Lessing, „Nathan der Weise“ – Akt 3 – Inhalt, Schlüsselzitate, Interpretation (Mat6305-akt3)

Worum es hier geht:

Hier gibt es einen Gesamtüberblick über den III. Akt von Lessings „Nathan der Weise“.

Gesamtüberblick als Schaubild

Hinweis auf die Einzeldarstellung der Szenen

Die Szenen werden auch einzeln vorgestellt – gut für Klausurübungen u.ä.
Die Übersicht findet sich auf der Nathan-Themenseite:
https://textaussage.de/nathan-der-weise-infos-materialien

Hinweis auf die Hörbuch-Darstellung von Akt III

Einfach auf die Ohren legen – auch unterwegs.

Und/oder zugleich in der eigenen Textausgabe mitlesen und ggf. markieren. Macht sich immer gut, wenn die Lehrkraft mal vorbeischaut 😉

https://schnell-durchblicken.de/lessing-nathan-akt-3-mp3-inhalt-zitate-bedeutung

Überblick über die Szenen des III. Aktes 
  1. In der ersten Szene
    1. sprechen Daja und Recha über den bevorstehenden Besuch des Tempelherren.
    2. In dem Zusammenhang geht es auch um die Zukunft Rechas.
    3.  Daja versucht vorsichtig, sie auf ein Leben als Christin in Europa vorzubereiten.
    4. Recha, die den Hintergrund dafür nicht kennt, sich ja immer noch als Tochter des Juden Nathan versteht, reagiert empört: Die angebotenen Blumen passten nicht zu dem Boden, auf dem sie stehe.
    5. Am Christentum findet Recha besonders gut die Ergebenheit in Gott. Die steht für sie höher als irgendwelche dogmatischen Fragen.
    6. Hier liegt sie ganz auf der Linie Nathans.
  2. In der zweiten Szene
    1. versucht Recha , sich in den Tempelherrn und dessen Wünsche hinein zu versetzen und verzichtet auf persönlichen Dank an ihn.
    2. Sie wählt sogar das Bild des Wassereimers, der beim Feuerlöschen ja auch keinen Dank verlangt, weil dahinter noch ein anderer (im Falle des Tempelherren: Gott) steht.
    3. Insgesamt ist der Tempelherr sehr beeindruckt und stellt fest, dass er hier jetzt ein anderes Mädchen vorgefunden hat als das, das er gerettet hat. D.h.: seine Vorstellungen von Recha haben sich geändert.
  3. In der dritten Szene
    1. sprechen Daja und Recha darüber, warum der Tempelherr so schnell verschwunden ist.
    2. Daja bringt das Bild der Gefahr des ÜberKochens. D.h. die Gefühle für Recha sind beim Tempelherrn so groß, dass er sie kaum bewältigen kann und deshalb erst mal verschwinden im Sinne von abkühlen, zur Besinnung kommen muss.
    3. Recha hat demgegenüber eine ruhigere Position für sich gefunden, ihr wird aber der Tempelherr auch mit jedem Tag noch wertvoller.
  4. In der vierten Szene
    1. sprechen der Sultan und Sittah über den bevorstehenden Besuch Nathans.
    2. Dem Sultan ist es sehr unangenehm, jemanden aufs Glatteis führen zu sollen.
    3. Er ist aber bereit, so gut zu tanzen wie er kann, möchte es aber eher schlechter können.
  5. In der fünften Szene
    1. kommt es dann nach einigem Vorgeplänkel zu der entscheidenden Testfrage des Sultans an Nathan: Welcher Glaube habe ihm am meisten ein geleuchtet.
    2. Damit wird schon ein Bild aus der Aufklärung verwendet, denn die will ja Licht in das Dunkel der Gefühle und Vorurteile bringen.
    3. Nathan ist in der gefährlichen Situation, dass er in der heiklen Frage der Religion intellektuelle Farbe bekennen soll.
    4. Dabei hat der Sultan ausdrücklich darauf verwiesen, dass allein die Herkunft, die Geburt in eine Religion hinein nicht ausreiche. Es komme auf Gründe an.
    5. Auch spricht der Sultan ausdrücklich davon, dass das Bessere gewählt werden solle, was in der Frage der Religion und der Glaubensüberzeugungen sicherlich auch sehr heikel ist.
    6. Etwas so Komplexes, vielleicht auch Schwieriges wie die Religion, soll jetzt unter das kalte Licht der Aufklärung gestellt werden und wie eine Leiche auf dem Sezierttisch auseinandergenommen werden. Dabei bleibt vom Geheimnis des Menschen genauso wenig übrig wie vom Geheimnis einer Religion, die allein mit Verstandesgründen untersucht wird.
  6. In der sechsten Szene
    1. kommt Nathan dann der rettende Einfall,
    2. die Erkenntnis über ein Märchen, eigentlich eine Parabel, eine Gleichnis-Erzählung zu transportieren oder zu vermitteln.
  7. In der siebten Szene
    1. erzählt er dann die so genannte Ringparabel,
    2. die darauf hinausläuft, dass die Religionen wie die Ringe äußerlich gleichwertig sein.
    3. Letztlich komme es mehr auf die Wirkung als auf die Wahrheit an.
    4. Und diese Wirkung stecke im Benutzer des Rings beziehungsweise der Religion.
    5. Ganz deutlich wird durch den Rat des Richters dann in der Parabel der moralische Impuls, eine ganze Liste von positiven Verhaltensweisen wird mitgegeben.
  8. In der achten Szene
    1. wird wieder auf eine der anderen Handlungsebenen gewechselt, in diesem Falle auf die des flüchtigen Tempelherrn.
    2. Der fühlt sich in seinem Gefühlssturm wie ein Opfertier,
    3. erkennt aber auch bereits, dass er das Recht hat und in der Lage ist, einen neuen Kopf jenseits aller gelernten Vorurteile zu gebrauchen,
    4. nachdem der Sultan ihm ein neues Leben geschenkt hat.
  9. In der neunten Szene
    1. kommt es dann zur Konfrontation zwischen der Liebesbegeisterung des Tempelherrn,
    2. dem Rechner über allen Ausdruck, also über alle Ausdrucksmöglichkeiten hinaus gefallen hat
    3. und der jetzt Nathan am liebsten schon als Vater betrachten möchte,
    4. und Nathan, der natürlich noch seine Vorbehalte hat wegen der verschiedenen Geheimnisse.
    5. Während der Tempelherr ein Ultimatum stellt (Recha immer sehen oder nie wieder),
    6. will Nathan sich beeilen, um die ausstehenden Fragen zu klären.
  10. In der zehnten Szene
    1. offenbart Daja dann dem Tempelherrn die Wahrheit über Rechas Herkunft.
    2. Der ist sehr irritiert und muss das erst mal verarbeiten.
    3. Es gibt aber auch schon Hinweise von Kritik an Nathan, der Rechas natürlichen Lebensweg gewissermaßen „verdorben“ habe,
    4. was aus der Sicht des Tempelherrn Folgen haben könnte.
    5. Und die wirken sich dann ja im weiteren Verlauf des Dramas auch aus und führen zu neuen Konflikte und Schwierigkeiten.
  11. Insgesamt präsentiert der dritte Akt einen Höhepunkt und auch Wendepunkt
    1. zum einen in der freundschaftlichen Annäherung zwischen Tempelherr und Nathan,
    2. dann in der Religionsfrage beim Sultan
    3. und schließlich im Beginn der Aufdeckung der Geheimnisse, die im Stück eine Rolle spielen.

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