5-Minuten-Tipp: Dürrenmatts Dramentheorie (Mat4042)

Worum es hier geht:

Wir versuchen hier mal, ganz schnell und möglichst verständlich zu beschreiben, welche Vorstellung Dürrenmatt vom Theater hatte.

  1. 1955 hat Dürrenmatt sich ausführlich in seinem Werk „Theaterprobleme“ zu seinen Vorstellungen vom Theater geäußert.
  2. Wie Bertolt Brecht äußert er auch Kritik am traditionellen Theater. Dabei ging es zum einen um die sogenannten drei Einheiten  (Handlung, Zeit und Ort), vor allem aber die sogenannte „Katharsis“: Da wollte man am Beispiel eines Helden zeigen, wie er zu einem besseren Menschen wird.
  3. Anders als Brecht setzte Dürrenmatt aber nicht auf den sogenannten „Verfremdungseffekt“ (die Zuschauer sollen ständig aus der Bühnenillusion rausgerissen werden – z.B. durch Kommentare, eingebaute Lieder u.ä.).
  4. Vor allem wandte sich Dürrenmatt dagegen, wie Brecht letztlich auf klare Aussagen zu setzen.
  5. Dürrenmatt reagierte darauf mit der sogenannten „Tragikomödie“. Präsentiert werden also ganz normale Menschen, die eben durchaus komische Erlebnisse haben, wenn sie am Ende auch scheitern. Deutlich wird das vor allem an „Der Besuch der alten Dame“.
  6. Ein Mittel, das Dürrenmatt gerne verwendet, ist das „Groteske“. Dabei wird die Realität völlig übertrieben dargestellt. Zum Beispiel ist der Ort Güllen ja völlig abgeschnitten von einer korrigierenden Außenwelt. Damit wird die Klärung der Schuldfrage auf engstem Raum zusammengedrängt und damit umso deutlicher.
  7. Man kann sagen, dass Dürrenmatt sich mit dem Verzicht auf die Verkündung von Wahrheiten und der Präsentation auch des „Grotesken“ am Übergang steht zwischen Moderne und Postmoderne. Die ist ja gekennzeichnet durch eine gewisse Beliebigkeit – man kann alles machen – es kommt auf nichts an

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