Kreativer Deutschunterricht kurz vor einer Klassenfahrt (Mat8139)

Vorschau auf kreativen Deutschunterricht

Das kann ja „heiter werden“ – und wir schauen schon mal, wo …

Und hier der Download

Vorfreude als Ausgangspunkt

Es ist nicht mehr lange hin, dann heißt es: Weit weg von der Schule und voll rein in mehr oder weniger aufregende Welten.

Und wenn man sich schon mal drauf freut, dann kann man auch noch einen Schritt weitergehen und sich ganz konkret vorstellen, was alles so passieren könnte und bei welchen Gelegenheiten man zum Helden oder auch zum Objekt von Mitgefühl und Trost werden kann.

Der Auftrag: Was könnte alles passieren?

Also einfach mal überlegen, was ihr alles an mehr oder weniger aufregenden oder zumindest interessanten Situationen erleben könnt. Wichtig ist nur, dass das, was ihr euch ausdenkt und dann genauer ausschreibt, im Bereich des Möglichen bleibt.

Eine wichtige Regel vorab

Ganz wichtig: Keine Namen verwenden, die in der Klasse vorkommen. Niemand möchte ohne seine Erlaubnis von anderen in irgendwelche schwierigen Situationen gebracht werden.

Ansonsten gilt: Wer sich auf alles einstellt, wird auch alles gut hinkriegen und nebenbei eine gute Figur machen!

1. Schritt: Brainstorming

Setzt euch in Gruppen zusammen (natürlich könnt ihr auch alleine arbeiten), geht das Programm der Englandfahrt durch und notiert euch, was ihr dort erleben könntet.

2. Schritt: Grundidee und Aufbau eines interessanten Sachtextes überlegen

In einem nächsten Schritt geht es darum, sich zu überlegen, ob ihr eher einen sachlichen Bericht oder eine lebendige Reportage schreiben möchtet. Die zweite Variante ist sehr viel reizvoller, weil man dort mit einem überraschenden und zu Fragen anregenden Deep-Impact-Einstieg beginnen kann, dann Schilderungen und Kommentare sowie Zitate einbauen kann.

Natürlich könnt ihr auch mal ausprobieren, ob ihr einen ähnlichen Text hinbekommt, wie ihn Franziska Srarik geschrieben hat. Und sicher ist euch aufgefallen, dass sie direkt ins Thema einsteigt und dann sehr kurze Gedankenfetzen präsentiert, die häufig nicht einmal aus ganzen Sätzen bestehen.

3. Schritt: Ausarbeitung der Ideen

Da man schlecht in einer Gruppe schreiben kann, könnte es eine gute Idee sein, dass ihr die verschiedenen Stationen eures Reiseberichtes bzw. eurer Reisereportage untereinander aufteilt, dann wäre die auch schneller fertig. Allerdings solltet ihr natürlich auf einen möglichst gemeinsamen Ton und passende Übergänge achten.

4. Schritt: Fertigstellung

Am Ende solltet ihr euren Text noch einmal durchgehen, noch etwas glätten und vielleicht den einen oder anderen Einfall ergänzen, mit euren Namen versehen, abgeben und euch dann nur noch auf die Englandfahrt freuen.

5. Schritt: Analyse des besten Textes

Damit euer Deutschlehrer sich nicht langweilt, wird er natürlich alle Texte sorgfältig lesen und den interessantesten anschließend so analysieren, wie ihr es auch in der Klassenarbeit Anfang Oktober machen sollt. Damit haben wir auch gleich einen guten Einstieg in der ersten Stunde nach eurer Englandfahrt. Vor allem kann man dann auch feststellen, wer von euch der beste Prophet ist, also in die Zukunft schauen kann 😉

Starthilfen

Für alle, die Probleme mit dem Einstieg haben, gibt es im Folgenden ein paar Tipps, die ihr übernehmen oder abwandeln könnt.

  1. „O Gott, ich habe mein Englisch-Wörterbuch vergessen!“ Jan raufte sich die Haare, schließlich wollte er die Gelegenheit nutzen und neben den Sehenswürdigkeiten Londons auch schauen, inwieweit die Inselmädchen seinem Charme erliegen würden. Und das in holprigem Deutsch-Englisch-Gemisch, keine Chance. Also Moms abfahrendem Auto vor die Stoßstange gesprungen und mit Hinweis auf die Uhr gesagt: „Du hast 20 Minuten – und das Wörterbuch liegt auf dem Garderobentisch.“
  2. „Das wird knapp“, hörte man immer häufiger von den begleitenden Lehrern, wenn sie die Position des Busses und die Abfahrtzeit der Fähre in einen einigermaßen brauchbaren Zusammenhang bringen wollten. Aber damit hatte auch niemand gerechnet, dass auf einer ansteigenden Strecke eine im Stau langsam mit ihrem Auto dahinrollende Mutter gleichzeitig noch ihren zarten Nachwuchs auf dem Rücksitz füttern musste. Tja – und da hatte sich wohl kurzzeitig der Fuß von der Bremse gelöst – der Busfahrer schrie zwar noch auf – aber das hörte sie nicht – und so gab es eine Doppelbeule im Blech und 30 Minuten Aufenthalt, bis man die Versicherungsdaten ausgetauscht hatte. Und diese Minuten fehlten jetzt natürlich, wenn man die Fähre nach England noch rechtzeitig erreichen wollte. Aktuell sah es eher so aus, dass man die eine Woche irgendwo an der Festlandsküste mit Blick auf Dover verbringen würde.
  3. Wer denkt, bei einer einwöchigen Reise einer achten Klasse nach England gibt es nur Sprachprobleme, der hat sich gründlich geirrt: In diesem Falle gab es gleich fünf Fälle, wo wir voll gefordert waren.
  4. England war sicher eine große Nation, auch wenn aktuell die Abspaltung Schottlands drohte. Aber mussten wirklich so seltsame Kleinigkeiten auf dem Frühstückstisch auftauchen, wie es der 13-jährige Dirk noch nie gesehen hatte. Als er noch leicht verschlafen gegen 7 Uhr in der Küche seiner Gastfamilie ankam …
  5. Fast wäre es schon am ersten Tag der Englandfahrt schiefgegangen: Kevin konzentrierte sich nämlich zu sehr auf Chantal und zu wenig auf den Autoverkehr, der in England für ihn unbekannterweise auf der ihm zugewandten Straßenseite von rechts kommt. So konnte er noch im letzten Augenblick ausweichen, während der Fahrer eines Taxis wie verrückt hupte und seine Fahrgäste wahrscheinlich in die Anschnallgurte jagte. Aber so ist das eben im Ausland – einfach vieles anders.

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