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Ja, wir wollen aktuell allen helfen, die
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von Büchner die Erzählung Lens lesen
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müssen oder dürfen. Es handelt sich
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dabei um ein Fragment aus dem Jahre
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also schon ziemlich alt, das wiederum
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sich auf ein Ereignis bezieht. einige
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Jahrzehnte früher 1778
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und uns geht es darum, dass man schnell
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den Inhalt versteht, wichtige
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Textstellen kennenlernt und am Ende auch
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etwas sagen kann zu den Aussagen, die
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man dem Text entnehmen kann, zu den
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Mitteln, die verwendet werden und auch
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ähm etwas Kritik möglicherweise auch vor
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allen Dingen, was eine Schullekthöre
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angeht, denn wir haben damit schon
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einige Schwierigkeiten gehabt und wollen
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das natürlich für andere bisschen
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leichter gestalten. Wir verwenden hier
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eine Fassung, die im Internet zu
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findinden ist im Projekt Gutenberg und
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wir haben einfach den gesamten Text
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einfach mal in Zeilen in eine Wört
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Fassung gepackt, haben dann 614 Zeilen
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da vorgefunden und können also da
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ziemlich exakt die Zeilen dann auch
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angeben und die findet man dann auch in
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seiner Textausgabe, wenn man so ungefähr
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das ein bisschen umrechnet. Hier unten
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sieht man, das ist dann die
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Textefassung, die wir da verwendet
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haben. Und jetzt schauen wir mal, was
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unser Profi Freistein denn hier
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vielleicht an Erleichterung bringen
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kann, denen die diesen Text jetzt vor
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sich haben. Wir haben lange überlegt,
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wie wir das am besten machen und haben
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uns dann dafür entschieden, dass wir
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hier links also sehr stark mit
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Textstellen arbeiten, die man dann in
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dieser Internetau aber auch leicht
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finden kann, weil das ja dann genau
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gesucht werden kann. Und hier rechts
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haben wir dann eine Inhaltsbeschreibung
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gemacht, die einem immer schnell das
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Gefühl gibt, ich habe den Text jetzt im
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Griff. Und zwar schauen wir uns das
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Ganze mal an hier. Dann sieht man, Lenz
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wandert durchs Gebirge. Die Gegend und
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das Wetter sind ziemlich trübe und der
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hat zwischendurch auch mal den irren
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Wunsch, dass er oder bedauert ist, dass
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er nicht auf dem Kopf gehen konnte. Dann
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kommt Sturm auf und dort wie typisch für
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den Sturm und Drang auch spürt er wilden
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Jubel in sich. Er will sich vom Sturm da
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fast ins All hineinziehen lassen. Also
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eine wilde Situation. Dann kommt es ab
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unserer Zeil 39, ne, zu einem inneren
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Äh denn das Ganze dauert nur Augenblicke
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dieses Gefühl. Er war ganz allein, hat
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eine namenlose Angst und es war als
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ginge ihm was nach, als jage der
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Wahnsinn auf Rossen hinter ihm her, also
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auf Pferden. Man merkt also, dass dieser
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Mann äh nicht ganz mit sich im Reinen
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ist. Einige spricht dafür, dass er krank
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ist, was natürlich schwierig ist für
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Nichtmediziner im Einzelnen zu
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verstehen. Bleiben wir also auf der
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Ebene der Erzählung. Und er kommt dann
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an schließlich ähm in einem Ort, der
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Waldbach heißt. Dort gibt es wechselnde
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Stimmungen dann bei ihm. Zunächst mal
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wird es ihm ganz leicht. Er fängt auch
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an den Leuten dann zu erzählen, wer er
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ist, wo er herkommt und so weiter. Und
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er wird entsprechend ruhig. Er erinnert
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sich an frühere Zeiten. Er ist also
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anscheinend schon mal gewesen. Aber dann
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passiert wieder das, dass ihn eine
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unennbare Angst plötzlich überfällt. Er
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konnte sich nicht mehr finden, also fast
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so einer Auflösung der Identität. Und
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dann auch etwas, was bei Krankheiten
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dieser Art möglich ist. Er riss sich mit
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den Nägeln, das heißt eine Art
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Selbstverletzung und er stürzt sich dann
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in den Brunnstein. Muss ich das so
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vorstellen, dass er nicht in den Brunnen
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da hineinfallen konnte, sondern da war
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eben ein Loch durch, dass man ein Eimer
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runterlassen konnte und Wasser äh
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ziehen. Äh, aber da war eben eine
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Plattform noch, aber innerhalb der
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Umrandung des Steins.
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Und dann wird das wieder positiver. Dann
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kommen Leute. Lens ist dann wieder zu
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sich gekommen. Bringen wir das mal hier
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so grün. Er schämt sich und behauptet
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dann einfach, dass er halt gewohnt sei,
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äh so kalt zu baden. Das sind eben die
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typischen Entschuldigungen, die man dann
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so findet, um sich Erleichterung zu
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versch und die Erschöpfung ließ ihn am
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Ende ruhen. Das heißt, am Ende dieser
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ersten Phase findet er also dadurchaus
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einen gewissen Frieden. Und rechts kann
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man das dann als ganz normalen Text dann
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sich auch von der Webseite, die wir hier
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werden, dann auch rauskopieren und hat
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das dann direkt zur Verfügung. Auch hier
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zeigen wir jetzt die weitere Entwicklung
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wieder vor allen Dingen mit Zitaten. Er
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begleitet dann den Fahrer Oberlin und
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das geht ihm dann auch deutlich besser.
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Ein guter Tag für ihn und alle drängen
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sich um Oberlin. Ein Pfahrer hatte
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damals ja eine wichtige Funktion in so
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einer Örtlichkeit. Er weiß zurecht, das
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heißt, er gibt auch letztlich dann
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Ratschläge, sagt, das geht aber gar
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nicht. Er tröstet Leute da, wo es nötig
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ist. Überall gibt es vertrauensvolle
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Blicke ihm gegenüber. Natürlich spielt
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das die Religion, das Gebet auch eine
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Rolle. Interessant ist jetzt, dass Lenz
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sein Begleiter ist, der auch tätig wird
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hier und das hat anscheinend für ihn
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eine sehr positive Auswirkung. Er ist
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zwischendurch auch mal in die Natur
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versunken, aber nicht mehr in dem Sinne,
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dass sie ihn quält. Ähm und es wirkte
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alles eben wohltätig und beruhigend auf
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ihn. Auch Oberlin der Pfarrer findet die
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Gespräche mit äh dem Lens sehr angenehm.
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Interessant ist, dass hier betont wird
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vom Erzähler, dass dieser Lenz ein
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anmutiges Kindergesicht hat. Das soll
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wohl deutlich machen, dass er noch
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relativ jung ist, noch nicht so gereif
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wie der Fahrer entsprechend. Dann kommt
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hier wieder ein Absturz. Man sieht, das
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wechselt also hier immer. Am Abend des
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Tages kommt dann die Angst zurück und
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sogar ein Albdruck. Das ist ja dieser
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Druck, den man auf der Brust dann spürt,
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des Wahnsinns und der rettungslose
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Gedanke, als sei alles nur ein Traum.
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Auch hier also Verlust an Wirklichkeit.
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Er versucht dann alles, aber es bleibt
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kalt. Kalt, das wird sogar wiederholt
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und damit verstärkt und er muss dann
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Und das führt dann zwar erst dazu, dass
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er sich wieder in diese Brunnenumrandung
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da stürzt, aber dann geht es ihm besser.
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Dann ein allgemeiner Hinweis. Jetzt ähm
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geht das Ganze in eine Art ähm größere
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Zeiträume hinein. Je mehr er sich in das
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desto ruhiger wird er. Also eine gute
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Entwicklung, die seiner Gesundung dient.
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Er geht dann in die Natur hinaus. haben
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wir blau, weil das jetzt sehr romantisch
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äh wird. Er meint dort nämlich seiner
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Mutter zu begegnen und die sagt ihm
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auch, sie hätte ihm dies alles beschert.
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Also, man sieht, dass hier jetzt in der
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zweiten Phase bei Oberlines
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recht positiv entwickelt und wir werden
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das fortlaufend jetzt weiter begleiten.
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Für uns selbst ist das wichtig, weil wir
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diese Zwischenphasen natürlich dann für
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uns klar im Kopf haben und auch
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eigentlich für uns das Ganze machen, um
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den Überblick zu gewinnen. Und das ist
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eben die Seite, wo wir Korrekturen auch
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anbringen, Erweiterungen, Ergänzungen
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und wir würden uns freuen, wenn also
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dann auch das gemeinsam als Projekt hier
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weiterläuft und wir am Ende den Text gut
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verstanden haben, auch in seinen
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Aussagen und in der Frage, was man damit