Passende Epoche zum Gedicht? Diese Tabelle hilft: Aufklärung, Sturm u. Drang, Klassik und Romantik
Jan 17, 2026
Das Video zeigt, wie man die wichtigsten Kennzeichen der vier Epochen optimal zuordnen kann. Das besondere: Die Tabelle vergleich nach Gesichtspunkten:
- Menschenbild
- Naturauffassung
- Liebe
- Geisteshaltung
- Ziel/Ideal
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Alles wird so erklärt, dass man es wirklich "verinnerlicht". Außerdem gibt es zu jedem Punkt auch ein Beispielzitat.
Das und die Wiederholungen, die sich natürlich bei den Aspekten ergeben, sorgt für Tiefen-Verankerung im Gedächtnis.
Auf der Webseite gibt es nicht nur die Dokumentation, sondern dort werden wir weitere Beispiele aufführen - und natürlich auch verlinken - mit Seiten, auf denen die Gedichte genauer vorgestellt werden.
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00:00 Einführung: Rückblick & Ziel des Videos
01:48 Überblick: Epochen & Analyseaspekte
02:37 Individuum & Menschenbild
03:01 Aufklärung
04:36 Sturm und Drang
05:40 Weimarer Klassik
06:59 Romantik
08:33 Naturauffassung
08:37 Aufklärung
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Ja, zuletzt haben wir an einem Gedicht
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von Schiller mal ausprobiert, wie das
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mit der Epochenzuordnung ist. Ist das
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Sturm und Drang. Da war ein bisschen was
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davon. Klassik, Romantik, alles war da
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und das macht die Sache ein bisschen
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schwierig. Glücklicherweise haben wir ja
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diesen Profiisten. Der Bus ist mal
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wieder weggefahren. Ein Schüler, eine
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Schülerinnen sind noch da, aber diesmal
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reicht das nicht an der Bushaltestelle.
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Das wird ein bisschen länger dauern. Wir
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werden ins Kaffee gehen und dort alles
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in Ruhe besprechen. Für alle die es
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jetzt aber ein bisschen heilig haben und
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die nicht vielleicht 20 Minuten, dass
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ich komplett anhören anschauen wollen,
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für die verweisen wir noch einmal auf
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die Kapitel, die freundlicherweise ja
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YouTube unten anzeigt. Man kann die aus
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den Infos auch direkt herausholen, dann
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weiß man, wo was ist. Diese Übersicht
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ist auf dieses letzte Gedicht da bezogen
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das Video, aber grundsätzlich ist das
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die gleiche Geschichte. Und das
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Interessante ist jetzt, dass hier auf
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der Webseite äh wir auch das jeweils
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eintragen, da ist das anders
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dargestellt. Man sieht, das ist einfach
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aneinander gereen. Wir hatten keine Lust
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das jetzt im einzelnen so auseinander zu
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ziehen. Das ist aber auch kein Problem,
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weil jeder, der das möchte, dort einfach
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eine entsprechende Schelle sieht. Z.B.
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hier naturgewalt, dunkle Romantik, die
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Szene mit dem Boot und so weiter. Da hat
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man dann sofort die Stelle und das
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Schöne ist
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von der Website aus springt man da
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direkt rein an in dem Video und dann
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kann man sich das gezielt anschauen und
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das ist, glaube ich, eine gute
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Möglichkeit, um auch mit längeren Videos
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gut klarzukommen. Ja, das ist die
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Gesamtübersicht. Keine Sorge, das werden
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wir jetzt hier nicht vortragen. Wir
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haben da eine ganz andere Idee, aber man
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sieht, man hat hier die
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Epochenaufklärung Sturm und Drang.
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Weimerer Klassik, Romantik. Auch die
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Aufklärung ist ja durchaus in der
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Göthezeit noch präsent, als er
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angefangen hat zu studieren. Da hat er
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Aufklärt
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und dann haben wir die Aspekte
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Individuum und Menschenbild,
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Naturauffassung,
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die Frage Liebe, wie wird sie
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entsprechend dargestellt? Welche
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Geisteshaltung zeigt sich insgesamt und
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wie sieht das aus mit dem Ziel, dem
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Ideal, was verfolgt wird? Und ähm wir
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werden also das vor allen Dingen jetzt
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an Beispielen zeigen aus Gedichten. Dann
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kann man das besser nachvollziehen und
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man merkt sich das eventuell auch besser
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und kann dann entsprechend bei einem
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anderen Gedicht etwas ähnliches sehen
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und dann auch zuordnen. Kommen wir zum
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ersten Aspekt Individu und Menschenbild.
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Hier hat man dann noch einmal die
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Kurzfassung, aber jetzt geht's ja um die
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Zitate, die Beispiele. So. Aufklärung.
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Der Mensch als Vernunft begabtes
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Projekt. Das Individuum ist noch eine
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Art Schüler der eigenen Vernunft,
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Erziehung und Überwindung von
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Unmündigkeit. Das ist das Ziel. Wir
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tragen das hier so vor, dass man sich
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das unterwegs auch auf die Ohren legen
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kann, etwa wenn man im Bus unterwegs ist
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und das kann ja auch ganz hilfreich
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sein. Dann das zweite ist bei uns immer
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der Hintergrund. Hintergrund ist
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Feudalismus in der Gesellschaft, das
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heiß eine Adelsgesellschaft.
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Die haben entsprechend Vorrang, die
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Angehörigen, dann kommt das Bürgertum
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und am Ende dann das äh die Bauern als
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doch untere Schicht oder gar dann Leute,
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die keimenstand angehörten. Dann der
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Staat ist ein absolutistischer Staat,
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das heißt der König oder der Fürst hat
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das Allgemeine Sagen hat das sagen und
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die Vernunft ist gewissermaßen das
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Werkzeug, um sich Freiheit und Würde als
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Mensch zu erarbeiten. Zitat ist jetzt
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von Geller z.B. der Tanzbär. Äh, das
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werden wir immer hier auf den, wenn wir
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das jetzt hier hinbekommen, werden wir
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das natürlich auf der Website hier oben
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ähm dann noch genauer darstellen, auch
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wo wir auf das Gedicht genauer eingehen.
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An Geiste bin ich groß und an Verstand
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reich, sagt dieser Bär, der dann aus der
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Zivilisation zurückkommt zu seinen
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Brüdern und Schwestern in der Wildnis.
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Wer unter euch ist mir wohl gleich? Und
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da wird humorvoll gezeigt, dass Bildung
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und Selbstdisziplin den Unterschied
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durchaus machen. Auch wenn der Bär hier
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scheitert, ist das Ziel der
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Vervollkommung natürlich gesetzt. das
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ganze ist ein bisschen ironisch,
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selbstironisch, äh denn äh der Bär kann
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das zwar äußerlich annehmen, das
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Verhalten äh kluger Menschen, aber in
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Wirklichkeit natürlich nicht umsetzen.
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Dafür hat er andere Qualitäten.
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Im Sturm und Drang gibt es dann das
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Kraftgenie.
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Das Individuum rebelliert gegen die
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Fesseln der Vernunft. Es zählt nicht,
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was man lernt, sondern was man fühlt.
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Und aus sich selbst heraus erschafft der
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Mensch als alter Deus, als zweiter
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Schöpfergott.
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Äh, die Folge sind dann natürlich
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vielfältige Ausbruchsversuche im
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politischen Bereich, im Bereich der
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Liebe und der Gefühle, neue Welten für
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sich zu entdecken. Das Ganze ist wie
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eine Selbstbefreiung. Und ein berühmtes
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Zitat von Göth aus dem Gedicht Prometus.
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Hier sitze ich, forme Menschen nach
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meinem Bilde. Ein Geschlecht, das mir
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gleich sei, zu leiden, zu weinen, zu
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genießen und zu freuen sich und dein
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nicht zu achten. Das richtet sich dann
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gegen den alten griechischen Göttervater
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Zeus, von dem er sich entfernen will,
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wofür wofür er auch bestraft wird und
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auf jeden Fall wie ich sollen diese
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Menschen sein. Das Individuum ist eine
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Art gottgleicher Schöpfer, der keine
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äußere oder obere Instanz wie einen Gott
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mehr braucht.
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Dann in der Weimerer Klassung Klassik
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ist dann ähm das Menschenbild, man soll
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eine schöne Seele sein. Äh schön ist
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damit gemeint, dass man sich in auch in
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schwierigen Situationen richtig verhält,
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gebildet heißt auch charakterlich
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entwickelt und nicht irgendwie
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Schulbildung. Einhegung der
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Leidenschaft. Einhegen heißt ja immer,
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dass man nicht mehr wild durch den Wald
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tanzt, sondern in einer Art Garten ist,
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wo eine gewisse Ordnung herrscht und das
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Individuum sucht die Balance. Gefühl ja,
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aber veredelt durch moralische
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Gesetzmäßigkeit. Man tut nicht alles,
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was das Gefühl einem eingibt. Der
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Hintergrund ist die Erkenntnis. Reine
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Rebellion wie in der französischen
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Revolution endet in Gewalt. Vor allen
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Dingen Schiller hat sich damit
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beschäftigt und Harmonie. Das ist die
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pragmatische, die Menschen mögliche
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Antwort zur Erhaltung der Humanität. Und
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Humanität heißt eben menschlich optimal
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sich zu verhalten. So wie Gothe es in
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seinem Gedicht das Göttliche formuliert
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hat. Die Götter sind nicht wirksam zu
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sehen, aber sie haben uns das Göttliche
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hinterlassen und edel sei der Mensch,
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hilfreich und gut, denn das allein
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unterscheidet ihn von allen Wesen, die
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wir kennen. Das ist eben Humanität, was
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den Menschen ausmacht. Das Individuum
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definiert sich durch moralische
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Veredelung, statt durch bloßen Protest.
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Kommen wir zur Romantik. Das subjektive
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Ich in der Sehnsucht erkenntnis, dass
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der reine Verstand, aber auch klassische
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Forderungen und soll sich entwickeln und
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so weiter nicht reichen. Der Mensch ist
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ein Wesen unendlicher Wünsche, aber auch
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der Abgründe. Es gibt ja die dunkle
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Romantik, der Träume, der Albträume und
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Hintergrund ist eben die beginnende
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Industrialisierung und damit die
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Entzauberung der Welt, wenn alles nur
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noch maschinell geregelt wird. Wir
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kennen das ja heute auch, dass immer
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mehr alles von Daten abhängt und das
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widerspricht der romantischen Grundidee
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und dann bleibt einem nur übrig die
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Flucht nach innen als einzige
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Möglichkeit, die eigene Seele zu retten.
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Und von Eichendorf gibt es das berühmte
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Gedicht Sehnsucht. Es schienen so golden
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die Sterne am Fenster ich einsam stand
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und hörte aus weiter Ferne ein Posthorn
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im stillen Land. Ach wettig, wenn ich
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mitreisen könnte und so weiter, geht das
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dann los. Das Individuum ist hier nicht
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mehr handelnd wie im Sturm und Drang, s
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ein einsam am Fenster stehender dessen
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Wesenskern die Sehnsucht nach dem
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woanders ist. So viiel also hier zum
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ersten ähm Bereich Individu und
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Menschenbild. Und hier oben werden wir
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nachher die Webseite auch angeben, wo
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man dann noch genauer in die Gedichte
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präsentiert bekommt, auf die wir hier
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Bezug genommen haben. Kommen wir jetzt
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zum zweiten Aspekt, die Naturauffassung.
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Ganz wichtig. Und bei der in der
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Aufklärung ist die Natur eine Art
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geordnetes Urwerk
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vom Schöpfer in die Welt gesetzt. Die
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Natur ist nicht wild, sondern ein Beweis
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für die göttliche Vernunft. Man
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betrachtet sie fast mikroskopisch,
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um daraus aus der Natur tugen zu lernen,
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dass der Schöpfer einem gewissermaßen
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mitgibt, wie man sich verhalten soll.
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Hintergrund. Die Natur soll ist
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geordnet, man kann sie verstehen. Man
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nimmt ihr damit den Schrecken aus der
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Zeit des Aberglaubens und macht sie
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nutzbar für den zu Fortschritt ein
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unglaublicher Optimismus, der die
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Aufklärung ja da beherrscht. Und von
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Brockes gibt es
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ein Gedicht, die kleine Fliege, wie ein
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so kleiner Teil von einem kleinen Tier,
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ein so vollkommen Werk und so viel
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Kunstgewehre. Vollkommen Kunstwerk ist
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das Gott. Deine Herrlichkeit wird selbst
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in diesem hier und in der kleisten
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Milbe, also Milbe und Fliege erkannt und
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kann verheerden. Und sogar die Fliege
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ist also ein technisches Wunderwerk. Das
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müssen wir jetzt mal wieder einstellen
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hier so. Fliege ein technisches
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Wunderwerk Gottes, dass man studieren
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muss und aus dem man etwas lernen kann.
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Im Sturm und Drang ist dann die Natur
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Spiegel der eigenen Leidenschaft. Natur
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wird zum Komplizen des Gefühls
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gewissermaßen, sie ist nicht mehr
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ordentlich, sondern stürmisch, wild und
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göttlich lebendig. Das nennt man ja
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Pantheismus, wenn man das Gefühl hatte,
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wie werter in dem berühmten Roman in der
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Natur Gott zu erfahren.
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Hintergrund: Wenn man sich innerlich
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rebellisch fühlt, braucht man eine
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Umgebung, die mitbebt und die gezähmte
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Natur der Aufklärung reicht dafür nicht
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mehr aus. Man braucht jetzt die wilde
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Natur.
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Und ein Zitat von Göte, das Mailied:
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"Wie herrlich leuchtet mit die Natur,
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wie glänzt die Sonne, wie lacht die
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Flur." Ja, die Natur lacht, sie ist
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keine tote Maschine mehr, sondern ein
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fühlendes Gegenüber. Dementsprechend
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Person natürlich auch in den Gedichten.
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Die Weimaraer Klassik, die Natur als
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ewiges Gesetz. Nach dem wilden Sturm,
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des Sturm und Drang, sucht man Natur das
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Bleibende, die Gesetzmäßigkeit.
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Sie ist das Vorbild für die schöne
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Ordnung, die auch im Menschen herrschen
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soll. Dahin soll er sicher bilden. Und
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der Hintergrund: In einer Zeit
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politischer Umbrüche sucht man
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Stabilität. Die Naturgesetze liefern den
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Beweis, dass es eine höhere, ruhige
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Ordnung gibt. Und in dem Gedicht Grenzen
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der Menschheit hat Got das so
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formuliert. Denn mit Göttern soll sich
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nicht messen irgendein Mensch. Ein
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kleiner Ring begrenzt unser Leben und
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viele Geschlechter, also Familienfolgen,
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reihen sich dauernd an ihres Daseins
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unendliche Kette. Man sieht also hier
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die Natur als Kette hier unendlich ein
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ruhiger Kreislauf, in den der Mensch
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sich einordnen muss.
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Und dann die Romantik, das ist die
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magische, die bese Natur. Natur ist
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nicht mehr Gesetz, sondern Geheimnis.
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Sie spricht in geheimnisvollen Zeichen
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zu uns. Alles hat eine doppelte
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Bedeutung. Hintergründigkeit in
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Eichendorf, ne? Man mit einem Zauberwort
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kann man einen Stein auch zum Singen
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bringen und Hintergrund als Antwort auf
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die beginnende Industrialisierung. Ja,
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die Natur wird da als Ressource
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genommen, verwendet, verschwendet und
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jetzt wird sie zu einem sakralen, einem
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fast religiösen Rückzugsort der Seele
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verklärt. Beichendorf dann vor allen
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Dingen der Wald, in den er sich
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zurückzieht, aus dem er dann auch
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wichtige Lebensregeln mitnimmt, wenn er
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mal in die schreckliche Stadt muss und
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ähnliches mehr. Und in Mondnacht in dem
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Gedicht heißt es bei Eichendorf: "Es
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war, als hätte der Himmel die Erde
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stillgeküsst, dass sie im Blütenschimmer
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von ihm nun träumen müsst." Und da sieht
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man auch die Bedeutung des Traums. Und
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der Kuss zwischen Himmel und Erde ist
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hier das entscheidende. Die Natur ist
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ein Traumzustand, der uns für das
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Überürdische öffnet. Soweit also hier
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die Romantik im Hinblick auf die Natur.
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mal Liebe.
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In der Aufklärung ist Liebe eine Schule
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der Tugend. Liebe ist selten ein wilder
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Rausch. Entweder ein spielerisches
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Gesellschaftsspiel, das ist so eine
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Anakreontik, da hat man sich das
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vorgestellt, man geht ein Spazieren,
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trifft eine Schäferin und dann kann man
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gegenseitig sich Komplimente machen.
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Oder ein Werkzeug zur moralischen
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Besserung. Man liebt den anderen, weil
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er tugendhaft ist. Hintergrund in einer
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Zeit, in der Ehen oft Zweckbündnisse
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waren, diente die Natur dazu, die
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Vernunftehe, das ist entscheidend, durch
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Freundschaft und Tugendliebe emotional
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tragfähig zu machen. Also so sollte dann
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auch sollen da Gefühle mit reinkommen,
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die für uns heute ja viel mehr im
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Zentrum stehen. Von Geller gibt es das
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Gedicht, die Liebe. Die Liebe, die
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nichts sucht als was dem Nächsten nützt,
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die auch im Unglück noch die Treue fest
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besitzt, die nicht auf Eigen nutzt,
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nicht auf Begierden baut, das ist die
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Liebe nur, der man sich anvertraut. Da
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hat man hier so Liebe als moralische
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Entscheidung. Man liebt nicht mit dem
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Bauch, nicht mit den Gefühlen, den
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Schmetterlingen, sondern mit dem
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Gewissen.
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Im Sturm und Drang sieht das dann anders
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aus. Da ist Liebe die totale Religion,
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Rebellion natürlich, ne? Wenn jetzt der
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Stift wiederkommen würde, wäre schön.
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So, hier das Gegenteil. Liebe ist eine
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Naturgewalt, die Standesgrenzen und
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Vernunft einfach hinwegfegt. Das merkt
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man im Roman Werter z.B. von Gothe. Die
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Liebe ist absolut oft tragisch und immer
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hochemotional. Das passt natürlich sehr
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viel mehr zu bestimmten Phasen des
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heutigen Liebesverständnisses.
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Hintergrund: Die Jugend repellierte
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gegen die arrangierten Ehen des Adels,
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aber auch im Bürgertum durchaus, bei den
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Bauern sowieso auch. Und die wahre
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Liebe, das war das ultimative, das
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letztgültige Argument für die Freiheit
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des Individuums. Und von Göte gibt es
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dann das bekannte Gedicht willkommen und
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Abschied. Es schlug mein Herz geschwind
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zu Pferde. Es war getan, fast eh
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gedacht. In deinen Blicken, welche
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Freude.
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Ich sah für mich ein blaues Licht. Mein
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Herz, was war es an deiner Seite und
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jeder Atemzug für sich? Na ja, das
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stimmt nicht so ganz, aber äh die
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Richtung stimmt auf jeden Fall und dies
15:15
geschwind zu Pferde. Das ist Liebe,
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Aktion, Drang, körperlich spürbarer
15:20
Herzschlag, keine moralische Überlegung.
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Man sieht also hier diese Gedichtseilen,
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äh, die wir uns natürlich da auch haben
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raussuchen lassen und dann ausgewählt
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lassen. Die stimmen nicht immer so ganz
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überein, aber darauf kommt es auch gar
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nicht an, weil es ja nur um die Tonlage
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geht, äh die auf jeden Fall stimmt.
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In der Weimerer Klassik dann die
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verädelte Sinnlichkeit. Suche nach dem
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Ausgleich. Man verleugnet die
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Leidenschaft des Sturm und Drang nicht,
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aber man formt sie. Die Liebe wird zum
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Symbol für die Harmonie zwischen Körper
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und Geist. Und der Hintergrund: Um eine
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stabile Gesellschaft zu bilden, darf
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Liebe weder kalte Pflicht, wie in der
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Aufklärung noch zerstörerisches Chaos
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sein, wie im Sturmrang. Sie muss
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humanisiert werden. Und das Zitat z.B.
16:07
von Schiller, Lied von der Glocke, da
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steht so manches drin. Oh zarte
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Sehnsucht, süßes Hoffen der ersten
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Liebe, goldene Zeit. Das Auge sieht den
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Himmel offen. Es schwellt das Herz in
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Selkeit. Oh, dass sie ewig grünen
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bliebe, die schöne Zeit der jungen
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Liebe. Und die Liebe wird ja als goldene
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Zeit idealisiert. Ganz gleich, ob das
16:26
Zitat nun stimmt oder nicht. Es passt
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auf jeden Fall zu Schiller. Und damit
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ergibt sich auch der lebenslange Rahmen
16:33
von Ehe und Gemeinschaft.
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Dann in der Romantik, die Liebe als
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Sehnsucht nach dem Unendlichen. Liebe
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ist Brücke in eine andere Welt. Sie ist
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oft unerfüllt, weil das Ziel der Liebe
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gar nicht mehr der reale Mensch ist,
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sondern das absolute oder aber auch der
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Tod Vereinigung. Ja, bei Novalis gibt es
16:52
da, dass er da nach dem Tod sich kaum
16:54
noch lösen kann von seiner jungen Braut.
16:58
Hintergrund in einer zunehmend
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rationalisierten nüchternen Arbeitswelt
17:03
bot die romantische Liebe den letzten
17:05
Rückzugsort für das mystische, das
17:07
geheimnisvolle und das sakrale, das
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Religiöse, das sein fast zu Gott führt.
17:13
Und dann haben wir auch die Hymnen an
17:15
die Nacht von Novalis. Hinüber walle
17:17
ich, gehe ich und jede Pein wird eins
17:21
ein Stachel, etwas schmerzhaftes der
17:23
Wollust aber sein, ja, eines absolut
17:26
schönen Gefühls und man sieht, dass hier
17:29
das in der Romantik da alles auch
17:31
vereint werden kann. In 1000 Tränen lös
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lösche ich den Durst. Im Tode wart mir
17:37
die Liebe erst. Und die Liebe
17:39
überschreit, die Liebe überschreitet
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hier die Grenze zum Tod. Sie ist kein
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weltliches Glück mehr, sondern eine
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metaphysische Reise. So viiel also zum
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Thema Liebe.
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So, kommen wir jetzt äh zur
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Geisteshaltung hier. Na, komm, lass
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knacken. So, Geisteshaltung klappt
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nicht. Ja, jetzt haben wir's. In der
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Aufklärung äh gilt der Primat, der
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Vorrang, der Vernunft, der Rationalität.
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Die Welt ist ein lösbares Rätsel. Alles
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dunkle Haberglaube, Vorurteil muss durch
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das Licht des Verstandes aufgeklärt
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werden. Es herrscht ein optimistischer
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Glaube an den Fortschritt. Hatten wir
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eben schon mal erwähnt. Hintergrund: In
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einer Welt voller religiöser Dogmen. Vor
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kurzem war der 30jährige Krieg noch, war
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die Vernunft das einzige Werkzeug für
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geistige Unabhängigkeit. Wer denkt, ist
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schwerer zu unterdrücken. Und da gibt's
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ein Zitat von Halla.
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Gedanken über Vernunft, Aberglauben und
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Unglauben. Vernunft kann wie die Sonnen
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die finstern Wolken trennen und was wir
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glauben sollen, uns durch sich selbst
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bekennen. Die Vernunft ist also hier die
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Sonne. Es gibt nichts, was der
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menschliche Geist nicht beleuchten und
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verstehen kann. Im Sturm und Drang gilt
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dann der Primat, heißt es wohl des
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Gefühls. Ja, Primatus, der Primat. Ich
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fühle, also bin ich, könnte man sagen,
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die Vernunft wird als einengendes
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Gefängnis erlebt, dass die lebendige
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Energie des Menschen erstickt. Wer kennt
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das nicht, dass so etwas passieren kann?
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Wieder unsere Stifte hier kommen wir.
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Okay. So. Äh man vertraut dem Instinkt
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und dem Drang, der aus einem selbst
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herauskommt. Hintergrund: Wenn die
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Gesellschaft erstarrt ist, hilft kein
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langes Nachdenken mehr, wie in der
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Aufklärung. Es braucht den impulsiven
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Impuls, den aus den impulsiven Ausbruch,
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um verkrustete
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eingerostete Strukturen zu sprengen. Und
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da ein wunderbares Zitat von Göte an
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Schwager Kronos. Spute dich Kronos fort
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den rasselnden Trott. Berg ab gleitet
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der Weg. Ekle schwindeln zögert mir vor
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die Stirne dein Zaudern und dies fort
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den rasselnden Trott heißt keine Zeit
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für rationale Analyse. Das Leben ist
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eine wilde Pfahrt, die man spüren muss
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und am Ende landet er in der Unterwelt
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und er geht davon aus, dass wenn er da
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ankommt, dann erheben sich die Götter
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der Unterwelt von den Sitzen und
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begrüßen ihn als gleichrangigen. Das ist
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Sturm und Drang.
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Die Weimaraer Klassik dann Ausgleich,
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Harmonie, weder kalte Vernunft noch
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wildes Gefühl allein führen zum Ziel.
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Der ideale Mensch, nämlich die schöne
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Seele bringt beides in Einklag Klang.
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Man sucht das Gesetzmäßige und das
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Bleibende. und Hintergrund nach den
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Exzessen des Gefühls, also den
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Rauschaften Varianten des Gefühls und
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auch der Gewalt, die man in der
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Revolution äh in Frankreich erlebt
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hatte, war die Suche nach einem Maß,
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einer richtigen Einordnung die einzige
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Überlebensstrategie für eine
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zivilisierte Gesellschaft und darum
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bemühte man sich und Schiller dann in
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die Worte des Glaubens und die Tugend,
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sie ist kein Lehrer Schall. Der Mensch
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kann sie üben im Leben und wenn er auch
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türkisch gefällt überall, er kann nach
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dem Göttlichen streben. Das ist
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eigentlich Klassik pur. Nach dem
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göttlichen Streben, das ist diese
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bewusste geistige Anstrengung, die sich
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über das bloß triebhafte, wozu die
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Gefühle uns veranlassen, erhebt, ohne
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die Menschlichkeit zu verlieren. Und das
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entspricht eben auch dem, was Göte in
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das Göttliche dann sagt: "Edel sei der
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Mensch, hilfreich und gut." und Schiller
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fügt ihm hinzu. Und man muss auch äh das
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Triebhafte in einem, das muss man
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überwinden. Und in der Romantik dagegen
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wendet man sich dem Irrationalen zu. Die
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Welt wird wieder entgrenzt, aus den
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Grenzen herausgelöst. Die Vernunft gilt
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als oberflächlich. Die wahre Erkenntnis
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liegt im Traum, im Unbewussten, in der
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Nacht und im Märchenhaften Hintergrund.
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Da die reale Welt durch Wissenschaft und
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frühe Industrie immer nüchter und eben
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auch grauer wird, braucht der Mensch die
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Fantasie als existentiellen Notausgang.
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Und von Novales gibt es dieses
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wunderbare Gedicht, wenn nicht mehr
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Zahlen und Figuren, dann sehe
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geometrische Figuren, so soll das
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aussehen wie ein Quadrat, wie ein Kreis.
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Wenn das nicht mehr Schlüssel aller
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Kreaturen ist und man in Märchen und
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Gedichten erkennt die wahren
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Weltgeschichten, dann fliegt vor einem
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geheimen Wort das ganze verkehrte Wesen
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fort. Das wie bei Eichendorf, man muss
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nur ein geheimes Wort kennen, dann
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öffnet sich das Ding und fängt an zu
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singen oder hier eben ähm dann ist das
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ganze verkehrte Wesen weg.
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nicht die Zahlen erklären die Welt,
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sondern die Poesie, die Ratio, die
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Vernunft ist hier das verkehrte Wesen.
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Und das ist sicherlich etwas, was wir
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auch in unserer Zeit der KI und der
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zunehmenden Verdatung von allem im Auge
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behalten könnten. Ja, kommen wir jetzt
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zum letzten Aspekt. Das ist das Ziel,
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was die jeweilige Epoche verfolgt, das
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Ideal und was auch im Gedicht auftauchen
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kann. In der Aufklärung ist das
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Mündigkeit. Mündigkeit verantwortlich
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handeln als erwachsener Mensch und man
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lässt sich nicht mehr von Vorurteilen
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oder auch von Tyrannen leiten, sondern
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nimmt sein Leben durch Wissen selbst in
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die Hand. Hintergrund ist die Befreiung
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aus der geistigen Knechtschaft wie im
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Mittelalter, ne, wo die Kirche alles
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bestimmt hat. Wissen war damals
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buchstäcklich macht, die Macht sich
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selbst zu befreien. Und Emanuel Kant,
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ne, es war kein Gedicht jetzt. habe Mut,
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dich deines eigenen Verstandes zu
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bedienen. Und bei Lessing heißt das
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dann, dass mancher erst im Alter klug
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und mancher niemals wird. Das Ziel ist
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also die Klugheit als Lebensaufgabe.
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Stum und Drang, das Ziel, die
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Selbstverwirklichung.
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Das Ziel ist nicht die Vernunft, auch
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nicht die totale Authentizität. Also man
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selbst sein, man will ein ganzes sein.
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Nein, nicht sondern natürlich hat mich
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schon gewundert eben hier, ne? Natürlich
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die totale Authentizität, das
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Selbstsein. Man will ein ganzes Sein,
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ein Wesen, das seine innere Kraft, das
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Genie, ungefiltert auslebt. Hintergrund:
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Man braucht ein Ventil für die
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aufgestaute Energie einer Generation,
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die sich in alten Strukturen wie Kirche,
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Staat, Familie regelrecht erstickt
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fühlte und Prometeus steht dafür: "Ich
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kenne nichts Ärmeres unter der Sonne als
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euch Götter. ich dich ehren Zeus, wofür
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und dann zählt er auf, was er selbst
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alles geschaffen hat und erreicht hat.
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Das Ideal ist bei ihm die völlige
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Autonomie. Ich brauche niemanden über
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mir, um selbst zu sein.
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Das sieht natürlich in der Weimerer
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Klassik dann anders aus. Da geht's ja,
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wie wir wissen, um Harmonie und
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Humanität. Ideal ist der ganze Mensch äh
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aber auf eine andere Art und Weise als
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im Sturm und Drang, nämlich ein
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Gleichgewicht von Pflicht und Neigung,
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das hat Schilla vor allen Dingen
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entwickelt, von Verstand und Gefühl, von
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Natur und Geist. Und das antike
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Griechenland dient als leuchtendes
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Vorbild, wobei man da ein bisschen
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vorsichtig sein muss. Das war eher ein
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Griechenland, was die Klassiker sich da
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selbst auch zurecht gedacht haben. Und
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Goth war ganz erschrocken, als er zum
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ersten Mal einen richtigen griechischen
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Tempel in Süditalien sah. Äh schnell
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wieder umgedreht, ab nach Hause und dann
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in seinem Haus hat er dann die schönen
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Dinge. Schön weiß übrigens in Marmor.
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Ja, inzwischen wissen wir, dass der
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Marmor bemalt war bei den alten
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Griechen. Darauf kommt es gar nicht an.
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Sie hatten eine Vorstellung vom alten
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Griechenland und in dem haben sie gelebt
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und aus dem heraus haben sie ihre Ideen
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entwickelt. Hintergrund: Chaos der
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Revolution. Man sieht also hier, dass
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Dinge wiederholt angesprochen werden
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unter verschiedenen Aspekten. Ähm, das
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hat den großen Vorteil, dass sich das
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tief einprägt, wenn man das einzeln
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durchgeht und hinterher sieht, ja, das
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ist doch genau wie es schon bei einer
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anderen äh Geschichte hier entwickelt
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wurde. Man sucht nach einem Modell für
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eine friedliche gebildete Gesellschaft,
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in der jeder einzelne an seiner inneren
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Schönheit arbeiten kann, die schöne
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Seele. und schiller dann die Worte des
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Wahns ist nicht draußen. Da sucht es der
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Tor, der dumme Mensch. Es ist in dir, du
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bringst es ewig hervor. Das Ideal der
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Vollkommenheit liegt also im Inneren des
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Menschen als Ergebnis, aber von Bildung
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und Veredelung. Das haben wir auch oft
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schon genug jetzt gehört und wir sind ja
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auch gleich fertig.
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Und ähm das Ziel der Romantik ist dann
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die Universalpoesie.
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Das heißt, alles eigentlich soll Poesie
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werden. Ziel ist die Aufhebung aller
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Grenzen, die Trennung zwischen Kunst und
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Leben. Das ganze Leben soll zu einem
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Kunstwerk werden. Es gibt äh eine
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berühmte Biografie von Göte, der nun
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kein Romantiker war, aber Franski, der
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Verfasser, hat das sehr gut ausgedrückt,
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das Leben als Kunstwerk. Man sieht also,
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dass Gote zwar die Romantiker nicht
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mochte, aber ein bisschen romantisch
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auch war. Traum und Wirklichkeit sollen
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zusammenkommen. Mensch und Natur soll
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verschwinden. Alles soll poetisiert
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werden, zu Poesie, zu Kunst verwandelt
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werden. Hintergrund, da die Welt immer
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mehr in Spezialwissen und Arbeitsteilung
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zerfiel, war die Romantik der Versuch,
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die Welt wieder als ein magisches Ganzes
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zu begreifen. Man sieht an all diesen
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Dingen, dass diese verschiedenen
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Angebote, die die Epochen machen, heute
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deswegen nicht überholt sind. Ja, jeder
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kann sich aus diesem Schatz da etwas für
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sich heraus
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holen und sagen, ich möchte lieber sein
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wie die Romantiker, wie die Stürmer und
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Dränger. Das kann sich im Leben ja auch
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dann entwickeln und verändern. Und
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Novalis in seinen Fragmenten: "Die Welt
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muss romantisiert werden." So findet man
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den ursprünglichen Sinn wieder, indem
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ich dem gemeinen, dem einfachen, einen
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hohen Sinn, dem gewöhnlichen, dem, was
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immer da ist, ein geheimnisvolles
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Ansehen gebe, dann romantisiere ich es.
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Das Ziel ist nicht mehr, die Welt zu
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verstehen, wie in der Aufklärung oder
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sie zu ordnen, wie in der Klassik,
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sondern sie zu verzaubern. kann jeder
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mal ausprobieren und das kann durchaus
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funktionieren, dass man sich etwas
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anguckt und dann das Gefühl hat, das
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verändert sich dabei und verzaubert sich
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möglicherweise auch. Wie wir jetzt schon
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gesagt haben, ist das hier die Seite,
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auf der wir das alles ablegen. Dort auch
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Korrekturen, eventuell Ergänzungen,
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Beantwortung, Fragen und vor allen
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Dingen natürlich auch dann genauere
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Hinweise und dort werden wir natürlich
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im Laufe der Zeit auch die Zitate dann
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richtig stellen, die zwar wunderbar
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gezeigt haben, wie die einzelne Epoche
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daran sichtbar wird, aber nicht
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unbedingt stimmt. Das kann schon mal
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durchaus sein. Und hier oben kommt
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nachher ein Button hin, der also dann zu
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der Webseite führt. Wir hoffen, dass das
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jetzt hilfreich war, wenn es darum geht,
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das nächste Gedicht jetzt in einer
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Klausur oder mündlichen Prüfung
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einzuordnen. Wir wünschen auf jeden Fall
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viel Erfolg. M.
