Ein schönes Beispiel für den sogenannten Bewusstseinsstrom, also etwas Ähnliches wie der Innere Monolog – nur ohne klaren Aufbau, einfach hin- und weggerissen von den Wogen der Gedanken, liefert schon Schiller in der 2. Szene des IV. Aktes von „Kabale und Liebe“:
„Es ist nicht möglich. Nicht möglich. Diese himmlische Hülle versteckt kein so teuflisches Herz – – Und doch! doch! Wenn alle Engel herunterstiegen, für ihre Unschuld bürgten – wenn Himmel und Erde, wenn Schöpfung und Schöpfer zusammenträten, für ihre Unschuld bürgten – es ist ihre Hand – ein unerhörter, ungeheurer Betrug, wie die Menschheit noch keinen erlebte! – Das also wars, warum man sich so beharrlich der Flucht widersetzte! – Darum – o Gott! jetzt erwach ich, jetzt enthüllt sich mir alles! – [817] Darum gab man seinen Anspruch auf meine Liebe mit soviel Heldenmut auf, und bald, bald hätte selbst mich die himmlische Schminke betrogen!“
Es wäre eine reizvolle Aufgabe, das in einen Inneren Monolog umzuwandeln, der den gleichen Inhalt hat, aber so klar gestaltet ist, dass man ihn auch als Statement von sich geben könnte.
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