Der "Täter" als Richter? Warum Autoren nicht als Abiturhilfe genommen werden sollten“
Apr 8, 2026
Hier ist ein Vorschlag für eine strukturierte und ansprechende Videobeschreibung, die sowohl den Suchalgorithmus bedient als auch die Neugier der Zuschauer weckt. Sie schlägt die Brücke zwischen dem aktuellen Anlass und der zeitlosen literaturtheoretischen Debatte.
Videobeschreibung: Der „Täter“ als Richter?
Titel: Der „Täter“ als Richter? Warum Autoren nicht als Abiturhilfe genommen werden sollten
Beschreibung:
Darf ein Autor sein eigenes Werk für das Abitur interpretieren? Was auf den ersten Blick wie die ultimative Hilfe für Schülis erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Ende des literarischen Gesprächs.
In diesem Video geht unser fiktiver Kommentator Gregor Liebernich einer aktuellen Entwicklung auf den Grund: Ein Roman-Autor liefert kurz vor der Prüfung die „einzig wahre“ Deutung seines Werkes in einer großen Wochenzeitung. Liebernich analysiert diesen „Werbegag“ messerscharf und zeigt auf, warum wir damit geradewegs auf den harten Granitboden der Absurdität marschieren.
Die Kernfragen des Beitrags:
Autonomie vs. Bedienungsanleitung: Warum ist ein Roman kein Sachtext?
Der intentionale Fehlschluss: Warum hat der Schöpfer nicht automatisch recht?
Das Ende des Dialogs: Was passiert mit der literarischen Bildung, wenn es nur noch eine „Lösung“ gibt?
Schuster, bleib bei deinen Leisten: Welche Rolle sollte der Autor stattdessen einnehmen?
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Ja, heute haben wir mal wieder was
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Besonderes vor und zwar es geht um die
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Frage, ob ein Romanautor,
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dessen Roman dem Abitur Pflichtlektüre
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ist, auch die ultimative Abiturhilfe
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ist. Stell mal vor, da hat jemand einen
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Roman geschrieben, der kommt dem Abitur
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dran und kurz vor dem Abitur
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veröffentlicht eine Zeitung dann seine
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ultimative Das musst du wissen, um im
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Abitur zu bestehen. Und wir haben dazu
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einen fiktiven Leserbrief schreiben
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lassen, der letztlich darauf hinaus
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läuft: "Ach, Autor, bleib beim Schreiben
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und lass das Abitur und so weiter in
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Ruhe." Das stellen wir jetzt mal zur
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Diskussion. Ja, hier oben haben wir noch
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mal die Situation geschildert. Das
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müssen wir nicht wiederholen. Es geht
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darum, ja, einfach einen Denkanstoß
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loszuwerden. Hier rechts haben wir das
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Ganze so ein bisschen gegliedert, aber
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wir stellen das jetzt am Text selbst
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vor. Also ein fiktiver Leserbrief an die
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Redaktioner Zeitung zum Verhältnis von
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Autor, Autor und Abitur. Überschrift:
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Der Täter als Richter. Wir werden gleich
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sehen, warum das eine Rolle spielt. zum
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Ende des literarischen Gesprächs. Dazu
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kommen wir auch gleich, eigentlich sogar
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jedes Gesprächs. Dann ein paar
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Informationen seit dem 18. Jahrhundert,
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ne? Ähm man nennt das Autonomieästhetik,
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das heißt in der Zeit Sturm und Drang
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und Klassik dann und so weiter kam man
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zum ersten Mal auf den Gedanken, der
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Autor hat nicht nur jetzt in
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literarischer Form noch etwas Weiteres
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geschrieben, er hat do einen Brief
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schreiben können, nein, er schreibt ein
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Gedicht, sondern das ist etwas
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autonomes, etwas ganz eigenes, ein
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Kunstwerk. Schiller hat gesagt, das ist
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wie ein Spielfeld, dass man sich selbst
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schafft, das ist außerhalb der normalen
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Realität.
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So ein literarisches Werk, also etwas
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grundlegend anderes, ein fiktionaler
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Text, ein ausgedachter Text als ein
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Sachtext oder sogar eine
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Gebrauchsanweisung. Und jetzt die These
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Autors. Ein Rücksturz in die Zeit vor
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der Aufklärung. Aufklärung Sturm und
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Drang, ne? Das hängt ja zusammen. Im in
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der Aufklärung gibt es dann teilweise
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schon dieses Phänomen bei Lessing z.B.,
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dass der Autoschoner etwas Besonderes
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ist wie ein Adler, der nach oben steigt
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und andere können den gar nicht
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beurteilen, wenn er da in der Höhe
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schwebt. Stellen wir uns das mal vor.
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Eine also einfach ein
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Gedankenexperiment. Pflichtlektüre wird
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ausgewählt so Abitur wird also behandelt
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und die Person, die den Roman gefasst
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hat, ganz egal, ob Autor oder Autorin,
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wieer Wochenzeitung oder Zeitschrift
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gibt, dann heißt es auch noch in der
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Überschrift vielleicht sogar die
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ultimativen Hinweise darauf, wie das
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Werk zu verstehen ist. ist nich ganz
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klar, dass jeder Abiturient, der unsere
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unseren unser Video hier nicht gesehen
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hat, sofort natürlich hineilt, die
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Zeitung kauft und dann hinterher meint,
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glücklich zu sein. Aber Vorsicht, das
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ist zunächst mal ein medialer Werbegck
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und das ist völlig in Ordnung.
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Aber es ist das Ende jeder Wissenschaft.
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Und jetzt kommt ein Beispiel, was wir
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uns dazu ausgedacht haben. Es so, als
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würde ein Täter vor Gericht gleich am
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Anfang sein Urteil selbst formulieren,
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denn er kennt die Tatia am besten.
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Anschließend verlässt er hochhobenen
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Hauptes den Saal, noch bevor der Richter
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das Wort ergreifen konnte, Zeugen gehört
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wurden oder sonst irgendetwas. Nein, er
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ist der Täter. Das vergleichen wir jetzt
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nicht unter kriminellen Gesichtspunkten
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natürlich, aber das ist eine Art
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Parabelsituation. Das heißt, man geht in
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einen anderen Bereich rein, um etwas
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deutlich zu machen. Die Verbindung
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zwischen Autor und Täter liegt hier also
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im Phänomen der Tat. Sobald sie begangen
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oder das Buch gedruckt ist, jetzt gehen
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wir wieder über zum Autor, gibt es
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zahllose Sichtweisen darauf. Wer
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mittendrin steckt, kann die Situation
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oft am schlechtesten objektiv
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beurteilen. Das weiß jeder aus eigenem
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Erleben. Wenn man einen Streit hat, man
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ist dann bei sich in seiner eigenen
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Wolke, Gedankenwolke befangen und die
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anderen haben größte Schwierigkeiten
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einen da rauszuholen. Ganz schlimm ist
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das dann bei Eheitigkeit, wenn Menschen
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eigentlich ganz eng zusammen sein
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wollen, arbeiten müssen, sich verstehen
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müssen und dann beharrt der eine darauf,
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dass nur sein Verständnis richtig ist.
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Das geht natürlich überhaupt nichts. Und
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das wird hier genannt das Modell der
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auktorialen Deutungshoheit. Das heißt,
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wer etwas geschrieben hat, der sagt
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auch, wie er es gemeint hat und wie das
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zu verstehen ist. Und wenn man das mal
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zu Ende denkt, landet man auf dem harten
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Granitboden der Absurdität. Wir bohren
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ganz gerne immer so weit in die Dinge
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hinein, bis wir Granit spüren. Da geht's
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nicht mehr weiter, zumindest nicht für
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uns. Es gäbe nämlich überhaupt kein
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echtes Gespräch mehr zwischen Menschen.
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Eheestreit deutet das ja schon an, aber
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unter Freunden kann es unterschiedliche
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Meinungen geben. Da muss es einen
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Austausch über verschiedene
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Wahrnehmungen geben und nicht einer kann
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sagen, meine Sicht ist richtig, denn
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jeder wüsste ja schon vorab, wie sein
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eigenes Handeln und die ganze Welt zu
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beurteilen sind. Kommunikation würde zur
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bloßen Verlautbarung. Ich teile euch nur
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noch mit, wie das zu verstehen ist. Wir
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werden ja darauf hinweisen, dass wir das
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natürlich hier wieder auf die Webseite
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packen und da kann man sich dann auch
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hier unsere Gliederung da rechts etwas
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genauer anschauen. Kommen wir zum
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Schlussteil des Textes. Man möchte daher
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versöhnlich zurufen. Schuster, bleib bei
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deinen Leisten. Ist ein berühmter
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Spruch, der sagt: "Bleib in dem Bereich,
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in dem du dich auskennst und halt dich
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von anderen Dingen fern, von denen du
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keine oder weniger Ahnung hast." Auf gut
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Deutsch heißt das: "Liebe Autoren,
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informiert uns, ja, informiert uns äh
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und die Wissenschaft über all das, was
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nur ihr wissen könnt, wie ihr auf die
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Idee gekommen seid, wie es euch beim
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Schreiben erging, welche Einflüsse eine
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Rolle spielten. So etwas könnte man
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Werkstattgeschichten nennen, die sind
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hoch interessant, aber sie haben mit der
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Notwendigkeit einer sachlichen
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intersubjektiven Betrachtung des
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fertigen Werkes nicht zu tun.
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Interubjektiv heißt, man muss sich
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verständigen darüber. Die Beurteilung
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des fertigen Schuhs. Jetzt kehren wir
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also hier noch mal zum Schusser zurück.
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liegt zunächst beim Käufer, der darin
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laufen muss und später bei all denen,
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die ihn fachmännisch und kritisch
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betrachten. Ja, ob damit wohl in die
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Berge gehen kannst und so weiter. So,
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das ist dann die Betrachtung, die auch
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andere haben können. Ein Autor, der
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seine eigene Interpretation als
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Masterplan verkauft, entzieht seinem
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Werk die Luft zum Atmen. Mit Atmen ist
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gemeint, dass man sich darüber
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austauscht, dass eine Gedankenwolke
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entsteht, an der viele beteiligt sind.
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Und was für uns ganz wichtig,
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er verlässt den Bereich, gucken, ob es
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hier klappt, na nicht, des fiktionalen
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des Spielerischen. Und das geht
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überhaupt nicht. hier oben rechts, das
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findet man auf der Webseite natürlich
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dann komplett, da ist uns das ein
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bisschen grafisch da verschoben, so dass
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wir da ein paar Buchstaben nachtragen
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mussten. Und jetzt das Fazit noch mal am
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Ende hier. Leute, die Romane und
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ähnliches schreiben, kennen das Problem
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übrigens. Sie äußern sich eventuell
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gerne über die Entstehung des Werkes,
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Probleme, Veränderung beim Schreiben,
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das sind diese Buchhandlung oder sonst
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Veranstaltung auf einer Buchmesse, da
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sitzen die da vorne und dann lesen die
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vor und dann dürfen auch Fragen gestellt
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werden. Aber das Sacheurteil,
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wie gut ist das
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und das Werturteil, gefällt einem das?
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Das überlassen Sie den Lesern oder auch
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den Fachleuten natürlich. Äh, also
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optimale Vorbereitung auf der Situr,
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eigener Lektüre, Unterrichtsergebnisse,
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geeignete Lektürehilfen, ne? Z.B.
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natürlich auch Textaussage und schnell
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Durchblicken und auf der Webseite
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natürlich auch unsere YouTube Videos.
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Äh, wir werden das ja hier gleich
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veröffentlichen und dann hat man die
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Möglichkeit dort auch Korrekturen
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anzumahnen, uns auf Ergänzungen zu
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bringen, Beantwortung von Fragen sind da
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möglich. Und wir haben hier jetzt für
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uns zur Erinnerung dieses Bild äh
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gemacht oder machen lassen natürlich von
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Gemini in diesem Fall Banana 2 oder wie
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das heißt. Das ist hier der Kritiker
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nicht der das ist der Autor der sitzt da
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und ist am Schreiben und dann klingelt
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es und der Lektor kommt rein und sagt:
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"Hey Mensch, wir können jetzt schon mal
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eine schöne Sache machen, wo du
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beschreibst, wie das ganze zu verstehen
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ist und so weiter." Sagt: "Nein, nicht,
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ne? Und hier hinten, wer sich auskennt,
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das ist in in Romana Navona. Da haben
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wir nämlich diese spezielle Haltung hier
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ein bisschen davon uns inspirieren
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lassen, denn da gibt es eine Figur am
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Brunnen, wo der eine Architekt, der bei
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einem Bauwerk nicht zum Zukam, dann
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einfach die Figur so gestaltet hat, wie
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dieser Autor hier guckt. Hey, nicht lass
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mich in Ruhe, du hast keine Ahnung, ganz
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schlecht. Ich will hier mein Ding
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machen. So viel also dazu. Ja, kommen
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wir jetzt äh kommen wir jetzt zur
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letzten Seite. Die werden wir nicht mehr
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im einzelnen vorstellen. Wir haben dann
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äh wir haben das ganze äh Thema ja
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ausführlich mit Nordburg LM und von
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Quellen und diskutiert, wie sieht es aus
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mit den Positionen gegenüber der
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Tatsache oder der Frage, soll ein Autor
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sich zu seinem Werk melden oder nicht?
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Da gibt verschiedene Auffassungen, da
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haben uns intensiv mit beschäftigt und
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irgendwann haben wir dann diesen
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Leserbrief äh erstellt und dann haben
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wir ihn Nordbrug LM gegeben. Prüft das
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mal in wie weit das denn in unserer
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Diskussion entspricht und das was wir
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hier gefunden haben, ist insgesamt
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positiv. Fazit. Die Quelle ist ein
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wertvoller argumentative Weiterer. Also
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dieses ähm dieser Leserbrief und das
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packen wir auf die Webseite. Da kann man
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sich das in Ruhe mal anschauen. Das
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würde uns jetzt zu weit führen. Hier
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unten, wie gesagt, noch einmal der
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Hinweis darauf, wo wir das Ganze
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ablegen. natürlich einschließlich dieser
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Bewertung von Notebook LM Korrekturen,
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ansonsten Ergänzungen, Beantwortung von
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Fragen und wir würden uns freuen, wenn
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es uns gelungen ist, die Problematik
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Autor und Werk hier ein bisschen
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deutlich zu machen und allen den Tipp zu
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geben, ja, den Autor kann man zur
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Kenntnis nehmen, aber das ist eher
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Werkstattgespräch und nicht die einzige
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oder bessere Interpretation. Auf jeden
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Fall viel Erfolg beim Abitur.
#Books & Literature
#Education
