Lessing, „Nathan der Weise“ – Anti-Panik-Schaubilder für den schnellen Überblick (Mat5148-gesamt)

Worum es hier geht:

Wir präsentieren hier ein Schaubild, das einen guten Überblick gibt über wichtige Aspekte des Dramas.

 

Die Fortsetzung hin zu einem 2. Schaubild ist hier zu finden:
https://schnell-durchblicken.de/anti-panik-schaubild-2-nathan-der-weise-im-schriftlichen-abitur

„Nathan der Weise“: Basisdaten / Epoche
1.entstanden: 1779 veröffentlicht
2.Uraufführung: nach Lessings Tod 1783
3.Lessing: deutscher Aufklärer: 1729-1781
4.Vergleich: Goethe Werther = 1774 schon: Sturm und Drang

Thema:

  • Wie erreicht man ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen
Aussage und Kritik
  • Konzentriert euch nicht auf Glaubens- oder Wahrheitsunterschiede
  • sondern auf soziales, moralisches Verhalten (den Menschen angenehm sein)
    • Kritik: sehr oberflächlich-naive Vorstellung, typisch für die Aufklärung
    • keine Berücksichtigung der Anthropologie der Menschen
      • und Gott angenehm sein
        • Kritik: Genau hier liegen aber fundamentale Unterschiede der
        • Offenbarungsreligionen und
        • ihrer Glaubensbekenntnisse
Dramaturgie: Konflikte und ihre Entwicklung – Stufe 1: Exposition
  • Exposition:
    • christlicher Tempelherr rettet die angeblich jüdische Tochter Nathans = reicher Handelsherr
    • die entwickelt Gefühle für ihren „Engel“, will sich bedanken
    • Tempelherr geht aber auf Distanz wegen antijüdischer Ressentiments
Dramaturgie – Stufe 2 Persönliche Annäherungen
  • menschliche Verständigung zwischen Nathan und dem Tempelherrnauf der rationalen Basis: Jeder hat Geschichte und kulturellen Hintergrund
    • beste Aussage
    • gegen Exzeptionalismus -> Arroganz
    • und Zwangsmissionierung
    • Liebe zwischen Nathans Tochter Recha und dem Tempelherrn
Dramaturgie – Stufe 3 Grundsätzliche Annäherungen
  • Sultan braucht Geld, Schwester Sittah hat Idee: „Anschlag“ auf Nathan
  • Gefährliche Frage an den „weisen“ Juden:: Welches ist die wahre Religion?
  • Nathan rettet sich in ein „Märchen“ = eigentlich eine „Parabel“
    • Parabel = Beispielgeschichte, die etwas verdeutlichen soll
    • Vater und Wunderring: macht angenehm vor den Menschen und Gott
    • gleiche Liebe zu drei Söhnen -> zwei Ring-Kopien = ohne Transparenz
    • Streit nach dem Tod des Vaters: Richterspruch: Bemühen um Wirkung
Dramaturgie – Stufe 4 Gegenbewegung: Konfliktverschärfung und Pseudo-Lösung
  • Daja, christliche Freundin Rechas verrät dem Tempelherrn das Geheimnis: Recha = christliche Pflegetochter
  • Christlicher Tempelherr ratlos, wendet sich an den radikal-christlichen Patriarchen: Jude soll „brennen“
  • Tempelherr zu Sultan Saladin = es geht um Ähnlichkeit des Tempelherrn, Beruhigung des Zorns gegen Nathan
  • Tempelherr -> Nathan Entschuldigung, der hat Dokument bekommen: Tempelherr und Recha haben den gleichen christlichen Vater = Geschwister
  • Am Ende = Symbol der Menschheitsfamilie: Sultan, Sittah, Neffe Tempelherr, Nichte Recha, Nathan als Freund angelagert
Kritik:
  • Ringparabel = sehr naiv und vordergründig
  • eigentlicher Konflikt = Offenbarung und Glaubensbekenntnis = nur angedeutet, nicht geklärt.
  • Unaufgeklärtes / unmoralisches Verhalten Nathans
    • Lügen-Erziehung
    • in falscher Religion
    • Bücher-Verbot, also gegen Erziehung zur Mündigkeit
    • Desinteresse an Liebe
    • aber: eigentliche Toleranzbasis = Toleranz für unterschiedliche Sozialisation u. Kultur

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Mat5148-einstieg SB Anti-Panik-Schaubild Nathan der Weise

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