5-Minuten-Tipp: „Nathan der Weise“ – Lessings Dramentheorie (Mat6269)

Worum es hier geht:

  • Stellen wir uns vor:
    • Man hat nur noch wenig Zeit
    • und insgesamt viel vorzubereiten.
  • Dann ist man froh,
    • wenn man ein bestimmtes Teilthema zu einem literarischen Werk möglichst kompakt präsentiert bekommt
    • und zwar so, dass man es direkt für eine Klausur oder auch für eine mündliche Prüfung lernen kann.
    • Das bedeutet, dass es auf das Wesentliche konzentriert ist
    • und möglichst systematisch aufgebaut erscheint.
    • Das prägt sich dann nämlich besser ein.
KuSS: Was ist das Besondere an Lessings Dramentheorie

Kurz und systematisch und zum selbst-weiter-entwickeln“

  1. Bis zu Lessing herrschte in Deutschland eine Theaterauffassung, die sich an der Antike und den Vorgaben des Philosophen Aristoteles orientierte.
  2. Dazu gehörten einmal die sogenannten „drei Einheiten„: Man glaubte, eine Tragödie könne nur so richtig wirken, wenn das Geschehen sich ganz menschlich-normal präsentiert.
  3. Also: Nur eine Handlung, möglichst an einem Ort und an einem Tag.
  4. Ziel war die sogenannte „Katharsis„, d.h. eine Reinigung, Bewältigung von zwei Gefühlen.
    1. Mitleid: Man fühlt richtig mit bei dem, was auf der Bühne zu sehen ist. Dazu kommt
    2. Furcht im Sinne von Ehrfurcht vor den Göttern und dem Schicksal, verbunden mit der Bereitschaft, sich entsprechend verantwortlich zu verhalten.
  5. Dazu kam die sogenannte „Ständeklausel„: Man glaubte, wenn das Schicksal eine hochgestellte Persönlichkeit trifft, dann ergibt sich beim Zuschauer noch mehr
  6. Lessing wandte sich vor allem gegen Gottsched, der Dramen wollte, die nach einem klaren Schema auf diese Wirkung hin angelegt sind.
  7. Statt dessen entwickelte er das sogenannte „Bürgerliche Trauerspiel“ („Miss Sarah Simpson“ und „Emilia Galotti“). Dort traf das Schicksal ganz normale Menschen. In sie konnte man sich reinversetzen.
  8. Und Lessing glaubte weniger an Schrecken und Furcht, sondern auf das „auf uns selbst bezogene Mitleid„, wenn wir das Leiden anderer sehen. Nach dem Motto: „Könnte mir ja auch passieren.“
  9. Und er glaubte wirklich, wenn das so abläuft, dann verhalten wir uns automatisch moralischer.
  10. Das ist der typische Aufklärungs-Optimismus, der die Menschen auch nicht verändert, aber uns dafür zumindest schönere Theaterstücke präsentiert.

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