch im im Original heißt es hier
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übrigens ähm wo haben wir das denn hier
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jetzt? Und äh wir haben das wegen des
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Rhythmus und so daraus eben jetzt noch
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daraus gemacht, aber das entspricht auch
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dem, was da ausgedrückt werden soll,
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jetzt noch prächtig bald zertreten
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werden oder und dann wer was pocht nach
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dem Motto ich bin was, ich habe was zu
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sagen und trotz mir kam keiner. Das ist
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morgen Asche und Bein heißt hier so viel
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wie Skelett. Also der Tod trifft auch
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die Leute, die so denken und sich
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fühlen. Und dann ein ganz wichtiger
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Punkt, nichts ist was ewig ist, denn
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dieses ewig taucht nachher noch einmal
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wieder auf. Kein Erz, kein Marmorstein,
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auch das natürlich wieder Beispiele für
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Schlösser und ähnliche Dinge. Und dann
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etwas, was man als Spruch ja fast
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verwenden kann. Jetzt lacht das Glück
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uns an, bald donnern die Beschwerden.
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Das erleben ja viele Menschen leider.
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Und das gehört zum Leben dazu. Dann
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haben wir hier der hohen Tatenrum Ruhm.
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Also all diese Vorstellung, ich will im
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Lexikon erscheinen, im Geschichtsbuch
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und so weiter, muss wie ein Traum
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vergehen. Das ist also unwirklich, hat
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keinen Bestand und das Spiel der Zeit
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natürlich, wie wir nacher sehen, dass
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man sich diese Sachen auch gleich
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notieren kann als besondere sprachliche
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Mittel. Der leichte Mensch. Ja, wir
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Menschen sind Leichtgewichte. Wir haben
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kein Gewicht, keine Bedeutung wird hier
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behauptet. Und dann hier natürlich die
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Klage. Ach, was ist alles dies, was wir
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für köstlich achten. Köstlich hier im
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Sinne von schön hohen Kosten natürlich
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auch verbunden, aber hier positiv
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gesehen. Und dann hier schon eine
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ziemliche Steigerung. schlechte
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Nichtigkeit, ja, sind wir Menschen.
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Schatten, Staub und Wind, das sind
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natürlichen,
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die auch Steigerungen dann darstellen
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darstellen. Und interessant ist der
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Vergleich mit einer Wiesenblume,
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die man nicht wiederfindt. Ja, das
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bedeutet hier auch wohl, was man im
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Herbst im Sommer noch gesehen hat,
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findet man im Winter an der Stelle nicht
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mehr wieder. Und jetzt kommt das
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entscheidende
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für die Barockly Lyrik. Das gibt's in
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ganz vielen Gedichten. Äh der Hinweis
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auf die Ewigkeit. Das war eine sehr
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religiöse Zeit. Das hing auch mit dem
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30-jährigen Krieg zusammen hat so viel
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schreckliche Dinge erlebt, dass dann
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teilweise die Religion der Glaube das
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einzige war, was die Menschen
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aufrechterhalten hat. Man sieht das vor
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allen Dingen auch an vielen
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Kirchenliedern, die das genau
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darstellen. Und jetzt der Hinweis,
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was ewig ist, das will kein Mensch
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betrachten. Ja, das ist also das, was
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Gorfius in vielen Gedichten und anderer
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auch dann eben zum Ausdruck bringt, dass
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das die Gegenwart ist eigentlich nichts,
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dass die Welt ist nichts wert, aber wir
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leben auf eine bessere Zukunft im
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Jenseits im Himmel oder wie immer man
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sich das vorstellen will, leben wir zu.
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So viiel also eine erste Kenntnisnahme
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vom Sprachlichen und vom Inhalt her, was
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viele Gedichte der Barockzeit
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auszeichnet und hier besonders deutlich
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wird. Wir wenden uns jetzt mal der
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sogenannten äußeren Form des Gedichtes
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zu. Da fällt natürlich hier was
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spannendes auf. Hier haben wir 14 Zeilen
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und hier haben wir sogenannte Quartette,
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vier Zeiler Nummer 1, Quartett Nummer 2
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und dann natürlich Terzette Dreiler und
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hier ein zweiter Dreiziler. Das ist das
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erste, was natürlich auffällt, wenn man
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bei Zeno da sich
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eine Art
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alte Fassung anschaut und dann die
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Lesebuchfassung von heute, wo man das
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ganz deutlich sieht, also immer
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aufpassen, wenn ein Gedichte 14 Zeilen
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hat und dann kann das ein gut ein Son
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sein. Und wer sie dafür interessiert,
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das gab es schon 400 Jahre vor
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der Barockzeit und das ist bis heute
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eigentlich eine ganz beliebte Methode
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geblieben. Das zwingt so ein bisschen,
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macht aber auch den Dichtern anscheinend
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Spaß und es gibt natürlich auch Leute
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wie die Dichterin Hahn, die dann als es
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hier hieß, als man ihr sagte, schreibt
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doch mal ein anständiges so nett, da hat
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sie eins geschrieben, aber das hat es
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auch in sich. Wir werden darauf
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verweisen bei den Infos. Äh, das ist
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ganz interessant, sich das mal
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anzuschauen.
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Wir werden dann sehen, dass diese
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Aufteilung auch was mit dem Inhalt zu
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tun hat, aber das werden wir erst auf
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der nächsten Seite dann behandeln.
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Kommen wir nach der äh nach der
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Strophenform zum Rhythmus. Der ist sehr
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stabil. Äh wir es gibt ja im
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Wesentlichen zwei Hauptrhythmen, ne?
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einmal den Yambus, so nennen wir ihn
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immer hier, damit wir uns merken können,
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der beginnt mit einer ähm unbetonten und
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dann endet auf der betonten Silbe. Z.B.
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das ist mir bekannt. Beton, Quadrat
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Michelle, ja, sag ein bisschen netter
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Michelle. Ähm, da sieht man überall, das
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sind alles Jampen, weil die diesen ähm
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Auftakt gewissermaßen haben. Es geht
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also aufwärts und das Gegenstück ist der
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Trocheus. Jonas Urlaub Fahrzeug immer
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ist die Betonung vorne. Wenn man sich
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das hier jetzt anguckt, du siehst wohin.
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Du siehst nur Eitelkeit auf Erden. Man
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sieht also insgesamt sind das sechs
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Hebungen und darum spricht von einem
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sechs hebbigen Jambus.
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Und das Besondere ist, das sind hier
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diese äh roten Markierungen. Ähm für die
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Brockzeit ist das durchaus typisch, dass
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es dort eine Zesur, einen Schnitt in der
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Mitte gibt. Was dieser heute baut, reiß
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jeder Morgen ein. Wo jetzt noch Städte
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stehen, wird eine Wiese sein. Weiter
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unten. Was jetzt so pocht und trotzt,
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ist morgen Assch und Bein. Jetzt lacht
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das Glück uns an. bald donner die
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beschwerden müssen wir nicht weiter
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durchziehen. Das geht also bis zum
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Schluss hin und das nennt man eben
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Alexandrine. Das haben wir hier rechts
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aufgeführt. Wer sich dafür interessiert,
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wir wussten das auch nicht, haben wir
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mal nach geschaut bzw. Gemini gefragt
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und dann die Information bekommen, dass
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äh das zum ersten Mal in einem
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mittelalterlichen Alexanderroman, die
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waren damals, das waren keine Romanen im
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heutigen Sinne, sonder die waren
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meistens in Versform
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und da tauchte das so auf, dass die
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ganzen Leute das gemerkt haben,
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begeistert waren und das ging um
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Alexander den Großen und da hat man dann
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draus gemacht, dass es eine Alexandrina
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sowie in dem Roman Alexander der Große
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und passt ja auch, denn Alexander war ja
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auch äh historisch riesengroß vom
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kleinen Makedonen Makedonien da im
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Norden von Griechenland hat er dann ja
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bis Indien da in die ganze Welt erobert
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und dann dummerweise ein Fieber bekommen
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und ist dann schon sehr früh gestorben
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und sein Reich ist dann zerfallen. Das
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heißt also, ohne dass er das wusste,
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dass Grüfus eines Tages auch sein
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Schicksal beschreiben würde, passt das
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hier entsprechend.
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Ja, der vollständigkeit halber müssen
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wir uns jetzt auch noch diesen Bereich
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hier zuwenden,
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äh weil das eben bedauerlicherweise im
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Deutschunterricht eine große Rolle
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spielt, immer abgefragt wird. Äh wir
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werden sehen, dass das in der Praxis
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kaum eine Bedeutung hat. Interessant ist
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ja auch, dass diese ganzen Dinge wie das
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Reimschema z.B. die Verschlüsse.
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Ähm, alles das wird schnell mal eben
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vorne abgehandelt und nie wieder wird
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drauf eingegangen.
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Wenn man es ernst nehmen würde, dann
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wären das ja eigentlich literarische
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Mittel, die sprachliche Mittel. Warum
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wird denn genau dieser Reim verwendet
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und ähnliches mehr, ne? Aber in der
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Regel gibt es darauf keine vernünftige
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Antwort. Wir haben allerdings mal zwei
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Beispiele gefunden, wo das anders war.
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Wer sie dafür interessiert, kann sich an
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uns wenden, dann schreiben wir das auch
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in die Infos rein. Ja, Reimschema ganz
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eindeutig, ne? Am Anfang hier Erden, ein
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sein, Herden, ne? Also A BB A und dann
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sieht man werden, Wein, Stein und
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Beschwerden abba.
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Also ein umarmender Reim. Ansonsten kann
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man sich das dann relativ einfach
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machen. Bei Terzetten geht das natürlich
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nicht, hat man ja keine vier Zeilen. Und
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dann macht man das einfach so, dass man
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dit den Buchstaben weiter vorgeht. Und
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dann äh hat man entsprechend hier, wenn
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man dann schon AB hatte, dann ist das
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hier
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C
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äh noch mal C natürlich und dann D und
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Wind und Find, ne? ist natürlich wieder
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was Neues. Also müssen wir das
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eigentlich äh hier jetzt entsprechende E
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nennen. Das ist dann E E und dann
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wiederholt sie achten. Betrachten noch
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mal. Dann nimmt man wieder die D und das
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haben wir hier auch entsprechend
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aufgelistet.
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So, da haben wir es. Ähm ja, wir machen
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das nur kurz. Das macht keinen Spaß,
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sich damit zu beschäftigen. Und dann
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kommen wir zuen Verschlüssen. Das ist
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noch lustiger. Da muss man immer wissen,
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was sind weibliche und männliche
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Verschüsse? Auch das hat in der Regel
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kaum eine Bedeutung. Sonst fragt einfach
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eure Deutschlehrkraft, die ist
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vielleicht schlauer als wir und kann
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euch das erklären. Und wenn dann eine
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Zeil auf einer betonten Silbe
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endet, dann nennt man das männlich. Also
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z.B. reiß jeden Morgen ein, ganz hoch.
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Und oben hatten wir nur Eitelkeit auf
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Erden, dann fällt das ab und das ist
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weiblich. Und das hängt unserer Meinung
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nach zusammen mit den französischen
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Adjektiven.
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Ähm, die das Französische hatte ja in
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der Zeit damals eine große Bedeutung und
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ähm dann hat man ja, wenn man das Wort
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für groß nimmt, hat man Grand, also die
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betonte Silbe und bei Grand dann
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schwingt klappert so ein bisschen was
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hinterher. Äh, die Frauen mögen das
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verzeihen, dass man das hier so
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einschätzt. Äh, hat keine größere
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Bedeutung oder auch insgesamt eigentlich
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in der Regel keine Bedeutung.
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So, ähm, wie gesagt, noch mal unsere
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Klage. Das wird einfach verlangt. Keiner
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kann die Bedeutung erklären, außer eurer
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Lehrkraft vielleicht und meistens auch
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nicht überzeugen. Da werden irgendwelche
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wilden Überlegungen angestellt. Äh und
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wir hatten schon darauf hingewiesen,
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dass es keine große Bedeutung hat. Merkt
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man auch daran, dass es immer am Anfang
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der Gedichtanalyse abgehandelt wird und
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dann wird's vergessen. Denn wenn es
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Bedeutung hätte, dann würde es natürlich
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später auch noch mal berücksichtigt. Und
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jetzt der schöne Ausblick, ne? Jetzt
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kommen wir zur guten Nachricht, denn
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jetzt kommen wir zum spannenden Teil auf
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der nächsten Seite. Was sagt dieses
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Gedicht eigentlich aus? Was fangen wir
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damit an? Und eine Triggerwarnung. Wer
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jetzt aus dem Fenster springt, angesicht
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dieses Gedichtes, hat einen Fehler
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gemacht. Das Leben kann nämlich sehr
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schön sein und das liegt an uns und da
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sind wir auch schon in den Bereich von
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kritisch und kreativ.
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Kommen wir jetzt zum ähm zur Analyse äh
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des Inhalts und dann auch die Frage der
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Aussagen und am Ende noch die Mittel.
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Fangen wir mit dem Inhalt mal kurz an.
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Haben wir schon gesagt, am Anfang haben
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wir eine Anrede mit der Information nur
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Wertlosigkeit, Zerstörung, aber auch
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Rückkehr zur zu einer Art Paradies mit
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dem Schäferskind. Dann Betonung der
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Vergänglichkeit, der Gegensatz hier
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zwischen Hoch und tief und Pochtrotz und
17:05
Aschbein und so weiter. Äh und die
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Gefahr von Schicksalschlägen. Jetzt
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lacht das Glück uns an, bald donnern die
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Beschwerden. Das kann jedem Menschen
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passieren. Dann die Übertragung hier auf
17:17
den Menschen. Dann heißt es hier
17:19
plötzlich der leichte Menschen.
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Ein Spiel der Zeit. Das war das falsche,
17:25
aber das macht nichts. Äh und dann auch
17:28
was wir für köstlich achten, für
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kostbar, für wertvoll, das ist alles
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überhaupt nichts. Und dann dieses Ach
17:35
ist natürlich auch schon mal eine Klage
17:38
hier natürlich. Wir nennen das ganz
17:40
gerne Minimalisierung, der Bedeutung des
17:42
Menschen, wir sind eine schlechte
17:43
Nichtigkeit, Schatten, Staub und Wind.
17:46
Und spätestens da denkt man dran, dass
17:48
man das auch anders sehen kann.
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Interessant hier ähm das Bild der
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Wiesenblume, die man nicht wiederfindet.
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Also Schönheit im Frühling, Sommer im
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Herbst auch noch. Dann aber kommt der
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Winter und die Blume ist der solche
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nicht mehr zu erkennen. Und dann am Ende
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etwas ganz Wichtiges eben hier. Es gibt
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doch das Ewige und kein einig Mensch,
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kein einziger Mensch will das beachten.
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Das ist also hier jetzt aus christlicher
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Überzeugung heraus damals in der
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Barockzeit. h die Klage darüber, dass
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alle Menschen nur beschäftigt sind,
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etwas aufzubauen, das doch wieder
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zerstört wird und so weiter. Und der
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Hintergrund ist sicherlich auch die
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Barockzeit, die Kriegserfahrung und die
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Menschen mussten sich an irgendwas
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hinein retten und da war die Religion
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natürlich ein gutes Hilfsmittel, eine
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positive Gegenwelt äh kann man sich dann
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vorstellen, auf die man dann
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gewissermaßen hinlebt.
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Ja, wir sind ja große Freunde der
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sogenannten Signalbündelung.
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Gemeint ist damit, dass man einfach
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schaut, welche Sachen passen zusammen
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und das ist natürlich die Wertlosigkeit
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der Welt an verschiedenen Stellen.
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Allerdings auch kurz mit einer
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Paradiesperspektive bei dem Schäferkind.
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Auch Pracht und Macht sind vom Verfall
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bedroht. Also Wertlosigkeit, Verfall
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kommt hinzu. Es gibt nichts Ewiges
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im menschlichen Bereich, aber weiter
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unten. Es gibt eben so etwas wie ein
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Jenseits die Welt der Religion. Das
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Unglück kommt plötzlich, wird auch
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betont und der Mensch ist ein
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Leichtgewicht und es wird Klage darüber
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geführt und dann eben der Hinweis auf
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das überirdisch ewige. Wichtig ist, dass
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man bei den äh Aussagen möglichst das
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differenziert. Das kann man noch dann
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zusammenfassen, diese acht Punkte, ja,
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die Wertlosigkeit ähm alles dessen, was
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man für wertvoll hält. Und der Mensch
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hat als einziges dann diese religiöse
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Perspektive, auf die die meistens sich
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aber nicht besinnen. Kommen wir jetzt
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zur Sonform. Das ist ganz interessant.
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Man kann sich merken, dass die Quartette
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hier, die ersten beiden vier Zeiler, die
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beschreiben meistens einfach nur die
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Situation. Da wird ja eigentlich fast
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ständig wiederholt, dass alles vom
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Verfall bedroht ist, nichts wert ist.
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Und dann kommen die Terzette und da ist
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das häufig so, dass das übertragen wird,
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ausgewertet wird. Der hohen Tatenromm,
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das ist das, worauf viele Menschen sich
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stützen, wird wie ein Traum vergehen.
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Und dann wir Menschen sind ein Spiel der
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Zeit, die wir wie wenn man mit einem
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Ball spielt, der hat auch keine
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Kontrolle darüber, was mit ihm gemacht
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wird. Und wir sind leicht, wir sind
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keine Schwergewichte, sondern man kann
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uns hin und her treiben. Ähm, da sieht
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man, das wird Übertragung und dann noch
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mal in der im zweiten TZ natürlich noch
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haben wir eben schon betont äh noch
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minimalistischer schlechte Nichtigkeit
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und dann am Ende eben der Hinweis auf
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das, worauf der Mensch sich eigentlich
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konzentrieren sollte. Also Quartette,
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eine Situationsbeschreibung
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und dann kommt die Auswertung, die
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Konsequenz daraus in den Terzetten.
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Äh kommen wir dann zu den sogenannten
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Mitteln. äh sprachliche Mittel sind
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eigentlich zu eng, äh sondern das sind
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auch literarische Mittel, die die
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Einfälle eigentlich äh die ein Autor
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sich eben die ihm gekommen sind und mit
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denen natürlich auch Wirkung erzeugt,
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denn das ist das entscheidende. Es geht
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immer darum äh dass die Mittel etwas
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sind, was die Aussagen unterstreicht.
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Und darum ist es in einer Klausur oder
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Klassenarbeit immer sehr gut, wenn man
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von den Aussagen ausgeht und eben
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feststellt, dass dieses Gedicht ähm mit
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seinem mit seiner Gegensatz ähm Struktur
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das sowohl inhaltlich als auch
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künstlerisch sprachlich eben deutlich
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macht und auch vor allen Dingen durch
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diesen Alexandrina Stätte Wiese,
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Portasch und so weiter. Das sind dann
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Beispiele und dann im menschlichen
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Bereich dann Ruhm ist nichts anderes als
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ein Traum, also ein Vergleich. Dann auch
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das Bild Spiel der Zeit, was wir eben
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mit dem Balder verglichen haben.
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Leichtgewichtigkeit von jedem Wind wird
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man davon geblasen. Dann aber auch die
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bange Frage.
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Ähm, dann der Klageausruf. Ach und hier
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natürlich dann Schatten Staub, Wind, wir
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sind überhaupt nichts und so weiter.
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Eine Steigerung auch dadurch. Und die
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Blume ist eben wirklich ein sehr schönes
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Bild für die Veränderung von der schönen
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Seite der Natur zu aus unserer Sicht
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zumindest nicht so schönen Zeit. Das
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heißt, die natürliche Vergänglichkeit
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der Schönheit wird an dem Bild schön
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klar gemacht. Und dann am Ende hier nur
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bei Grühius eine Andeutung, was das
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Ewige angeht. Es gibt andere Gedichte
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der Berockzeit, da wird der religiöse
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Bezug viel deutlicher, aber das ist so
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ein eine Gegenwelt, die ewig und stabil
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ist gegenüber dem, was man hier in der
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menschlich-irdischen Welt nach Meinung
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von Grü anderen Barockdichtern eben nur
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sieht. Kommen wir am Ende dann zur
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vierten Spalte, die haben wir jetzt
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hierhinesetzt. Kritik und Kreativität.
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Das Gedicht kann man ja wohl sagen, ist
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von radikaler Einseitigkeit
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und äh da besteht natürlich dann die
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kreative Möglichkeit, einen Gegenentwurf
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zu machen. Und hier werden wir dann äh
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in den Infos auch ein Beispiel äh
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liefern, ne, wo jemand das mal probiert
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hat. Äh allerdings bleibt natürlich
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durchaus das Problem, dass man sich als
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Mensch bedeutungslos fühlen kann. Und
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dann ist die Frage, wie kann man damit
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umgehen? Ja, Religion haben wir schon
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gesehen, war damals eine Möglichkeit,
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ist heute nicht mehr für jeden eine
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Möglichkeit und das wäre eine
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interessante Recherche Aufgabe auch mal
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Leute fragen, wie geht ihr damit um, um
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eurem Leben Sinn und Bedeutung zu geben
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in den 70, 80, 90 Jahren, die man, wenn
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es gut läuft dann eben leben darf. Äh,
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wir verweisen hier auf eine interessante
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aktuelle Abiturlektüre, die genau dieses
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Problem behandelt. Aus heutiger Sicht äh
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Jahrhundert nach der Barockzeit ähm geht
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da eine Schriftstellerin hin und
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schreibt einen Roman, der heißt
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Heimsuchung. Und das ist eigentlich fast
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das gleiche, was in dem Barock Gedicht
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hier eine Rolle spielt. Auch das sind ja
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alles Heimsuchungen, wenn man dann vom
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Schicksal überfallen wird. Und wir haben
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in einem Video oder auch auf einer
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Webseite geprüft, wie sieht das denn aus
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mit dem sogenannten Existentialismus?
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Das war eine Philosophie vor 50, 60
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Jahren, äh, wo man den Menschen sagte,
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ja, so ist die Welt, aber du musst da
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selbst mit klar kommmen. Du musst dir
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deine Freiheit erkämpfen. Wir sind da
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nicht so von überzeugt, dass man sich so
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an den eigenen Haaren äh rausziehen
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kann, nachdem man erst so richtig tief
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runtergedrückt worden ist, begriffen
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hat, wie schlecht die Welt ist und wie
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wenig man selbst wert ist. Und darum ähm
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verweisen wir da lieber auf Göthe. Man
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muss die ganze Klassik nicht heute
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unbedingt lieben, aber Gote hat ein
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wunderbares Gedicht geschrieben, das
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heißt das Göttliche. Wir haben auch ein
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Video und eine Webseite dazu gemacht.
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Ein Video ist das. Und da wird gezeigt,
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dass dieser Roman Heimsuchung eigentlich
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nur das Negative beschreibt, dass der
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Mensch eben letztlich ständig
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heimgesucht wird, keine Heimat hat.
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Aber Gete beschreibt das gleiche, aber
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er zieht daraus eine ganz andere
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Konsequenz und wie gesagt, das kann man
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da entsprechend nach schauen. Wir
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begnügen uns damit, uns hoffentlich
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freuen zu dürfen, dass es uns gelungen
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ist hier in diesem Video und auf dieser
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Seite hier einigermaßen an einem
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Beispiel ausführlich, aber es gibt ja
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die Sprungmarken, deutlich zu machen, äh
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was alles zum Barock gehört und auch zu
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den Gedichten derzeit. ähm packen wir
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natürlich in die Infos zum Video und wir
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werden hier oben auch noch einen Button
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einfügen. Der kommt immer oben rechts
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auf die Seite. Dort Korrekturen,
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eventuell Ergänzungen, hoffentlich
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Ergänzungen, denn wir freuen uns über
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Fragen, die uns gestellt werden und auch
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Anregungen, dann können wir das nämlich
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auf der Website nämlich gut
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unterbringen. Wir hoffen, dass wir hier
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also eine Grundlage legen konnten und
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wünschen allen viel Erfolg bei der
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Umsetzung dieser Dinge auf andere
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Gedichte. Und wenn es Fragen gibt,
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freuen wir uns, wenn sich jemand bei uns
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meldet. Auf jeden Fall viel Erfolg.
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