Kurzübersicht: Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Kurzgeschichte „Supersonic Me“ von Andrea Behrens erzählt von einer ungewöhnlichen ersten Liebe im Freibad.
- Der namenlose Ich-Erzähler hält Mädchen zu Beginn für „überflüssig“.
- Als der erste Junge der Clique, Alex Hübner, sich in ein Mädchen verliebt, reagieren die anderen Jungs unsicher und geben sich betont cool.
- Aus Verunsicherung schubsen die Jungs im Freibad Mädchen ins Wasser – bei Rakete geht das gründlich schief.
- Rakete wehrt sich, reißt dabei die Halskette des Erzählers ab und zieht ihn mit unter Wasser.
- Unter Wasser erleben beide einen stillen, intensiven Moment fernab aller Coolness-Posen.
- Rakete verliert dabei ihr Nasenpiercing; der Erzähler taucht danach so lange, bis er es findet.
- Aus Dankbarkeit küsst Rakete ihn – eine kurze, aber intensive Beziehung beginnt.
- Nach kurzer Zeit verlässt Rakete ihn für Alex Hübner; der Song jenes Sommers bleibt dem Erzähler dennoch für immer in Erinnerung.
- Diskussionsfrage: Gibt es bei dir auch ein Lied, einen Geruch oder einen Ort, der fest mit einer bestimmten Erinnerung verknüpft ist?
❓ Worum es in der Geschichte geht
Die Kurzgeschichte „Supersonic Me“ von Andrea Behrens erzählt von einer ganz besonderen ersten Liebe. Sie beginnt ungewöhnlich, wird dann stürmisch und endet wie viele Beziehungen im Jugendalter – hinterlässt aber eine Erinnerung fürs Leben. Am Ende dieser Seite wartet eine Frage, die ihr im Unterricht gemeinsam diskutieren könnt.
Inhaltsangabe: Was passiert in der Geschichte?
- Der Ich-Erzähler hielt Mädchen früher für „überflüssig“ – bis zu diesem einen Sommer.
- Als der erste Junge der Clique, Alex Hübner, plötzlich Hand in Hand mit einem Mädchen zu sehen ist, reagieren die übrigen Jungs verunsichert und geben sich betont cool.
- Im Freibad schubsen die Jungs aus lauter Unsicherheit Mädchen ins Wasser, um Coolness zu demonstrieren.
- Beim Erzähler geht das gründlich schief: Rakete leistet erbitterten Widerstand, reißt ihm dabei die Halskette ab und zieht ihn mit auf den Beckenboden.
- Unter Wasser erleben beide einen ungewöhnlich stillen, intensiven Moment – fernab von Coolness und Gruppendruck.
- Beim Auftauchen bemerken beide, dass Rakete ihr kleines Nasenpiercing verloren hat.
- Der Erzähler taucht daraufhin immer wieder, obwohl die Erfolgsaussichten gering sind – und findet das winzige Schmuckstück tatsächlich.
- Aus Dankbarkeit küsst Rakete ihn. Eine kurze, aber intensive Beziehung beginnt.
- Nach wenigen Wochen verlässt Rakete ihn jedoch für Alex Hübner. Der Erzähler ist verletzt, behält aber ein starkes Lebensgefühl – untrennbar verbunden mit dem Song, der in diesem Moment im Schwimmbad über die Lautsprecher lief.
Der Ich-Erzähler und Rakete
Der Ich-Erzähler versteckt seine Unsicherheit gegenüber Mädchen hinter einer Fassade aus Coolness – seine Sonnenbrille dient ihm dabei fast wie eine Deckung. Erst die Begegnung mit Rakete zwingt ihn, diese Fassade abzulegen.
Rakete selbst passt nicht in das übliche Bild: Sie ist klein, mager und kämpferisch, statt sich passiv ins Wasser schubsen zu lassen, wehrt sie sich aktiv. Nach dem Verlust ihres Piercings zeigt sie offen ihre Trauer – und ist später selbstbewusst genug, den ersten Schritt zum Kuss zu machen und die Beziehung auch wieder zu beenden, als sie sich für Alex Hübner entscheidet.
Aussagepotenzial der Geschichte
Die Geschichte zeigt:
- den schwierigen Übergang von Nicht-Interesse am anderen Geschlecht zu ersten Kontaktversuchen,
- die Besonderheiten eines ganz bestimmten Mädchens, das sich intelligent zu wehren weiß,
- den engen Zusammenhang zwischen Dankbarkeitsgefühl und Anziehungskraft,
- aber auch die Flüchtigkeit solcher Spontangefühle,
- vor allem aber die nachhaltige Wirkung von Musik im Zusammenhang mit einem einschneidenden Erlebnis.
Kreativaufgabe: Ein anderer Einstieg
Die Geschichte beginnt nicht klassisch mitten im Geschehen („in medias res“), sondern rückblickend – der Erzähler denkt über sein Leben nach, bevor die eigentliche Handlung beginnt. Aufgabe: Überlege dir einen direkteren, klassischeren Einstieg in die Geschichte und vergleiche ihn anschließend mit dem folgenden Formulierungsvorschlag.
Lösungsvorschlag (direkter Einstieg):
„Als sie die Schwimmhalle betraten, sah er sie. Was konnte er tun, um an sie ranzukommen. Nun ja, man würde sehen. Nachdem er einige Bahnen geschwommen war, stieg er mit seinen Freunden aus dem Becken und näherte sich wie zufällig den Mädchen, die immer noch am Beckenrand standen. Er wusste, was im Kopf von Alex vorging – und tatsächlich. Kaum war er nahe genug dran an einem Mädchen, so stieß er sie mit einem freundlichen Schubs ins Wasser. Die anderen hatten keine Zeit zu Protest, denn seine Freunde waren zügig bei der Arbeit. Für ihn selbst blieb eins übrig, das ihm klein, mager und eckig vorkam. Also eigentlich kein gutes Opfer für einen Spaß. Kurze Zeit später kam er kaum noch dazu, sich zu wundern. Denn kaum hatte er das Mädchen angefasst, als auch schon ein heftiger Kampf begann …“
- ☞ Normal eher Er-Erzähler?
Interessant ist, dass diese ausgedachte Variante auf die Ich-Erzählhaltung verzichtet – vielleicht ein Beweis dafür, dass sie nicht so kurzgeschichtentypisch ist. Das liegt wohl daran, dass ein Erzähler eher etwas „hintenrum“ erzählt als jemand in der echten Situation. - ☞ Unterschied zum normalen Erzählen eines Erlebnisses
Es ist schwer vorstellbar, dass jemand ein Erlebnis so beginnt: „Als er mich packte, wusste ich, ich hatte etwas falsch gemacht“ – und dann erst die Vorgeschichte präsentiert. - ☞ Normales Erzählen: eher in der richtigen zeitlichen Reihenfolge
Erinnerungen folgen in der Regel einer eigenen Reihenfolge, die man dann auch so weitergibt. Von daher ist dies eher eine Erinnerungsgeschichte als eine typische Kurzgeschichte. - ☞ Auch kein wirklich offenes Ende in dieser Geschichte
Auch das Ende ist nicht wirklich offen – es beschreibt einfach das Fortwirken einer Erinnerung. Man müsste schon einen großen Sprung machen, um selbst etwas Fortsetzungswürdiges zu schaffen, etwa die nächste Beziehung des Erzählers. - ☞ Kennzeichen einer wichtigen Alltagserfahrung ist gegeben
Eine besonders wichtige Alltagserfahrung liegt auf jeden Fall vor: Hier wird dauerhaft ein Gefühl mit einem Song verbunden.
Reflexion: Musik und Erinnerung
Kennt ihr das auch aus eurem eigenen Leben? Manchmal verbindet sich ein Song, ein Geruch oder ein bestimmter Ort dauerhaft mit einem einschneidenden Erlebnis. Überlegt: Welche solcher Verknüpfungen gibt es in eurem eigenen Leben? Das kann auch Ausgangspunkt für eine eigene kleine Geschichte sein, in der jemand plötzlich anfängt, etwas zu lieben, was ihm bis dahin fremd war.
Vertiefende Hinweise für Lehrkräfte und andere Interessierte
https://schnell-durchblicken.de/andrea-behrens-supersonic-me-insider-tipps-lehrkraefte
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