Reiner Kunze „Fünfzehn“ (Mat949)

Worum es hier geht:

Eine teils ironische, zum Teil aber auch verständnisvoll, vielleicht sogar leicht bewundernde Darstellung des Lebenskonzepts einer Jugendlichen – aus der Sicht wohl ihres Vaters.
Interessant ist die Frage, wie der Lerneffekt der Tochter am Ende zu beurteilen ist.
Die Geschichte haben wir hier gefunden.
Aufbau der Geschichte:
  1. Charakteristik der Tochter – Element 1: Kleidung – zwischen kurz, lässig und etwas Besonderes
  2. Hinweis auf den Generationenkonflikt – Ablehnung der Meinung „uralter Leute – das sind alle Leute über dreißig.“
  3. Charakteristik der Tochter – Element 2: Musik, vor allem eine Frage der Lautstärke – zwischen „Lustgewinn“ und „Überschallverdrängung unangenehmer logischer Schlüsse“
  4. Charakteristik der Tochter – Element 3: Unordnung: Problem „Staub“
    Philosophische Überhöhung: „Ich weiß: Sie will sich nicht den Nichtigkeiten  des Lebens ausliefern. Sie fürchtet die Einengung des Blickes, des Geistes.“
  5. Charakteristik der Tochter – Element 4: Ablehnung bzw. Vermeidung von „Unlustgefühlen“, „Ausdruck persönlicher Freiheit“, Unangenehmes zu vermeiden
  6. Der Ich-Erzähler (es muss kein Mann sein) wischt „ab und zu heimlich ihr Zimmer“, „um ihre Mutter vor Herzkrämpfen zu bewahren“.
  7. Normalerweise vermeidet er es angesichts des Unordentlichen, „diese Nichtigkeiten ins Blickfeld zu rücken und auf die Ausbildung innerer Zwänge hinzuwirken.“
    „Einmal bin ich dieser Versuchung erlegen.“
    Erzählt der Tochter von zwei Spinnennestern, die er angeblich unter dem Bett entdeckt hat.
    Die Tochter reagiert mit Entsetzen und der Frage „Und warum bauen sie ihre Nester gerade unter meinem Bett?“, der Ich-Erzähler mit Humor bzw. Ironie: „Dort werden sie nicht so oft gestört.“
  8. Am Ende findet die Tochter eine Lösung, die ihrem Lebensgefühl entspricht, sie stellt ihre Hausschuhe einfach auf das Klavier, damit „keine Spinnen reinkriechen können“.
Auswertung der Geschichte
  1. Die Geschichte zeigt das Lebensgefühl von Jugendlichen, die eigenen Regeln folgen und noch weit entfernt sind, von dem was man im Rahmen des Erwachsenwerdens auch lernen muss.
  2. Sie zeigt aber auch den besonderen Umgang dieses Vaters (Einschränkung siehe oben) mit diesem Problem: Er verarbeitet es einfach satirisch, d.h. mit den Mitteln der Übertreibung, beseitigt die größten Probleme manchmal heimlich und gönnt sich einmal auch einen kleinen Spaß.
  3. Fragwürdig bleibt die Lösung, die die Tochter für das Problem mit den Spinnen findet, denn die könnten sich ja auch in einer abgelegten Hose wohlfühlen.
  4. Gut vergleichen kann man die Geschichte mit „Wenn Schule ‚Schule macht'“ von Hajo Frerich:
    https://textaussage.de/frerich-wenn-schule-schule-macht

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