T1: "Heimsuchung" - "Erinnerungskultur" - Vorbereitung einer Stellungnahme/Erörterung - methodisch
Dec 9, 2025
Wir zeigen hier, wie man sich methodisch auf eine Klausur vorbereiten kann, in der es um die folgende Frage geht: Inwiefern und inwieweit leistet der Roman einen Beitrag zur Erinnerungskultur.
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In diesem Video: Klärung der Situation und der Herausforderung
Außerdem kritische Betrachtung einer Standard-Antwort auf die Frage, was Erinnerungskultur eigentlich ist und welche Bedeutung sie hat.
Die Dokumentation ist hier zu finden:
https://textaussage.de/video-vorbereitung-einer-klausur-zum-thema-erinnerungskultur-im-roman-heimsuchung
Und hier das Video, Teil 2
https://youtu.be/1RyECoqK1vI
Und hier die Kapitelübersicht:
00:01 – Einführung: Klausurvorbereitung Heimsuchung
00:18 – Begriff Erinnerungskultur: erster Überblick
00:27 – Methodik: Voraussetzungen & Unterrichtsergebnisse
01:11 – Rolle des unbekannten Sachtexts in der Klausur
01:29 – Das Igel-Prinzip für die Stellungnahme
02:01 – Ablauf der Klausur: Analyse und Stellungnahme
02:21 – Leitfrage: Beitrag des Romans zur Erinnerungskultur
02:45 – Klärung des Begriffs Erinnerungskultur (Teil 1)
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Heute haben wir mal wieder etwas
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Besonderes vor. Es geht um
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Klausurvorbereitung
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und zwar um den Roman Heimsuchung,
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der ja im Abiturbereich eine große Rolle
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spielt in einigen Bundesländern und
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speziell um den Aspekt der
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Erinnerungskultur.
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Wir werden dann auch gleich natürlich
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erstmal klären, was hat es mit diesem
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Begriff überhaupt auf sich und außerdem
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gehen wir ganz kurz auf die Methodik
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ein, auf die Frage, wie kann man das
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denn im zweiten Teil einer Klausur dann
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darstellen, wenn man im ersten Teil der
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Klausur einen Sachtext ausgewertet hat
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und wir nehmen dafür eben eine
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Definition von Erinnerungskultur.
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Kommen wir jetzt zum nächsten Punkt. Man
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sieht also einmal hier unten links, das
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sind die Voraussetzungen, die jeder für
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sich natürlich beachten muss. Welche
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Voraussetzungen gibt es inhaltlich
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und welche Unterrichtsergebnisse gibt es
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methodisch? Das heißt, in diesem Falle,
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wie wird eine Erörterung, eine
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Stellungnahme aufgebaut?
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Kommen wir zum nächsten Aspekt. Hier
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in der Klausur wird es einen Sachtext
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wohl geben, indem jemand eine bestimmte
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Position einnimmt zu der Themafrage, wie
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sieht das aus mit der Erinnerungskultur
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im Romanheim? Wie wichtig ist die
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Erinnerungskultur? Was leistet der
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Roman? Der Text ist natürlich unbekannt,
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sonst wäre es keine Klausur. Deshalb
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greift hier unser Egelprinzip. Wer
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unsere Videos kennt, weiß, was wir damit
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meinen. Am Igel gefällt uns, ne, dass
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nicht, dass er Stacheln hat, aber dass
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die Stacheln ihn davor schützen, in
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Schwierigkeiten zu geraten. Und dieses
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wehrhafte Tier ist eben bereit für alle
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Aspekte und Argumente und das wollen wir
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eben auch hier zur Verfügung stellen im
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zweiten Video und das werden wir auf der
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Video auf der Webseite auch
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unterbringen, wo man jetzt auch Video 1
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die Dokumentation schon finden kann.
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So, Ziel der Klausur hatten wir schon
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gesagt, wiederholen wir noch mal ganz
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kurz. Man bekommt einen Sachtext zu dem
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Thema, den muss man analysieren. Das ist
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ein eigenes Thema, das wir hier
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ausklammern
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und dann soll man einen Stellung nehmen.
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Wichtig ist dabei zum Text
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wahrscheinlich und dann auch zum Thema.
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So ist das meistens ja zu unterscheiden.
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Und das Thema lautet eben inwiefern und
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inwie weit leistet der Roman einen
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Beitrag zur Erinnerungskultur und
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inwiefern heißt, wie kann man überhaupt
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auf so ein Gedanken kommen und inwi weit
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ist dann die Frage ja und wie viel
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leistet er denn nun, ne, bei diesem
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gemeinsamen Zusammenhang, den der Roman
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hat mit Erinnerungskultur
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und äh Teil 1 ist dann die Klärung des
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Begriffs hier gleich für uns. Das machen
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wir noch in diesem Video. Da nutzen wir
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zehn Quellen, die Notebook LM von Google
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für uns ausgewertet hat. Das ist eine
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sinnvolle Möglichkeit immer, um einfach
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in die Sache reinzukommen. Nordburg LM
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wertet das auch ziemlich gut aus. Man
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kann Fragen stellen und so weiter, aber
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wichtig ist natürlich, dass man damit
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dann selbständig umgeht, wie wir dann
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vor allen Dingen gleich schon zeigen
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werden. Und im Video 2. Dann noch ganz
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kurz einen Hinweis zur methodischen
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Vorbereitung der Erörterung. Das ist für
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alle wichtig. die noch ausreichend lange
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vor der Klausur stehen, denn das sollten
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Sie mit ihrem ihrer Lehrkraft mal
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besprechen. In diesem Falle könnte es
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sein, dass so acht Pro und acht
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Kontraargumente verlangt werden. Und
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jetzt kommt was entscheidendes. Wir
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halten überhaupt nichts davon, diese Pro
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und Kontraargumente wie in der Klasse 8
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da irgendwie aufzulisten nach einem
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Sanduhrmodell oder irgendowas ähnlichem
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und dann zählt man die durch und am Ende
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hat man dann 5 plus 3 minus und so
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weiter erledigt. Das ist natürlich nicht
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besonders hilfreich, denn jedes Argument
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ist nur so viel wert, wie es nicht durch
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Gegenargumente oder Lösungsidee
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verstärkt oder eingeschränkt wird.
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Natürlich nur mit einem N hier. Das
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heißt also, die Argumente selbst haben
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ihren Wert, aber der Wert hängt ab, ob
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es das so ein Gegenargument gibt oder
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für das Problem, was angesprochen wird,
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gibt es auch einen Lösungshinweis.
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Das ist die Realität des Lebens und
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nicht das, was leider manchmal zu eng in
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der Schule gemacht wird. Das kann
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natürlich eine gute Voraussetzung sein,
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aber wir werden versuchen die Pro und
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Kontraargumente dann eben den Aspekten
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zuzuordnen.
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Kommen wir zum Schlussteil des ersten
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Videos. Hier links haben wir das
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aufgelistet und ein bisschen
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durchnummeriert, was Notebook LM
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präsentiert hat. Und hier rechts
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natürlich wie immer bei uns in der Farbe
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blau haben wir dann das, was wir da
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rausziehen. Dann schauen wir uns die
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Sachen mal im Einzelnen an. Die
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Erinnerungskultur bezeichnet den
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gesamten Umgang einer Gesellschaft und
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eines Einzelnen mit ihrer Vergangenheit
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und Geschichte.
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Sie dient als Oberbegriff für alle
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bewussten Formen der Erinnerung. Seien
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sie ästhetischer, z.B. einem Roman,
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politischer, z.B. in der
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Parlamentsabstimmung oder kognitiver
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Natur, etwa in einer Diskussion zwischen
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Wissenschaftlern und anderen Leuten, die
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Ahnung haben?
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Entscheidend ist dabei die Aneignung der
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Vergangenheit für gegenwärtige Zwecke.
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Das ist ja die Funktion von Geschichte
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eigentlich, dass man sie kennt und sie
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verwendet, um in der Gegenwart möglichst
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gute Entscheidungen fällen zu können
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oder zumindest zu wissen, womit man
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rechnen kann. Es geht vor allen Dingen
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auch um die Formung einer historisch
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begründeten Identität, denn das muss
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jedem klar sein, dass ein Mensch, sobald
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er einige Zeit auf der Erde verbracht
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hat, besteht er aus dem, was die Natur
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und die Genetik mitgegeben hat und dem,
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was er an Erfahrungen gesammelt hat und
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daraus entsteht Identität und das kann
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auch eine ganze Gesellschaft haben, die
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dann eben entsprechend ihre eigene
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Geschichte sich anschaut, aber
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gegebenfalls natürlich auch ein bisschen
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geformt, so wie man als Mensch dazu
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neigt, die Vergangenheit sich etwas
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schön zu reden. Schauen wir uns jetzt
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mal an, was wir daraus machen. Also, es
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gibt zwei Dinge, die äh wichtig sind bei
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der Erinnerungskultur. Einmal die breite
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gesellschaftliche Bedeutung, wie wir als
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Gesellschaft, das Einzel haben wir eben
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schon gesagt, ne, wie wir damit umgehen,
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wie wir es nutzen. Jetzt in der Schule
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hat sich eine gewisse Fokussierung
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ergeben und zwar mit der soanen Schoa.
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Das ist ja nichts anderes als ein
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Begriff eben auch für den Holocaust. Die
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Unterschiede kann man sich selbst mal
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anschauen, worin die bestehen. Und
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darauf konzentrieren sich die Punkte 4
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bis 6 sehr scharf. Darauf kommen wir
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gleich. Aber Vorsicht, diese Definition,
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die Definition gleich eröffnet aber auch
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Spielräume, die über diese Engführung
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hinausgehen und genutzt werden können.
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Auf gut Deutsch, auch wieder nur mit
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einem N, wenn es geht hier so. Auf gut
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Deutsch heißt das die Shor der Holocaust
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ist ein wichtiger Teil der deutschen
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Geschichte. Ganz unbestritten. Das kann
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akzeptiert werden, muss auch akzeptiert
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werden. Aber das ist nicht die gesamte
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Erinnerungskultur. merken ja die Leute
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aus der ehemaligen DDR, die jetzt zum
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Teil enttäuscht sind darüber, wenn sie
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feststellen, dass von ihrer
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Vergangenheit nicht viel aufgenommen
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worden ist in die gemeinsame
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Vergangenheit des Deutschlands von heute
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z.B. und viele andere Dinge spielen da
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auch noch eine Rolle, die mit dem
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Holocaust direkt überhaupt nichts zu tun
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äh haben. Da geht's auch um die
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Beziehungen zwischen unserem Land und
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anderen Ländern z.B. spielt das spielt
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alles seine Rolle, also Spielräume. Also
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diese Definition, wir gleich sehen
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werden, verhindert kein eigenständiges
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darüber hinausgehendes Denken, aber
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Vorsicht. Alles was über das hinausgeht,
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was im Unterricht besprochen worden ist
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und was so zum Mainstream gehört, zum
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allgemeinen Denken, zum Paradigma, wie
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man das auch nennt, das muss man, wenn
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man dazu bereit und fähig ist, deutlich
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machen und begründen.
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Gucken uns das jetzt mal an.
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Im Kontext, nehmen wir die Farbe wieder
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hier. So, im Kontextrom des Romans
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Heimsuchung dient die Erinnerungs primär
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dazu, historische Ereignisse wie den
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Holocaust in das kulturelle Gedächtnis
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Deutschlands einzuschreiben. Ganz
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wichtig, wie den Holocaust. Es ist nicht
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allein der Holocaust. So, schauen wir
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weiter. Der Roman präsentiert die
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Geschichte eines Grundstücks als Haus
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der deutschen Geschichte. Na ja, da muss
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man schon sehr zurückhaltend sein. Da
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machen wir mal ein Fragezeichen.
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Das ist aber ein sehr enges Haus der
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deutschen Geschichte. Wer im zweiten
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Video genauer ausführen und fokussiert
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einen Zeitraum vom Wilhelminismus, also
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nach Bismarck bis zum Ersten Weltkrieg
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bis zur Nachwendezeit, also so etwa nach
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1990.
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Und besonders die Themen natürlich jetzt
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kommt's wieder Nationalsozialismus, Exil
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und Schoa werden dabei hervorgeheben
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hervorgehoben. Aber es ist ganz klar,
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das ist nicht der ganze Bereich der
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Erinnerung und das wird ja eigentlich
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zumindest angedeutet und darauf kann man
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sich berufen.
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Das Wort Heimsuchung selbst reflektiert
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die doppelte Natur der Erinnerung, indem
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es sowohl die Suche nach Heimat als auch
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die Heimgesuchten mit ihren
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traumatischen Erinnerungen beschreibt.
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Also Heimsuchung ist wirklich ein sehr
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schöner Begriff. Man sucht ein Heim,
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aber eigentlich ist eine Heimsuchung
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das, was einem passieren kann, wenn
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gewissermaßen etwas ins eigene
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Heimbricht.
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Und das werden wir uns jetzt im zweiten
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Video genauer anschauen. Und dafür sind
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wir jetzt ja bereit. Und hier unten
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schon mal der Hinweis darauf. Das ist
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die Webseite, die wir entsprechend auch
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bei den Infos zum Video unterbringen und
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dort lohnt es sich auf jeden Fall
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nachzuschauen, weil man da noch genauer
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auf viele Dinge eingehen kann und es
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auch die Sprungziele gibt direkt in
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dieses Video hinein. Wir hoffen, dass
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wir hier schon mal eine erste Klärung
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bringen konnten und wenden uns jetzt dem
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zweiten Video zu. M.
