Erich Kästner, „Apropos, Einsamkeit“ – kurz erklärt (Mat7970)

https://www.deutschelyrik.de/apropos-einsamkeit.html

Aus urheberrechtlichen Gründen präsentieren wir hier nur die ersten drei Wörter der Zeile, um die Orientierung zu erleichtern.

  • Das Gedicht „Apropos, Einsamkeit!“ von Erich Kästner ist ein lyrischer Text, der sich mit dem Thema der Einsamkeit und deren verschiedenen Facetten auseinandersetzt.
  • Kästner beschreibt auf eindringliche Weise, wie die Einsamkeit in alltäglichen Momenten spürbar wird und wie sie das Individuum existenziell belastet.

Form:

  • Fünfhebiger Jambus = regelmäßige Abfolge von unbetonter und betonter Silbe.
  • Umarmender Reim

Erich Kästner

Apropos, Einsamkeit!

  1. Man kann mitunter […]
  2. Da hilft es […]
  3. und vor Geschäften […]
  4. Der Hut da […]
  • Das Gedicht beginnt mit der Feststellung eines als äußerst unangenehm empfundenen Gefühls von Einsamkeit.
  • Resigniert wird festgestellt, dass einfache Ablenkungsmanahmen nichts bringen.
  • „Der Hut da drin ist hübsch, nur etwas klein“.
  1. Da hilft es […]
  2. und aufzupassen, wie […]
  3. da hilft es […]
  4. Es hilft auch […]
  • Auch ein Café als Ort der Gesellschaft bringt keine Erleichterung.
  • Das Nachahmen von Freude („ihr Lachen nachzumachen“) wirkt künstlich und macht die Einsamkeit nur bewusster.
  • Besonders paradox ist auch das Ausschließen einer schnellen Flucht am Ende.
  1. Da schaut man […]
  2. Der springt und […]
  3. und Leute kommen […]
  4. Da hilft es […]
  • Hier gehen die verzweifelten Gedanken noch weiter.
  • Das lyrische Ich denkt sogar über das Schicksal seines Schattens nach.
    Er wird zur Metapher für Vergänglichkeit und Fremdheit.
  • Selbst in der Bewegung anderer („Leute kommen, die ihn kühl zertreten“) findet das Ich keinen Trost.
  • Am Ende dann wieder eine Paradoxie: Etwa scheinbar Positives, nicht weinen zu müssen, wird hier negativ gesehen. Es gibt keine Erleichterung.
  1. Da hilft es […]
  2. und, falls man […]
  3. Da nützt es […]
  4. und die Gardinen […]
  • Der Rückzug nach Hause
  • und chemische Beruhigungsmittel (Brom) erweisen sich als ebenfalls wirkungslos.
  • Es hilft nicht einmal, sich vor sich selbst zu schämen.
  • Man hat das Gefühl, das lyrische Ich kommt überhaupt nicht mehr mit sich selbst zurecht.
  • Auch der Rückzug in die Unsichtbarkeit hilft nicht.
  1. Da spürt man […]
  2. So klein, wie […]
  3. Dann schließt man […]
  4. Und liegt allein.
  • Hier wünscht sich das lyrische Ich in die früheste Jugend zurück, als es so etwas wie Einsamkeit noch nicht gab.
  • Denn es musste sich ja jemand um einen kümmern.
  • Am Ende dann nur noch eine Art Erstarrung, bei der man nichts mehr sieht und damit auch empfindet.

Das Gedicht zeigt:

  • dass Einsamkeit nicht durch äußere Handlungen überwunden werden kann, sondern ein innerer Zustand ist.
  • Dass dementsprechend auch alle Versuche des lyrischen Ichs, Erleichterung zu finden scheitern – und zwar an der Unfähigkeit, sich selbst zu entkommen.

Unterstützt werden die Aussagen durch:

  • die Metaphorik (Schatten, Blindheit)
  • und die resignative Grundhaltung der Sprache.
  • Die einfache Syntax und der häufige Gebrauch von Verneinungen („da hilft es nichts“, „es hilft auch nicht“) verstärken das Gefühl der Ausweglosigkeit.
  • Die insgesamt einfache Sprache verdeutlicht die universelle und zeitlose Thematik der Einsamkeit.
  • Im Einzelnen aufführen könne man als sprachliche Mittel:
    • Wiederholungen: „Da hilft es nichts“ (Z. 2, 5, 7, 9) betont die Aussichtslosigkeit der beschriebenen Maßnahmen.
    • Metapher: Der „Schatten“ (Z. 9-11) symbolisiert die Vergänglichkeit und das Selbst, das von anderen nicht wahrgenommen wird.
    • Antithesen: Das Lachen anderer (Z. 6) kontrastiert mit der inneren Leere des lyrischen Ichs.

Insgesamt beeindruckt das Gedicht durch seine sprachliche Präzision und emotionale Tiefe. Es ist erstaunlich, wie ein solch schwer greifbares Thema wie die Einsamkeit auf ziemlich quälende Weise veranschaulicht wird.

Weitere Infos, Tipps und Materialien