Unterschied: menschliche und künstliche Intelligenz am Beispiel von „Mach dich auf was gefasst“

Worum es hier geht:

Unser Hobby ist es inzwischen, der Künstlichen Intelligenz zu zeigen, dass sie zur Zeit noch nicht wie ein Mensch denken kann..

Da kommt man irgendwie auf die „Alltagsmetapher“ „Mach dich auf was gefasst!“.
Alltagsmetapher deshalb, weil ja das Wort „fassen“ enthalten ist – aber es bei der Verwendung des Wortes darum in der Regel gar nicht geht.

Als Mensch denkt man sofort etwa an die folgenden Beispiele:

  • Die Negativvariante: Ein Schüler muss wegen einer Untat zum Schulleiter.
  • Die positive Variante: Ein Schüler fragt neugierig: „Wohin geht es denn bei unserem Ausflug?“ Die Lehrkraft antwortet lachend: „Mach dich auf was gefasst!“

Was ChatGPT an Erklärungen anbietet

  1. Zunächst hat die KI die Handmetapher betont: „gefasst“ kommt vom Fassen, Greifen, Festhalten. Dabei hat sie aber den Passiv-Charakter der Form nicht klar herausgestellt. Es geht also nicht um „fassen“, sondern um „gefasst werden“.
    Als Mensch denkt man sofort an etwas Unangenehmes oder zumindest Aufregendes.
  2. Dann hat die KI andere Bedeutungsfelder aufgezählt:
    1. Edelsteinfassung
    2. Gedanken in Worte fassen
    3. gefasst sein im emotionalen Sinn
    4. Beschlüsse fassen.
  3. Was sie nicht begriffen hat, dass die Nummer 3 eigentlich es am besten trifft, wenn man sagt: „Mach dich auf was gefasst.“
    Das heißt: Stelle dich innerlich auf etwas ein, wo du Fassung brauchst – im Sinne von innere Stärke, Verzicht auf Flucht o.ä.
  4. Als Nächstes gaben wir der KI die Polizeimeldung „Der Täter wurde gefasst.“
    Die KI hat sie erklärt, aber keinen Bezug hergestellt zu: „Mach dich auf was gefasst“.
    Denn das bedeutet ja soviel wie „gefasst sein“ – aber ohne Täter – nur im Hinblick auf eine Situation.
  5. Die KI brauchte dann die Frage, ob die Wendung nicht auch mit etwas Positivem verbunden sein kann – im Sinne von aufregende, interessante Überraschung.
  6. Damit war das Ziel mit der KI erreicht. Jetzt ging es wieder um die Frage: Warum braucht die KI so lange?
    Die KI sammelt und verwendet Daten – siehe oben – aber die hat nicht so etwas wie einen menschlichen Verstand, der ganz eigenständig Verbindungen herstellt.
    Und die hängen mit konkreten Erfahrungen zusammen.
  7. Dann musste die KI auch noch auf den Gedanken gebracht werden, dass „interessant“ eigentlich heißt, dass man mitten drin ist – und wenn es da „interessant“ zugeht, muss man „gefasst“ sein und bleiben.
    Hier könnte man auf den chinesischen Negativwunsch eingehen: Ich wünsche dir „interessante Zeiten“ – und gedacht ist dabei an Negatives, dem gegenüber man mühsam Fassung bewahren muss.
  8. Kehren wir am Ende zum Positiven zurück: Wenn man Glück hat, etwa einen Berg besteigt, dann kann das Gipfelerlebnis „überwältigend” sein. Da muss man im übertragenen Sinne aufpassen, dass man von seinen Eindrücken und Gefühlen nicht davongeweht wird.
  9. Übrigens: Man ist „beeindruckt“, d.h. da hat etwas die eigene Fassung im Sinne von Form verändert, etwas ist gewissermaßen in einen eingedrungen.