Watzlawick plus: Warum "Du widersprichst dir selbst" ergänzt werden muss: "was wird xy dazu sagen?"
Jan 16, 2026
Typisch Bushaltestelle: Man hat etwas Zeit und lässt sich dann von Profi Freistein kurz den Inhalt und die Aussagen des Textes erklären - dabei fallen sogar noch sprachliche Mittel ab - und ein paar eigene Ideen.
Gut als Erweiterung des Kommunikationsmodell verwendbar und natürlich für die Analyse von Kommunikationssituationen.
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Dokumentation
https://textaussage.de/watzlawick-und-die-erweiterung-des-ursache-wirkung-axioms
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Ja, es ist mal wieder soweit, ne? Der
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Bus ist weg. Unser Profi Freistein sitzt
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da auf der Bank und guckt hinterher und
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er hat einen Schüler und eine Schülerin
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hier gefunden, die ebenfalls den Bus
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verpasst haben und dann stellt sich ein
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Besprech heraus, sie haben ein Problem.
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Und zwar müssen Sie einen Text ä
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vorstellen, den Sie als Hausaufgabe
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bekommen haben. Da geht es um Watzlewig,
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einen berühmten Forscher, der Axiome,
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also grundsätzliche Feststellungen zur
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Kommunikation ähm veröffentlicht hat.
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Und da gibt es ein Axiom, da geht es um
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Ursache und Wirkung in der Kommunikation
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und das soll angeblich erweitert werden
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um eine Lebenswelt, Geschichte, Kultur.
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Na ja, interessant. Und wir schauen mal,
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was dabei herauskommt, wenn dieser gute
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Freistein das den beiden erklärt. Ja,
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das ist hier der Text. Wer Lust hat,
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falsche Farbe. So, wer Lust hat, kann
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sich das selbst mal anschauen. Entweder
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hier Pausentaste drücken oder eben auf
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die Website gehen, die wir nachher
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vorstellen werden. Wer das sich jetzt
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hier präsentiert äh vorstellen lassen
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möchte, der kann jetzt hier auf uns
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achten. Wir haben das natürlich ein
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bisschen vorbereitet hier, sonst würde
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das zu lange dauern. Und zwar ist hier
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links der Text und wir haben das so
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gemacht, dass wir jeweils ähm in dieser
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Farbe hier äh wichtige Dinge markiert
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haben, äh um überhaupt zu begreifen,
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worum geht es, ne? Es geht darum, dass
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Waslavig revolutioniert hat
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und äh dass er uns auch klar gemacht
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hat, es geht um Gestaltung von
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Beziehungen und nicht nur um
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Textaustausch oder so etwas. Und dann
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stellen wir fest, aha, das sind jetzt
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die Dinge, die wir jetzt mal abhaken.
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Was sagt ist wichtig, soll das heißen,
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aber man muss ihn erweitern. Kommen wir
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dann zum nächsten Abschnitt, ne? Denn äh
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wer das nur als Interpunktion von
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Ereignis folgen, das heißt also hat
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jemand am Anfang gesagt, ja, ich möchte
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doch hinterher möchte dann doch nicht
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mehr und so weiter, darauf kann man
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aufmerksam gemacht werden oder man
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verweist darauf, was was glaubst einfach
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deine Mutter oder dein Vater dazu meinen
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bei dem, was du hier jetzt gerade sagst.
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Das ist diese klassische Interpretation,
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die beschränkt das auf das Gespräch
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selbst und äh das ja das
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Engelverständnis hier. Und wir stellen
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fest, Kommunikation beginnt lange vor
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dem ersten Wort und endet lange nach dem
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letzten Wort. Und dann kann man hier
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auch gleich, also Ausweitung in Richtung
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davor und danach. Und dann haben wir 3a
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hier. Blau markiert schon sprachliche
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Mittel. Wir sind keine unbeschriebenen
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Blätter, wenn wir uns treffen und ein
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Gespräch beginnen. Wir tragen die Echos
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früherer Konflikte, ne? der hat mich
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gestern geärgert. Da sieht das anders
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aus, wenn ich ihn am nächsten Tag
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treffe, als ob man gemeinsam einen
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schönen Abend verbracht äfolge
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dabei gehen, aber auch Verletzungen
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natürlich, die nachwirken. Das sind also
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hier die sprachlichen Mittel. Und äh
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dann der Hinweis darauf, es gibt so eine
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Art unsichtbares Publikum, die Angst vor
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dem sozialen Gesichtsverlust oder das
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Streben nach Bestätigung. Ja, wer den
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anderen äh widerspricht und schell sich
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raus dummes Zeug, was man gesagt hat.
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Das ist ja unangenehm. Das sind diese
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Ängste hier, die es gibt und man hat
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auch Interessen. Man möchte bei dem
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anderen gut ankommen, in seine Gruppe
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aufgenommen werden, z.B. oder etwas
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ähnliches.
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So, und hier ist jetzt ein Philosoph
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interessant, Edmund Hussell. äh der hat
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nämlich die Idee der Lebenswelt hier in
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die Philosophie eingebracht und gemeint
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damit ist äh wir schleppen nicht nur
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unsere Gegenwart mit uns rum, sondern
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alles, was wir bisher erlebt haben, was
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wir gesehen haben, unsere Erfahrungen
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und so weiter, das spielt alles eine
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Rolle und das muss eigentlich bei der
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Kommunikation berücksichtigt werden.
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Jetzt kann ich mal sagen, ja,
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Kurzgeschichte, ich weiß doch nichts
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darüber, aber man stellt dann plötzlich
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fest, dass
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jemand eine schlechte Meinung z.B. hat
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über ältere Leute vielleicht z. z.B.
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oder ein Problem mit seinem Vater, mit
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seiner Mutter hat oder so etwas, ne? Äh,
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das ist die Lebenswelterweiterung,
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soweit das eben in dem Text der
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Kurzgeschichte z.B. dann sichtbar äh
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wird
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so und äh er sagt eben dann, wenn man
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das nicht berücksichtigt, wenn man sich
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wundert, äh man unterhält sie mit zwei
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Leuten und der eine ist voll dagegen,
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der andere oh, begeistert und so weiter,
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das kann unterschiedliche
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Lebenswelterfahrungen haben. So, das
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heißt also, die gesamte Lebenswelt
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spielt da eine Rolle und wer das nicht
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berücksichtigt, der versteht den anderen
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nicht sonder und denkt, der eine ist
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bescheuert und der andere ist mein
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Freund oder so etwas. Man muss natürlich
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auch sehen, warum sind die so? Dann wird
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das noch mal äh erweitert. echt nur so
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echte Verständigung haben wir gesagt.
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Die Erweiterung 2 ist dann sind die
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kulturellen Voraussetzungen. Das ist
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natürlich seit 20, 30 Jahren in unserem
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Land viel wichtiger noch äh geworden,
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weil äh natürlich auch hier durch die
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Migration und ähnliche Dinge haben wir
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andere Kulturen bei uns, auf die wir ähm
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Rücksicht nehmen sollten, wenn wir das
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beurteilen, was sie sagen und wenn wir
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versuchen sie zu erreichen. Früher gab's
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das auch schon in den 50er Jahren mein
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wegen nach dem Zweiten Weltkrieg gab es
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große Auseinandersetzungen bei uns
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zwischen Sozialdemokraten und CDU z.B.
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wenn man in einem Dorf dann zusammen
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war, hat man automatisch Rücksicht auch
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darauf nehmen müssen. Auch das sind
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durchaus kulturelle Voraussetzung heute.
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Der eine ist Freund des Fußballvereins
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und andere mag einen anderen lieber
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auch. Das sind kulturelle
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Voraussetzungen. Auch hier wieder ein
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schönes sprachliches Mittel, die
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gelehenen Werkzeuge, die man hat. Und
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dann natürlich auch hier sind noch
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schöner jetzt hier. Hier sind Teil eines
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größeren Stroms, mächtige Strömung in
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der Tradition. Das heißt also dieses
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Bild wird hier auch weiterentwickelt.
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Halten wir also fest. Da merkt man
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sofort, wenn man eine Klausur wenig Zeit
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hat, dann konzentriert man sich darauf.
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Dann hat man nämlich den Kern.
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Es reicht nicht, wenn wir das
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Sängerempfängermodell,
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was man als erstes ja kennenlernt bei
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der Kommunikation, dann nur noch auf
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Watzlerwig eingeht, so wie er
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normalerweise dargestellt wird äh
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innerhalb des Gesprächs. Ja, das reicht
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also nicht, sondern man muss das
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erweitern, um die Frage, welche
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persönlichen Erfahrungen Lebenswelt
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spielen bei den Sprechern eine Rolle
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oder vielleicht sogar welchen
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kulturellen Hintergrund hat er? Und erst
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dann, wenn wir eben die Lebenswelt
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berücksichtigen und auch den kulturellen
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Hintergrund, dann verstehen wir die
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Kommunikation zwischen Menschen in allen
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Dimensionen, also innerhalb des Textes,
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Lebenswelt, Kultur und damit auch Sie
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selbst.
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Da haben wir natürlich indirekt
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entsprechend auch, da haben wir
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interkulturell aufgeschrieben. Dann hier
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oben noch eine Kleinigkeit, da war die
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Rede hier von Kreisläufen hier. Da haben
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wir diese Verbindungslinie. Und da ähm
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hatten wir uns ein bisschen beschäftigt
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mit Hermenutik, ne? Hermeneutik heißt ja
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immer äh ich gehe in ein Gespräch rein
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und habe dann ein erstes Verständnis.
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Das erweitert sich aber dann, das heißt
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also man kehrt zu den einzelnen Punkten
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wieder zurück hier wie in einer Spirale.
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Aber letztlich kommt man natürlich auch
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weiter. Das sollte man also auch dabei
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berücksichtigen.
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Ja, wir hoffen, dass wir das hier gut
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klar machen konnten anhand dieses ähm
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Textes. Äh wie immer legen wir das hier
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unten ab auf dieser Seite, die man sogar
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lesen kann, aber das kommt auch
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natürlich in die Infos zum Video. Und
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wir werden hier oben auch dann noch
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einen Button einbauen, dass man den nur
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einfach anklicken muss und dort
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eventuell Korrekturen, Ergänzungen und
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die kommen vor allen Dingen, wenn man
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uns Fragen stellt und wir freuen uns
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darüber, denn dadurch werden wir auch
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vielleicht noch ein bisschen klüger. Wir
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wünschen auf jeden Fall viel Erfolg. M.
#Social Sciences
#Communications & Media Studies
