Baustein: „Die deutsche Frage ab 1806“ (Mat8654-2)

Worum es hier geht:
  • Wir versuchen, auf kürzestmögliche Art und Weise eine Frage zu klären.
  • Dann hat man gleich etwas, was man entweder
    • in einer Klausur notieren kann
    • oder in einer mündlichen Prüfung „von sich geben“ kann.
  • Deshalb präsentieren wir die Antwort systematisch.

Wir teilen das auf in:

  1. diese Seite, die von den Anfängen bis 1815 reicht,
    https://schnell-durchblicken.de/baustein-die-deutsche-frage-bis-1815
  2. und diese Seite, die die weitere Entwicklung vor allem im 19. Jhdt., aber perspektivisch bis heute deutlich macht:
Die Entwicklung der „deutschen Frage“ ab 1806
  1. Unter der deutschen Frage versteht man im 19. Jhdt. das Problem, dass Deutschland seit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806 überhaupt kein Land mehr war.
  2. Stattdessen gab es nach dem Ende Napoleons nur den sogenannten „Deutschen Bund“ aus 39 Teilstaaten
  3. mit zwei Großmächten, die sich als Konkurrenten sahen (sog. „Dualismus“) von
    1. Österreich-Ungarn
    2. und Preußen
  4. Damit waren die Hoffnungen vieler Deutscher enttäuscht worden, die sie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon gehabt hatten.
  5. Im Jahre 1848 kam es dann zu einer Revolution, die für Deutschland
    1. die Einheit und
    2. die Freiheit im Sinne einer Verfassung hatte,
  6. Der Anfangsschwung der Revolution ging aber zu schnell verloren und die Fürsten erstarkten wieder.
  7. Zwar wurde eine Verfassung ausgearbeitet, aber der preußische König lehnte die ihm angebotene Kaiserkrone ab.
  8. Ab 1862 übernahm dann der neue preußische Ministerpräsident Bismarck die „Lösung“ der deutschen Frage mit „Blut und Eisen“.
  9. In drei Kriegen schuf er die Voraussetzung für eine Reichseinigung von oben, also durch einen Zusammenschluss der Fürsten.
    1. 1864 Krieg mit Österreich gegen Dänemark
    2. 1866 Krieg gegen Österreich
    3. 1870/71 Krieg gegen Frankreich
  10. Am Ende schien mit der Gründung des „Deutschen Kaiserreichs“ in Versailles (eine symbolische Geste, die aber auf Dauer eine französische Revanchepolitik befeuerte) die deutsche Frage gelöst. Aber:
    1. es war ein Fürstenbündnis mit schwacher Reichstags-Legislative
    2. mit zu wenig Berücksichtigung des Aspekts der „Freiheit“ (demokratische Verfassung)
    3. und Ausgrenzung zum Teil noch der Katholiken, dann der Polen in den Ostgebieten und später der Sozialdemokraten (Sozialistengesetz).
    4. Und das Reich hatte
      1. sich wie gesagt durch die Angliederung von Elsass-Lothringen die Dauerfeindschaft Frankreichs zugezogen
      2. und geriet durch seinen wirtschaftlichen Aufstieg immer mehr in Konkurrenz zum englischen Weltreich.
      3. Dazu kam, dass man nach Bismarcks Entlassung als Reichskanzler nicht mehr dessen russlandfreundliche Politik fortsetzte.
      4. Dies ermöglichte dann die Annäherung zwischen Russland und Frankreich, was schließlich mit zum verhängnisvollen Ausbruch des Ersten Weltkrieg es führte.
      5. Der wiederum führte zur Russischen Revolution
      6. zum Versailler Vertrag,
      7. der wiederum den Aufstieg Hitlers begünstige,
      8. was dann zum Zweiten Weltkrieg führte
      9. und der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches 1945,
      10. der Teilung Deutschlands und der Eingliederung der beiden Staaten in zwei gegensätzliche Militärbündnisse (NATO und Warschauer Pakt).
      11. 1990 kam es dank Gorbatschow zur Wiedervereinigung Deutschlands,
      12. die damit mögliche Friedensdividende wurde aber nicht lange genutzt, weil die USA sich als alleinigen Sieger des Kalten Krieges sahen und auf Dauer nicht bereit waren, Russland als Partner in eine große friedliche Allianz aufzunehmen.
        In der Zeitung „Der Tagesspiegel“ gibt es einen interessanten Artikel dazu, der folgende Passage enthält:
        „Im Jahr 1997 veröffentlichte er das Buch „Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ („The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives“, die deutsche Ausgabe erschien mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher 2001 im S. Fischer Verlag).“
        Beim Verfasser des genannten Buches handelt es sich immerhin um den ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter.
        https://www.tagesspiegel.de/politik/ohne-die-ukraine-ist-russland-keine-grossmacht-5419849.html

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