Kurz-Tipp: Gedicht-Interpretation: Erst die Aussagen, dann die Mittel (Mat1874)

 

Schritt 1: „Wahrnehmung“ – die Dinger sehen
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  • Sprachliche Mittel= Abweichungen vom normalen Sprachgebrauch
    Es soll ja auffallen.

    • z.B. Vergleich = „wie die Löcher eines Siebes“
    • „drängend fassen / Häuser sich so dicht an“= Personifikation = menschliche Tätigkeiten werden auf Dinge übertragen.—
    • Rhetorische Mittel
      Mittel, die über das einzelne Wort hinausgehen. Das sind also „größere“ Mittel, wie sie vor allem von Rednern eingesetzt werden.
      Aber sie spielen natürlich auch in Gedichten eine Rolle.

      • z.B. Steigerung
        oder Gegensatz
        09: „dünn“ – „teilnimmt“
        und dagegen13: „Unberührt und ungeschaut“
        14: „Steht doch jeder fern“

Schritt 2: Verschriftlichung

  1. von den Aussagen ausgehen
  2. und dann die Mittel zuordnen.
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  1. Das Gedicht zeigt die Enge des Lebens in der Stadt.
    Das wird deutlich gemacht

    1. durch den Vergleich:
      Fenster: „wie Löcher eines Siebes“ (01)
    2. durch die Personifikation:
      „drängend fassen Häuser sich so dicht an“ (02/03)
    3. schließlich durch eine Metapher plus Vergleich„
      daß die Straßen / grau geschwollen wie Gewürgte stehn“ (03/04)
    4. die Metapher der „Fassaden“ (06) für die Leute in der Tram
    5. und die Metapher: „Begierde ineinander ragt“ (08)
  2. Dann ein erster Gegensatz: „wo die Blicke eng ausladen“ (07)
    d.h. es ist eng – und gleichzeitig ausladend, das führt dann zu dem „ineinander ragt“.
  3. Dann der große Gegensatz in den beiden Terzetten
    1. einerseits Enge/Nähe
      1. Vergleich: „Wände sind so dünn wie Haut“ (09)-> „Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine“ (10)
      2. Vergleich „Flüstern [… wie „Gegröhle“ (11)
    2. Andererseits Distanz/Ferne
      1. „Unberührt und ungeschaut“ (13) – Gegensatz zu 10
      2. „Steht doch jeder fern und fühlt: alleine“ (14)