Lesetagebuch zu Jenny Erpenbeck, „Heimsuchung“ – Vorbemerkung und Übersicht

Worum es hier geht:

Wenn man Bing/Copilot mal fragt, worum es in Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ geht, bekommt man folgende Antwort und ist gleich ganz begeistert.

Kursiv haben wir die Original-Antwort formatiert. Eingerückt dann unsere MIA-Anmerkungen („Menschliche Intelligenz in Aktion“).

In Jenny Erpenbecks Roman “Heimsuchung”begleiten wir das Leben und Leid der Bewohner eines Ferienhauses am Scharmützelsee in Brandenburg. Das Haus, mit seinen Generationen von Besitzern, Mietern, Angestellten, Gästen, Besatzern und wieder neuen Besitzern, wird Zeuge der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, des Kriegs und dessen Ende, der DDR, der Wende und der Zeit nach der Wende.

  • Der Scharmützelsee hat uns weniger interessiert.
  • Dafür umso mehr das Versprechen, dass man einen Überblick über die deutsche Geschichte von der Weimarer Republik bis zur Zeit nach der sogenannten „Wiedervereinigung“ bekommt.
  • Das wäre doch mal eine schöne Voraussetzung für eine Zusammenarbeit der Fächer Deutsch und Geschichte – als Schüli profitiert man ggf. doppelt.

Die Geschichten der fünfzehn Lebensläufe ranken sich um dieses Haus und bilden eine literarische Spurensuche von stupender Wucht.

  • An das Wort „stupend“ gehen wir immer nur sehr vorsichtig ran, denn es erinnert uns an „stupid“.
  • Aber auf der folgenden Seite wird man auf die wirkliche bedeutung hingewiesen:
    Das Wort komme vom spätlateinischen „stupendus „. Das heißt soviel wie
    „erstaunens-, bewundernswert“.
    Das lateinische Verb stupēre bedeutet sogar „starr, verblüfft, betäubt sein“
    Wow, da waren wir natürlich auch „betäubt“ vor lauter Vorfreude und haben uns den Roman gleich in der Kindle-Version heruntergeladen.
    https://www.dwds.de/wb/stupend

Jedes Schicksal erhält eine eigene literarische Form, entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, Tragik und sein Glück. Zusammen bilden sie ein kollektives literarisches Gedächtnis des letzten Jahrhunderts,

  • Herrlich, Vielfalt wird angeboten – immer gut, wenn einem der eine oder andere Schreibstil nicht gefällt.
  • Am Ende dann noch mal das Versprechen, dass man mit diesem Roman eine Art Verständnis-Flat des 20. Jhdts. hat.

geformt in einer Literatur, die nicht nur großartige Sätze und Bilder bietet, sondern auch Wunden reißt, verstört, beglückt, verunsichert und versöhnt. Jenny Erpenbeck gelingt mit diesem Buch ihr Meisterstück.

  • Nun auch noch das: „großartige Sätze und Bilder“ sind natürlich schön.
  • „Wunden“ werden in der Welt genug gerissen, brauchen wir eigentlich nicht,
  • Auch die Verbindung von „beglückt“ und „verunsichert“ irritiert uns etwas.
  • Hoffen wir also, dass wir am Ende „versöhnt“ sind.
  • Und Jenny Erpenbeck gratulieren wir gerne nachträglich zu ihrem „Meisterstück“.

Das Ganze klingt aber ziemlich nach Werbetext – schauen wir also mal, welche Quelle Bing/Copilot angibt:
Aha, es ist Amazon und zwar am 20.3.24 hier:
https://www.amazon.de/Heimsuchung-Roman-Jenny-Erpenbeck/dp/3821857730

Unser Ansatz:

Wir wollen einfach mal ausprobieren, wieviel von dieser Beurteilung übrig bleibt, wenn man den Roman wirklich liest.

Dazu erstellen wir ein Lesetagebuch der besonderen Art:

  1. Zunächst einmal beantworten wir für die einzelnen Kapitel die typische Leherfrage:
    Worum geht es in dem Kapitel?
    und
    Was zeigt dieses Kapitel?
  2. Außerdem wollen wir die hoffentlich weiter bestehende Begeisterung dadurch unterstützen, dass wir Fragen und mögliche Diskussionspunkte formulieren – als Anregung für die Besprechung im Unterricht.
    Das ist eine wichtige Ergänzung zu dem, was in Hilfsmaterialien für Lehrkräfte so vorgeschlagen wird.

Weitere Infos, Tipps und Materialien

 

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