Verteidigungsrede des Doktors aus Büchners „Woyzeck“ (Mat8440)

Worum es hier geht:

Kreativ mit Lektüren des Deutschunterrichts umzugehen, ist eigentlich eine schöne Sache. Wir selbst haben dabei am meisten durch Ausprobieren aber auch „Nachmachen“ gelernt. Letzteres verstehen wir so, dass man nichts einfach übernimmt, sondern sich anregen lässt.

Hier zeigen wir mal, wie wir auf die Frage reagiert haben: Wie könnte sich der Doktor verteidigen. Natürlich gehört zur Kreativität auch, dass man sich konkret in die Figur hineinversetzt und gewissermaßen an ihrer Stelle spricht.

Wir würden als Doktor also zum Beispiel so argumentieren:

  1. Hohes Gericht,
    die Frage, wer für den Mord an Marie verantwortlich ist, ist doch einfach zu beantworten. Es war dieser Woyzeck, der eifersüchtig auf diese Frau gewesen ist.
  2. Von daher ist die Beziehung zwischen Täter und Opfer doch eigentlich klar.
  3. Dazu kommt, dass dieser Woyzeck offensichtlich die Tat geplant hat. Es kann also keine Rede davon gewesen sein, dass sie im Affekt geschah. Immerhin hat er vorher seinen Nachlass geregelt und auch eine Waffe gekauft.
  4. Dazu kommt die unglaubliche Kaltblütigkeit, mit der er einen Menschen regelrecht abgeschlachtet hat.
  5. Natürlich gibt es Leute, die in gewisser Weise etwas zu dem Zorn dieses Mannes beigetragen haben. Das ist in erster Linie der Tambourmajor, mit dem es ja sogar eine körperliche Auseinandersetzung gab, in der Woyzeck der Verlierer war. Es könnte also auch Rache im Spiel gewesen sein. Und möglicherweise hat er sich an den Tambourmajor nicht ran getraut.
  6. Auch der Hauptmann hat nicht viel Mitgefühl mit Woyzeck gezeigt, aber das hat mit der eigentlichen Eifersuchtsgeschichte sicher nichts zu tun.
  7. Sie sehen also, ich stehe von all denen, die irgendetwas mit diesem Mord zu tun haben, ganz weit außen
  8. Dass ich Woyzeck für mich habe arbeiten lassen, kann mir wohl nicht vorgeworfen werden. Ohne mich wäre die Familie vielleicht noch viel früher verhungert.
  9. Das Erbsenexperiment war zum einen wissenschaftlich gerechtfertigt. Zum anderen hat Woyzeck freiwillig mitgemacht. Das ist in der Medizin eine ganz normale Angelegenheit. Denken Sie nur an die Studenten, die sich Geld verdienen, indem sie als erste neue Medikamente ausprobieren. 
  10. Alles in allem dürfte klar geworden sein, dass es einen Täter gibt und Leute, die an seinem Erregungszustand mitbeteiligt waren. Das geschah aber in keiner Weise im Sinne einer Anstiftung zu der Tat.
  11. Ich selbst habe mich in keiner Weise falsch oder unrecht mäßig verhalten. Ganz im Gegenteil, ich habe mir sogar Mühe gegeben, dieser Familie etwas Geld zu verschaffen.
  12. Und zum Schluss noch einmal der Hinweis, dass auch die Erbsen nicht schuld sein können an dem Mord. Denn dieser Mann hat eiskalt und planmäßig die Tat ausgeführt. Inwieweit seine realen oder auch nur eingebildeten Stimmenerlebnisse für eine Einschränkung seines Verstandes und damit seiner Schuldfähigkeit sprechen, müssen Fachleute beurteilen.
  13. Ich jedenfalls kann den grässlichen Tod dieser jungen Frau nur bedauern und hoffe, dass eine angemessene Strafe andere von ähnlichen Taten abhalten wird.

Wir freuen uns über Anregungen und helfen gern

Wie man an den weiteren Tipps sehen kann, sind wir sehr am kreativen Bereich des Deutschunterrichts interessiert.

Dabei helfen uns natürlich auch Anregungen. Wer also im Deutschunterricht kreativ sein soll bzw. darf ;-), kann uns gerne hier die Aufgabe mitteilen.

Wenn wir uns in dem Thema auskennen und eine Idee haben, schauen wir gerne, was sich machen lässt.

Entsprechende Fragen und Anregungen können auf dieser Seite abgelegt werden:
https://textaussage.de/schnelle-hilfe-bei-aufgaben-im-deutschunterricht

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