Das Problem der Form von Gedichten – Sammlung von hilfreichen Tipps (Mat8590)

Das Folgende haben wir aus der folgenden Seite herausgelöst, um es gezielter angehen zu können:
https://textaussage.de/themenseite-gedichte-interpretieren

Das Problem der „sprachlichen“ Mittel: Strophenform, Reim, Rhythmus
  • Eins der größten Übel des Deutschunterrichts ist in leider zu vielen Fällen, dass die Schülis gleich nach dem Erhalt des Gedichtes aufgefordert werden, die sprachlichen Mittel zu bestimmen.
  • Nur was ist ein Mittel? Es dient doch einem Zweck.
  • Also bitte: Erst das Gedicht verstehen, vielleicht sogar ein ganz kleines bisschen „lieben“ – und dann stellt man sich die Frage: Wieso spricht einen das Gedicht an? Wieso wirkt es?
  • Natürlich kann ein Gedicht auch abschreckend wirken – na gut, vielleicht ist das auch sein Zweck 😉
  • Ansonsten: Fast nie hat der Reim eine Bedeutung. Wir kennen nur einen einzigen Fall, wo wir uns einen regelrecht zurecht“analysiert“ haben:
    Hermann Hesse, „Die Maschinenschlacht“, Strophenform, Reim und Rhythmus
    https://textaussage.de/schnell-durchblicken-hermann-hesse-die-maschinenschlacht-strophenform-reim-und-rhythmus
  • Das Versmaß ist natürlich wichtig für den Rhythmus.
    Das haben wir gerade wieder festgestellt an dem Gedicht „Vielleicht“ von Lessie Sachs:
    https://textaussage.de/5-min-tipp-lessie-sachs-vielleicht
    Selbst überprüfen kann man unsere Ergebnisse hier.
  • Bei diesem Gedicht kann man auch etwas zur Form sagen – und auch zur Verteilung des Schlüsselwortes „Vielleicht“
  • Etwas anders sieht es natürlich bei den sogenannten Sonetten aus. Da ist es wirklich häufig so, dass die beiden Vierzeilen-Strophen (Quartette) eher beschreibend sind und die beiden Terzette (Dreizeilen-Strophen) gehen dann darüber hinaus.
    Ganz häufig hat man diese Gedichtform im Barock – die wichtigsten Gedichte
    https://textaussage.de/barock-die-wichtigsten-gedichte
    Dort wird es am Beispiel des Gedichtes „Es ist alles eitel“ schön erklärt.
  • Zu den sogenannten „sprachlichen Mitteln“ haben wir eine eigene Seite erstellt.
    https://textaussage.de/sprachliche-u-a-mittel-themenseite
  • Ansonsten werden wir nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass man die se Mittel lieber „finden“ (im Sinne von „drauf stoßen“) als mühsam „suchen“ sollte.
    Denn wenn sie nicht auffallen, wirken sie ja anscheinend auch nicht 😉
  • Übrigens kennen wir ja einige „Behelfsschriftsteller“, die das Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten selbst auszuprobieren. Die sagen alle: Wenn wir schreiben, haben wir keine Checkliste danebenliegen – zum Abhaken der „sprachlichen Mittel“. Die sind für uns mehr oder weniger automatisch mit dem Inhalt verknüpft – unsere Synapsen streuen die gewissermaßen in den Text hinein.
    Also lieber viel lesen und selbst auch mal schreiben, als immer diese schreckliche und vor allem unnatürliche Suche.
  • Dazu gibt es auch ein Video:
    Videolink

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