Henning Venske: „Eine schöne Beziehung“, Parallelen zu „Spaghetti für zwei“ (Mat1270)

Worum es hier geht:

Wir stellen hier eine Kurzgeschichte von Henning Venske vor,die sich Missverständnissen und Vorurteilen beschäftigt.

Zu finden ist sie u.a. hier.

Die Geschichte hat viele Gemeinsamkeiten mit der wohl bekannteren Kurzgeschichte „Spaghetti für zwei.“
Diese Geschichte haben wir hier vorgestellt:
https://textaussage.de/de-cesco-federica-spaghetti-fuer-zwei-inhaltsangabe-anregungen

Anmerkungen zu der Kurzgeschichte

  • Zu Beginn der Geschichte wird von einer Frau namens Grete Hehmke berichtet, die das kleine Dort in ihrer nordfriesischen Heimat in 50 Jahren nur ein einziges Mal verlassen hat.
  • Das war damals ihre Hochzeitsreise in den Harz. Sie erinnert sich aber nur an das ständige Regenwetter, das sie erlebt hat.
  • Dennoch ist, wie der Erzähler deutlich macht, Gretes „Lust zu leben“ ungebrochen – und sie ahnt sie zumindest, dass es noch eine größere Welt außerhalb ihres engen Lebenskreises gibt.
  • Nach dem Tode ihres Mannes fährt sie zunächst einmal in die nahe Kleinstadt, in der ihr vieles schon mal sehr ungewohnt vorkommt.
  • Als sie sich ein Essen in einem Kaufhaus gönnt, kommt es zu einer Situation, die man gut mit der Kurzgeschichte „Spaghetti für zwei“ vergleichen kann. Denn auch hier stellt die Hauptfigur den gefüllten Teller ab und muss sich noch das passende Besteck holen.
  • Anschließend sieht sie einen „Neger“, so heißt es in der Geschichte noch, der genau das isst, was sie sich besorgt und kurzzeitig abgestellt hat.
  • Es geht dann ähnlich weiter wie in der anderen Geschichte: Sie essen gemeinsam von dem einen Teller, sind auch freundlich zueinander, sprechen aber nicht miteinander.
  • Dann kommt eine kleine Änderung:
    • Der Farbige (so wollen wir ihn ab jetzt nennen) geht und Grete greift ängstlich nach ihrer Handtasche, die sie über den Stuhl gehängt hat.
    • Als sie die Handtasche nicht findet, denkt sie gleich an Diebstahl und läuft dem Farbigen hinterher. Dabei stößt sie an den Stuhl eines Nachbartisches, an dem ihre Handtasche hängt.
  • Wie in der anderen Geschichte auch ist hier jemand ein Opfer eines Missverständnisses und auch gewisser Vorurteile geworden. Im Unterschied zu „Spaghetti für zwei“ gibt es hier aber kein solches Happy End.

Was man mit der Geschichte anfangen kann:

  • Diese Geschichte ist in besonderer Weise geeignet, zu zeigen, was für Gedanken und vielleicht auch Verhaltensänderungen der Hauptperson anschließend durch den Kopf gehen.
  • Sie könnte zum Beispiel in der Stadt eine Freundin aus ihrem Dorf treffen, der sie das Erlebnis erzählt. Daraus kann dann ein interessantes Gespräch werden.
  • Außerdem könnte man auch über die besondere Situation dieser Frau sprechen. Zum Beispiel kann man darüber diskutieren, ob wir uns heute so ein langes Leben an einem einzigen Ort überhaupt vorstellen könnten.
  • Dann ist man schnell bei der Frage, wie viel Ort man in seinem Leben eigentlich braucht.
  • Spannend sind sicherlich auch Überlegungen, unter welchen Bedingungen diese Frau in ihrem Dorf zumindest hat zufrieden sein können.
  • Daraus wiederum ergibt sich schnell Frage, wie man heute vielleicht auf relativ engem Raum, zum Beispiel ohne Auslandsaufenthalte, glücklich sein kann.

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