Bismarck und das Deutsche Reich
Folge aus der Serie „Wir Deutschen“
Basis der folgenden Auswertung ist die 9. Folge der ersten Staffel der ZDF-Reihe „Die Deutschen“. Nähere Infos dazu finden sich hier.
Man kann die 10 Folgen in einem DVD-Schuber kaufen.
Man kann die 10 Folgen in einem DVD-Schuber kaufen.
Man findet Teile davon aber auch auf Youtube.
Die Zahlen vorne in der Übersicht geben jeweils die Minute an.
Bei den Infos geht es uns weniger um Beschreibung des Inhalts als um eine Übersicht, welche Aspekte des Themas wann behandelt werden. Damit kommt man schnell zu der Stelle, die einen besonders interessiert.
Dazu kommen im Einzelfall Anregungen zum Nachdenken.
Minutenprotokoll und Anmerkungen
- 1: Einstieg über das Attentat eine Studenten auf Bismarck (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Cohen-Blind) mit dem Ziel der Verhinderung eines Krieges von Deutschen gegen Deutsche (7. Mai 1866), kurzes Eingehen auf Bismarcks innere und äußere Politik: Stärkung der Macht Preußens und des Königs
- 3: das Arbeitszimmer Bismarcks mit der Waffe, die den Lauf der Geschichte hätte ändern können; Hinweis eines Historikers darauf, dass niemand in Deutschland außer Bismarck diesen Bruderkrieg wollte
- Tipp: Hier kann man sich gut Gedanken machen, wie weit der Einfluss von Einzelpersonen in der Geschichtereicht: Bismarcks Reichseinigung zählt sicher zu den besonders einschneidenden und folgennreichen Prozessen in der Geschichte
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- 4: Wie Deutschland damals aussah
- 5: Antrag Österreichs im Deutschen Bundestag, Krieg gegen Preußen zu führen wegen der Besetzung der Herzogtümer Schleswig und Holstein, die seit 1864 von den beiden Großmächte in Deutschland verwaltet worden
- 7: Historiker nimm Stellung zum Ende des Deutschen Bundes: Preußen gilt als Bösewicht
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- 8: Entscheidung bei Königrätz : Das preußische Zündnadelgewehr als entscheidender Vorteil gegenüber den alten österreichischen Vorderdladern; „In einer halben Stunde sterben Tausende, rund 15.000 Österreicher tot oder vermisst die Preußen verlieren nur rund 2000 Mann“
- 11: Hinweis auf das Leiden der Verwundeten, das Rote Kreuz gibt es erst seit zwei Jahren
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- 11: Der Bruderkrieg ist entschieden, Österreich muss Frieden schließen
- 12: Streit zwischen dem König und Bismarck um die Friedensbedingungen,
Hinweis des Historikers Lothar Gall: Bismarck will Österreich schonen, um einen Partner für die Zukunft zu haben,
Bismarck droht mit Rücktritt und setzt sich durch, erreicht sein Ziel der Vorherrschaft Preußens in Deutschland - 14: Einschätzung des Historikers Frank-Lothar Kroll: Ungeheuerlichkeit, dass Österreich als die bisher führende deutsche Macht jetzt gewissermaßen Deutschland verlässt und die Einigung ohne diesen Teil stattfindet
- 15: Bismarck wird zum Triumphator der Deutschen, erklärt am Beispiel der Siegessäule in Berlin
- 15: Umgang mit den anderen deutschen Staaten, die sich gegen Preußen gestellt haben, Annexion des Königreichs Hannover und Bildung des Norddeutschen Bundes
- Anmerkung: Hier könnte man auf die Bezeichnung Bismarcks als „weißen Revolutionär“ verweisen. Das bedeutet, dass er durchaus revolutionäre Dinge machte wie die Entmachtung von „legitimen“ Fürsten oder die Einführung eines recht demokratischen (Männer-)Wahlrechts, aber letztlich mit dem Ziel, eine konservative, nicht von unten revolutionäre Welt zu erhalten. Das hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Konzept der Preußischen Reformen.
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- 16: Frankreich ist gegen die deutsche Einigung, auch die süddeutschen Staaten sind zurückhaltend bis ablehnend gegenüber einer preußischen Vorherrschaft in einem neuen Deutschen Reich
- 16/17: die spanische Thronfolge und der Weg in den deutsch-französischen Krieg
- 17: Stellungnahme des Historikers Michael Stürmer: Der Krieg gegen Frankreich sei unvermeidlich gewesen
- 18: interessanter Hinweis darauf, dass der französische Kaiser Napoleon III unter in politischen Druck stand, etwas gegen den angeblichen preußischen Machtzuwachs in Europa zu tun.
- 19: Bad Ems, Anmerkung: es ist schon interessant, wie unverhohlen Frankreichs Regierung als Ziel hat, Preußen zu demütigen, statt sich mit einer großzügigen Geste des Verzichts zufrieden zu geben.
- 21/22: Emser Depesche: Anmerkung: dieses Handeln Bismarcks erscheint natürlich genauso konfliktfördernd wie die vorherige Aktion Frankreichs.
- Der Historiker Lothar Gall: Auf so etwas hätte damals eine Großmacht einfach reagieren müssen
- Kommentar im Film: Beide Seiten sind schuld am Krieg. Bismarck hat den Vorteil, dass Frankreich jetzt eindeutig als Angreifer da steht, die Süddeutschen zwingen ihre Fürsten, an die Seite Preußens zu treten.
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- 23/24: Moltkes zweiter militärischer Geniestreich, Einkesselung der französischen Truppen einschließlich ihres Kaisers
- 24: diesmal setzt Moltke die neue Artillerie ein, der die Franzosen fast schutzlos ausgeliefert sind.
- 25: Kaiser Napoleon III. gibt auf.
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- 25/26: Bedeutung des Tages von Sedan, militärisch und politisch
- 26: Treffen zwischen Napoleon III und Bismarck
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- 27: Aufstand in Paris und Ende des Kaisertums, Paris wird eingeschlossen und schwer mit Kanonen beschossen und zum Teil zerstört
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- 27/28: Versailles wird Hauptquartier des preußischen Königs, Beschreibung der Schwierigkeiten der Reichsgründung, zunächst Notwendigkeit der Bestechung des bayerischen Königs, dann der Wiederstand des preußischen Königs gegen den Titel „Deutscher Kaiser“ stadt „Kaiser von Deutschland“, für die Kaiserproklamation müssen verwundete Soldaten für einen Tag den Spiegelsaal räumen, Der Großherzog von Baden löst das Problem mit der Anrede „Kaiser Wilhelm“.
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- 33/34: Einschätzung des neuen Kaiserreichs, es ist deutlich größer und mächtiger geworden. Bismarck hält es für saturiert, d.h. er möchte das Erreichte sichern.
- 35: die innenpolitische Situation, Wahlen und Reichstag, relativ modernes Wahlrecht, aber keine parlamentarische Kontrolle der Regierung.
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- 36: Gründerjahre, Berlin wir zur viertgrößten Stadt der Welt nach London, Paris und New York
- 37: Entwicklungssprung der Industrie in Deutschland
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- 37/38: Entstehung einer selbstbewussten Arbeiterklasse
- 38: Verfolgung der Sozialdemokratie
- 38/39: Verfolgung auch der katholischen Kirche
- 39: Hinweis des Historikers Langewiesche auf Bismarcks Konzept der Verfolgung von Reichsfeinden
- 39: dazu gehören auch die nationalen Minderheiten, besonders die Polen
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- 39/40: Zuckerbrot und Peitsche, Sozialgesetzgebung, „Meilensteine auf dem Weg zum Sozialstart“
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- 39: Die politische Unterdrückung der Sozialdemokratie gelingt nicht.
- 39/40: 1888 ist Bismarck ziemlich am Ende, weil er sogar eine Mehrheit im Reichstag gegen sich hat, er ist abhängig vom alten Kaiser.
- 40: Wilhelm I. auf dem Sterbebett: „Es war nicht immer leicht, unter Ihnen Kaiser zu sein.“ – Bismarck stellt dem seine eigenen Schwierigkeiten mit einem manchmal sperrigen, aber am Ende doch kooperativen Monarchen gegenüber.
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- 41/42: Problem des Enkels nach dem frühen Krankheitstod des liberalen Kronprinzen: Wilhelm II.: „Sechs Monate will ich den Alten verschnaufen lassen, dann reagiere ich selbst.“
- Bismarck steht allein zwischen Reichstag und dem neuen Kaiser.
- 41/42: März 1890 Entlassungsurkunde für Bismarck, der verzeiht das dem jungen Monarchen nicht: „ Heuchler, du wirst alles ruinieren!“
- 42: Frage, was vom Reichsgründer bleibt. Historiker Kroll: Bismarck habe die Deutschen geeint, aber auch gespalten.
- 42/43 Bismarcks Rückzug nach Friedrichsruh, wird als Ende einer Ära empfunden.