Franz Kafka, „Der Prozess“: Inhalt, Schlüsselzitate, Detail-Interpretation (Mat2084-1)

Kurzübersicht: Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Josef K. wird an seinem Geburtstagmorgen völlig grundlos verhaftet – ohne dass ihm ein Vergehen genannt wird.
  2. Die beiden Wärter und der Aufseher lassen K. trotz der Verhaftung erstaunlich viel Freiheit: Er darf weiter zur Arbeit gehen.
  3. K. reagiert zunächst selbstbewusst und leicht spöttisch – er hält die ganze Sache für eine Art Komödie, die man mitspielen kann.
  4. Nach und nach zeigen sich aber Risse in diesem Selbstbewusstsein, etwa wenn er sich vorsorglich Mut antrinkt.
  5. Bei Fräulein Bürstner sucht K. Nähe und Ablenkung – die Szene macht deutlich, wie sehr ihn der Prozess aus der Bahn wirft.
  6. Beim ersten Verhör tritt K. betont kämpferisch auf und hält der Versammlung eine Anklagerede – ohne zu bemerken, dass er sich damit selbst schadet: „Ich schenke euch alle Verhöre“, ruft er beim Verlassen des Saals.
  7. Beim zweiten Besuch ist der Sitzungssaal leer; stattdessen kommt es zum Gespräch mit der Frau des Gerichtsdieners, die K. auch persönlich interessiert.
  8. K. entdeckt dabei, dass die „Gesetzbücher“ des Untersuchungsrichters in Wahrheit unanständige Trivialromane sind – ein Hinweis auf die Fragwürdigkeit des ganzen Gerichts.
  9. Als die Frau vom Studenten Bertold weggeholt wird und sich kaum wehrt, erlebt K. seine erste klare Niederlage – auch wenn er sie sich selbst schönredet.
  10. Zum Nachdenken: Wechselt K. in diesem ersten Teil zwischen echtem Selbstbewusstsein und bloßer Fassade – und an welcher Stelle würdet ihr den ersten wirklichen Bruch ansetzen?

Worum es hier geht

Die meisten Schüler kennen Kafka durch die Lektüre seiner kurzen Erzählungen. Wir haben uns intensiv mit ihnen beschäftigt und dabei auch eine Menge über diesen Schriftsteller und seine Sicht auf den Menschen und die Welt kennengelernt. Kafka hat aber auch drei Romane geschrieben, von denen vor allem „Der Prozess“ in der Schule gelesen wird.  Dementsprechend spannend ist es für uns, herauszufinden, was dieser Roman mehr leistet als die unglaublich konzentrierten kurzen Erzählungen. Immerhin ist eine von ihnen – „Vor dem Gesetz“ – ja sogar diesem Roman entnommen. Im Folgenden wollen wir eine Hilfe beim Einstieg in den Roman und seiner Lektüre leisten, indem wir
  • den Inhalt erläuternd vorstellen – besonders mit Blick auf die Wirkung auf den Leser,
  • auf Schlüsselzitate genauer eingehen
  • und uns immer wieder die Frage stellen: Kann man diesen Roman genauso so einfach als Bild der Situation des Menschen in der Welt verstehen, wie wir das von den Erzählungen her gewöhnt sind.
Als Textgrundlage verwenden wir die E-Book-Version des Reclam-XL Heftes aus dem Jahre 2013, die die entsprechenden Seitenangaben der gedruckten Ausgabe enthält, so dass wir sie angeben können. E-Book-Ausgabe: ISBN 978-3-15-960310-0 Buchausgabe:      ISBN 978-3-15-019126-2

S. 7–9: Der Einstieg – eine plötzliche und sehr seltsame Verhaftung

  1. Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.
    • Wer die Erzählung „Die Verwandlung“ kennt, merkt schnell, dass es hier Gemeinsamkeiten gibt. Dort wie hier gibt es einen Einbruch in das normale Leben, der bei Gregor Samsa aber sehr viel massiver und einschneidender ist, weil er auf einen Schlag in eine völlig neue Existenz geworfen wird.
    • Hier scheint das zunächst auch so zu sein, denn eine Verhaftung führt ja meistens dazu, dass man schnell abgeholt wird und sich dann bald in einer Zelle wiederfindet.
    • Wir werden gleich sehen, dass das hier anders ist.
    • Gemeinsam ist aber beiden Anfängen, dass gleich eine gewisse Klarheit geschaffen wird, auch wenn die Verwandlung in ein Ungeziefer sehr viel offensichtlicher ist als der eher als Vermutung geäußerte Hinweis auf eine mögliche Verleumdung.
    • Gemeinsam ist beiden Anfängen aber auch der Hinweis auf die Unschuld bei den jeweiligen Opfern der Veränderung: Hier wird sie vom Erzähler offen geäußert, bei Gregor Samsa wird zumindest keine schuldhafte Ursache angegeben. Gregor hätte ja auch am Abend vorher jemandem so etwas gewünscht haben können und würde es jetzt an sich selbst erleben.
    • Halten wir also abschließend fest: Wie so oft bei Kafka gibt es einen plötzlichen Einbruch in die Normalität eines Lebens.
  2. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ihm jeden Tag gegen acht Uhr früh das Frühstück brachte, kam diesmal nicht. Das war noch niemals geschehen.
  3. K. wartete noch ein Weilchen, sah von seinem Kopfkissen aus die alte Frau, die ihm gegenüber wohnte und die ihn mit einer an ihr ganz ungewöhnlichen Neugierde beobachtete, dann aber, gleichzeitig befremdet und hungrig, läutete er.
  4. Sofort klopfte es und ein Mann, den er in dieser Wohnung noch niemals gesehen hatte, trat ein. Er war schlank und doch fest gebaut, er trug ein anliegendes schwarzes Kleid, das, ähnlich den Reiseanzügen, mit verschiedenen Falten, Taschen, Schnallen, Knöpfen und einem Gürtel versehen war und infolgedessen, ohne dass man sich darüber klar wurde, wozu es dienen sollte, besonders praktisch erschien.
  5. „Wer sind Sie?“ fragte K. und saß gleich halb aufrecht im Bett. Der Mann aber ging über die Frage hinweg, als müsse man seine Erscheinung hinnehmen, und sagte bloß seinerseits: „Sie haben geläutet?“
    • Interessant ist hier die Konfrontation von berechtigter Frage und der unglaublichen Parallel-Wirklichkeit, die einfach beansprucht wird, ohne irgendwie belegt oder nachgewiesen zu werden.
  6. „Anna soll mir das Frühstück bringen“, sagte K. und versuchte, zunächst stillschweigend, durch Aufmerksamkeit und Überlegung festzustellen, wer der Mann eigentlich war.
  7. Aber dieser setzte sich nicht allzulange seinen Blicken aus, sondern wandte sich zur Tür, die er ein wenig öffnete, um jemandem, der offenbar knapp hinter der Tür stand, zu sagen: „Er will, daß Anna ihm das Frühstück bringt.“ Ein kleines Gelächter im Nebenzimmer folgte, es war nach dem Klang nicht sicher, ob nicht mehrere Personen daran beteiligt waren.
    • Hier gibt es noch die Steigerung, dass die andere Seite nicht nur eine Gegenwirklichkeit präsentiert, sondern diese auch zur einfach wahren macht, indem sie die normale Wirklichkeit als lächerlich abtut oder hinstellt.
  8. Obwohl der fremde Mann dadurch nichts erfahren haben konnte, was er nicht schon früher gewusst hätte, sagte er nun doch zu K. im Tone einer Meldung: „Es ist unmöglich“.
  9. „Das wäre neu“, sagte K., sprang aus dem Bett und zog rasch seine Hosen an. „Ich will doch sehen, was für Leute im Nebenzimmer sind und wie Frau Grubach diese Störung mir gegenüber verantworten wird.“
  10. Es fiel ihm zwar gleich ein, dass er das nicht hätte laut sagen müssen und dass er dadurch gewissermaßen ein Beaufsichtigungsrecht des Fremden anerkannte, aber es schien ihm jetzt nicht wichtig.
    • Hier kommt ein weiteres Element rein, nämlich das Bröckeln der normalen Realität. K. fängt an, es überhaupt für möglich zu halten, dass er Boden an die Gegenseite abgibt.
  11. Immerhin fasste es der Fremde so auf, denn er sagte: „Wollen Sie nicht lieber hierbleiben?“ „Ich will weder hierbleiben, noch von Ihnen angesprochen werden, solange Sie sich mir nicht vorstellen.“
  12. „Es war gut gemeint“, sagte der Fremde und öffnete nun freiwillig die Tür.
    • Hier rafft sich K. noch einmal auf, nimmt gewissermaßen den Kampf auf.
    • Und die Gegenseite behauptet einfach, was sie getan oder vertreten hat, sei „gut gemeint“ gewesen,
    • Das kann man nur so verstehen, dass man auch anders hätte auftreten können, nämlich negativer.
  13. Im Nebenzimmer, in das K. langsamer eintrat, als er wollte, sah es auf den ersten Blick fast genau so aus wie am Abend vorher. Es war das Wohnzimmer der Frau Grubach, vielleicht war in diesem mit Möbeln, Decken, Porzellan und Photographien überfüllten Zimmer heute ein wenig mehr Raum als sonst, man erkannte das nicht gleich, um so weniger, als die Hauptveränderung in der Anwesenheit eines Mannes bestand, der beim offenen Fenster mit einem Buch saß, von dem er jetzt aufblickte.
  14. „Sie hätten in Ihrem Zimmer bleiben sollen! Hat es Ihnen denn Franz nicht gesagt?“ „Ja, was wollen Sie denn?“ sagte K. und sah von der neuen Bekanntschaft zu dem mit Franz Benannten, der in der Tür stehengeblieben war, und dann wieder zurück.
    • Hier dann wieder die totale Selbstverständlichkeit, mit der die Gegenseite deutlich macht, dass sie das Sagen hat.
  15. Durch das offene Fenster erblickte man wieder die alte Frau, die mit wahrhaft greisenhafter Neugierde zu dem jetzt gegenüberliegenden Fenster getreten war, um auch weiterhin alles zu sehen.
  16. „Ich will doch Frau Grubach –“, sagte K., machte eine Bewegung, als reiße er sich von den zwei Männern los, die aber weit von ihm entfernt standen, und wollte weitergehen.
    • Hier hat man den Eindruck, dass K. mehr von einer inneren Gewalt gehindert wird als von einer äußeren.
    • Man könnte auch sagen, dass der Psychoterror, der ausgeübt wurde, hier deutlich seine Wirkung zeigt.
  17. „Nein“, sagte der Mann beim Fenster, warf das Buch auf ein Tischchen und stand auf. „Sie dürfen nicht weggehen, Sie sind ja verhaftet.“
    • Hier äußert sich die Gegenseite endlich zur Sache, erklärt damit alles, womit sie K. vorher verunsichert hat.
  18. „Es sieht so aus“, sagte K. „Und warum denn?“ fragte er dann. „Wir sind nicht dazu bestellt, Ihnen das zu sagen. Gehen Sie in Ihr Zimmer und warten Sie. Das Verfahren ist nun einmal eingeleitet, und Sie werden alles zur richtigen Zeit erfahren.
    • Als nächste Variante des Psychoterrors kommt jetzt eine Kombination von Minimalinformationen und völlig fehlender Hintergrundinformation.
  19. Ich gehe über meinen Auftrag hinaus, wenn ich Ihnen so freundschaftlich zurede. Aber ich hoffe, es hört es niemand sonst als Franz, und der ist selbst gegen alle Vorschrift freundlich zu Ihnen. Wenn Sie auch weiterhin so viel Glück haben wie bei der Bestimmung Ihrer Wächter, dann können Sie zuversichtlich sein.“
    • Am Ende noch einmal die Methode – und diesmal viel massiver, dass die Gegenseite so tut, als wäre ihr Verhalten noch eine Art freundliche Variante.
    • Was hier abgeht, könnte vom Grundsatz her in jedem Terrorregime veranstaltet werden, das nicht sofort auf brutale äußere Gewalt setzt, sondern auf innere Zersetzung.

S. 9ff: K. im Gespräch mit den beiden Wärtern

  • S. 9: K. muss schlechtere Kleidung anziehen, seine eigene wird konfisziert.
  • S. 9/10: K. kümmert sich nicht groß darum: „viel wichtiger war es ihm, Klarheit über seine Lage zu bekommen […] Was waren denn das für Menschen? Wovon sprachen sie? Welcher Behörde gehörten sie an? K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte, ihn in seiner Wohnung zu überfallen?“
  • Er überlegt, ob man sich vielleicht einen Scherz mit ihm leistet: „Darin, dass man später sagen würde, er habe keinen Spaß verstanden, sah K. eine ganz geringe Gefahr, wohl aber erinnerte er sich – ohne daß es sonst seine Gewohnheit gewesen wäre, aus Erfahrungen zu lernen – an einige, an sich unbedeutende Fälle, in denen er zum Unterschied von seinen Freunden mit Bewusstsein, ohne das geringste Gefühl für die möglichen Folgen, sich unvorsichtig benommen hatte und dafür durch das Ergebnis gestraft worden war. Es sollte nicht wieder geschehen, zumindest nicht diesmal; war es eine Komödie, so wollte er mitspielen.“
  • K. sucht dann nach seinen Papieren, findet aber nur eine „Radfahrlegitimation“.
  • Seine Zimmerwirtin, Frau Grubach, schaut kurz herein, verschwindet aber gleich wieder, weil er doch verhaftet ist.
  • Die beiden Wächter verzehren inzwischen sein Frühstück, sind aber bereit, ihm auch was zu essen zu holen – gegen Bezahlung.
  • Als K. den Verhaftungsbefehl sehen will, reagieren die Wächter nur gereizt:
  • „Sie führen sich ärger auf als ein Kind. Was wollen Sie denn? Wollen Sie Ihren großen, verfluchten Prozeß dadurch zu einem raschen Ende bringen, daß Sie mit uns, den Wächtern, über Legitimation und Verhaftbefehl diskutieren?
  • Wir sind niedrige Angestellte, die sich in einem Legitimationspapier kaum auskennen und die mit Ihrer Sache nichts anderes zu tun haben, als daß sie zehn Stunden täglich bei Ihnen Wache halten und dafür bezahlt werden.
  • Das ist alles, was wir sind, trotzdem aber sind wir fähig, einzusehen, daß die hohen Behörden, in deren Dienst wir stehen, ehe sie eine solche Verhaftung verfügen, sich sehr genau über die Gründe der Verhaftung und die Person des Verhafteten unterrichten. Es gibt darin keinen Irrtum.
  • Unsere Behörde, soweit ich sie kenne, und ich kenne nur die niedrigsten Grade, sucht doch nicht etwa die Schuld in der Bevölkerung, sondern wird, wie es im Gesetz heißt, von der Schuld angezogen und muss uns Wächter ausschicken.
  • Das ist Gesetz. Wo gäbe es da einen Irrtum?“
  • „Dieses Gesetz kenne ich nicht«, sagte K.
  • „Desto schlimmer für Sie“, sagte der Wächter.
  • „Es besteht wohl auch nur in Ihren Köpfen“, sagte K., er wollte sich irgendwie in die Gedanken der Wächter einschleichen, sie zu seinen Gunsten wenden oder sich dort einbürgern.
  • Aber der Wächter sagte nur abweisend: „Sie werden es zu fühlen bekommen.“
  • S. 12: K. reagiert darauf eher selbstbewusst (für Kafka-Kenner: Etwas Ähnliches findet sich in der Erzählung „Der Schlag ans Hoftor“) „K. antwortete nichts mehr; muss ich, dachte er, durch das Geschwätz dieser niedrigsten Organe – sie geben selbst zu, es zu sein – mich noch mehr verwirren lassen? Sie reden doch jedenfalls von Dingen, die sie gar nicht verstehen. Ihre Sicherheit ist nur durch ihre Dummheit möglich. Ein paar Worte, die ich mit einem mir ebenbürtigen Menschen sprechen werde, werden alles unvergleichlich klarer machen als die längsten Reden mit diesen. „

S. 13ff: K. in seinem Zimmer

  • „Er fühlte sich wohl und zuversichtlich“
  • Die Wächter, die K. für ziemlich beschränkt hält: „mochten jetzt, wenn sie wollten, zusehen, wie er zu einem Wandschränkchen ging, in dem er einen guten Schnaps aufbewahrte, wie er ein Gläschen zuerst zum Ersatz des Frühstücks leerte und wie er ein zweites Gläschen dazu bestimmte, sich Mut zu machen, das letztere nur aus Vorsicht für den unwahrscheinlichen Fall, daß es nötig sein sollte.“
  • Deutlich wird zum einen, wie selbstbewusst K. noch ist – oder besser: sich gibt.
  • Denn am Ende wird – typisch für Kafka – deutlich, wie dieses Selbstbewusstsein am Ende in Frage gestellt wird. K. hält es zwar noch für einen „unwahrscheinlichen Fall“, dass er Mut braucht, aber er sorgt schon mal vor, während er früher das Gegenteil von sich behauptet hat.
  • Vgl. S. 10: „Darin, dass man später sagen würde, er habe keinen Spaß verstanden, sah K. eine ganz geringe Gefahr, wohl aber erinnerte er sich – ohne dass es sonst seine Gewohnheit gewesen wäre, aus Erfahrungen zu lernen – an einige, an sich unbedeutende Fälle, in denen er zum Unterschied von seinen Freunden mit Bewusstsein, ohne das geringste Gefühl für die möglichen Folgen, sich unvorsichtig benommen hatte und dafür durch das Ergebnis gestraft worden war. Es sollte nicht wieder geschehen, zumindest nicht diesmal; war es eine Komödie, so wollte er mitspielen.“

S. 14ff: K. wird von den Wächtern gerufen und trifft den Aufseher

  • Wie sehr K. schon ein bisschen zermürbt ist und nervös reagiert, zeigt sich auf S. 14: „Da erschreckte ihn ein Zuruf aus dem Nebenzimmer derartig, dass er mit den Zähnen ans Glas schlug. „
  • Von dem Aufseher erfährt K. dann nichts Neues, bei ihm werden weiter widerstreitende Gefühle, zum einen immer noch eine gewisse Empörung über seine Behandlung, dann aber auch eine „gewisse Aufregung“, schließlich reagiert er sogar „mehr bestürzt als geärgert“.
  • Er hofft der Angelegenheit, „durch einen gegenseitigen Händedruck einen versöhnlichen Abschluß zu geben“, ein Vorschlag, den der der Aufseher aber nicht annimmt.
  • Das hindert K. aber nicht am Versuch erneuten Selbstbewusstseins:  „K. fragte mit einem gewissen Trotz, denn obwohl sein Handschlag nicht angenommen worden war, fühlte er sich, insbesondere seitdem der Aufseher aufgestanden war, immer unabhängiger von allen diesen Leuten. Er spielte mit ihnen.“

S. 22: Nach der normalen Tagesarbeit in der Bank – Gespräch mit Frau Grubach

  • K. ist erstaunt, dass er trotz seiner Verhaftung seinen Alltagsgeschäften nachgehen kann.
  • Abends hält er es für nötig, in seiner Wohnung „die Ordnung wieder herzustellen“.
  • Er entschuldigt sich bei Frau Grubach, der Vermieterin, spricht mit ihr über seinen Fall und muss am Ende feststellen, dass sie ihn unter Tränen bedauert, dabei aber den Handschlag vergisst, den K. gerne nach dem vergeblichen Kontaktversuch gegenüber dem Aufseher hätte.

S. 28ff: Bei Fräulein Bürstner

  • Dass K. nicht zur Normalität zurückfindet, merkt man daran, dass er beschließt, auf Fräulein Bürstner, seine Nachbarin im Haus zu warten.
  • Hier kommt es – nachdem K. sich auch hier ausführlich über seine Verhaftung ausgesprochen hat – zu einigen erotischen Verklemmungen. Am Ende heißt es: K. „lief vor, faßte sie, küsste sie auf den Mund und dann über das ganze Gesicht, wie ein durstiges Tier mit der Zunge über das endlich gefundene Quellwasser hinjagt. Schließlich küsste er sie auf den Hals, wo die Gurgel ist, und dort ließ er die Lippen lange liegen. „
  • Man merkt deutlich, wie dieser an sich angesehene hohe Bankangestellte K. immer mehr aus dem normalen Rahmen fällt.

S. 35ff: Erste Untersuchung – Anruf: Einladung für Sonntag

  • K wird telefonisch über eine erste Vorladung informiert.
  • Sie ist auf Sonntag gelegt worden, damit er beruflich nicht eingeschränkt wird.
  • Dummerweise macht ihm aber zugleich der Direktor-Stellvertreter das Angebot, am Sonntag zu seiner Veranstaltung zu kommen.
  • K, der das als eine Art Freundschafts Angebot bei schwierigen Verhältnis versteht, muss leider ablehnen.
  • Deutlich wird in diesem Zusammenhang, wie geistesabwesend K ist, nur mit seinem Prozess beschäftigt.

S. 37: Auf dem Weg zum Verhör

  • K macht sich früh auf den Weg, eine genaue Uhrzeit ist nicht angegeben worden.
  • Ebenso ist der Ort auch nicht genau genug angegeben worden, K verlässt sich allerdings auf den Hinweis eines der beiden Männer, die ihn verhaftet haben, dass das Gericht gewissermaßen zur Schuld kommt.
  • Auf jeden Fall wird K am Ende richtig in den Sitzungssaal geleitet, obwohl er eigentlich nach einem Tischler Lanz gesucht hat.

S. 41: Im Verhörsaal – K. tritt sehr selbstbewusst auf

  • Der Saal ist gut gefüllt,
  • K hat den Eindruck, in eine Art Parteiversammlung mit zwei Parteien geraten zu sein.
  • Angeblich ist da zu spät gekommen, die Veranstaltung soll aber doch stattfinden.
  • Dann wird er mit einem Zimmermaler verwechselt, K korrigiert das, aber das alles wird nur mit Gelächter begleitet, anscheinend kommt es gar nicht darauf an, wer K wirklich ist.
  • Ihre Frage, Herr Untersuchungsrichter, ob ich Zimmermaler bin – vielmehr, Sie haben gar nicht gefragt, sondern es mir auf den Kopf zugesagt –, ist bezeichnend für die ganze Art des Verfahrens, das gegen mich geführt wird.
  • Sie können einwenden, dass es ja überhaupt kein Verfahren ist,
  • Sie haben sehr recht, denn es ist ja nur ein Verfahren, wenn ich es als solches anerkenne.
  • Aber ich erkenne es also für den Augenblick jetzt an, aus Mitleid gewissermaßen.
  • Man kann sich nicht anders als mitleidig dazu stellen, wenn man es überhaupt beachten will.
  • Ich sage nicht, daß es ein liederliches Verfahren ist, aber ich möchte Ihnen diese Bezeichnung zur Selbsterkenntnis angeboten haben.«
  • K legt dann noch einen nach, in dem er sich über das Untersuchungsheft des Untersuchungsrichters lustig macht:
  • „… vor diesem Schuldbuch fürchte ich mich wahrhaftig nicht, obwohl es mir unzugänglich ist, denn ich kann es nur mit zwei Fingern anfassen und würde es nicht in die Hand nehmen.“
  • Es konnte nur ein Zeichen tiefer Demütigung sein oder es musste zumindest so aufgefaßt werden, dass der Untersuchungsrichter nach dem Heftchen, wie es auf den Tisch gefallen war, griff, es ein wenig in Ordnung zu bringen suchte und es wieder vornahm, um darin zu lesen.
  • In einem nächsten Schritt weitet K die Kritik aus, macht sich gewissermaßen zum Anwalt all derer, denen es ähnlich geht. Hier erreicht er sogar einen einzelnen Bravo-Ruf.
  • Anschließend nutzt K die Zeit, ausführlich die „öffentliche Besprechung eines öffentlichen Mißstandes“, nämlich die Umstände seiner Verhaftung, zu präsentieren.
  • Als er mitbekommt, dass der Untersuchungsrichter der Versammlung Zeichen gibt, macht er das auch öffentlich, erreicht aber nur, dass die scheinbar zwei Parteien immer mehr zu einer gemeinsamen Einheitsmasse werden, die sich eher gegen K richtet.
  • In dem Zusammenhang schlägt K sogar mit der Faust auf den Tisch, was den Untersuchungsrichter regelrecht erschreckt, was wiederum K zu der Überzeugung bringt, dass er hier gewissermaßen die Oberhand gewonnen habe.
  • Es gibt dann durch eine Waschfrau eine Störung der Rede und des Eindrucks, den K gemacht hat. Anschließend muss er feststellen, dass alle Anwesenden das gleiche Abzeichen haben und die unterschiedlichen Parteien und alles andere wahrscheinlich auch nur gespielt haben.
  • K beschimpft daraufhin die gesamte Versammlung und verlässt sie, allerdings nicht ohne dass der Untersuchungsrichter ihn darauf aufmerksam gemacht hat, dass er die Chance verspielt habe, einen guten Eindruck zu machen.
  • „Einen Augenblick“, sagte er.
  • K. blieb stehen, sah aber nicht auf den Untersuchungsrichter, sondern auf die Tür, deren Klinke er schon ergriffen hatte.
  • „Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen“, sagte der Untersuchungsrichter, „dass Sie sich heute – es dürfte Ihnen noch nicht zu Bewusstsein gekommen sein – des Vorteils beraubt haben, den ein Verhör für den Verhafteten in jedem Falle bedeutet.“
  • K. lachte die Tür an. „Ihr Lumpen“, rief er, „ich schenke euch alle Verhöre“, öffnete die Tür und eilte die Treppe hinunter.
  • Hinter ihm erhob sich der Lärm der wieder lebendig gewordenen Versammlung, welche die Vorfälle wahrscheinlich nach Art von Studierenden zu besprechen begann.

S. 51ff: Zweiter Besuch im Sitzungssaal, der aber leer ist – Gespräch mit der Frau des Gerichtsdieners

  • S. 51ff: K. wartet auf einen nächsten Sitzungstermin, bekommt aber keine Nachricht.
  • Er glaubt dann, dass er „stillschweigend“ in das gleiche Haus eingeladen worden sei und macht sich einfach auf den Weg.
  • 51ff: Gespräch mit der Frau des Gerichtsdieners:
  • Zunächst geht es um die seltsame Situation mit dem Studenten, durch den seine Rede gestört worden ist. Hier hat K. moralische Bedenken, weil die Frau doch verheiratet ist.
  • Die Frau erklärt aber: „Es war nicht zu Ihrem Nachteil, daß ihre Rede abgebrochen wurde. Man hat nachher noch sehr ungünstig über sie geurteilt.“ (52)
  • Was die peinliche Situation angeht, erklärt die Frau, dass sie von dem Studenten regelrecht verfolgt werde, ihr Mann nichts machen könne, weil der andere „voraussichtlich zu größerer Macht kommen“ (52) werde.
  • Was eine Verbesserung dieser Zustände angeht, will K. sich darum bemühen, erwartet aber auch eine entsprechende hilfreiche Gegenleistung von der Frau.
  • Die besteht darin, dass sie ihn die Bücher des Richters durchschauen lässt, bei denen es sich um niedrigste Trivialliteratur handelt:
  • „K. schlug das oberste Buch auf, es erschien ein unanständiges Bild. Ein Mann und eine Frau saßen nackt auf einem Kanapee, die gemeine Absicht des Zeichners war deutlich zu erkennen, aber seine Ungeschicklichkeit war so groß gewesen, dass schließlich doch nur ein Mann und eine Frau zu sehen waren, die allzu körperlich aus dem Bilde hervorragten, übermäßig aufrecht dasaßen und sich infolge falscher Perspektive nur mühsam einander zuwendeten.
  • K. blätterte nicht weiter, sondern schlug nur noch das Titelblatt des zweiten Buches auf, es war ein Roman mit dem Titel: ‚Die Plagen, welche Grete von ihrem Manne Hans zu erleiden hatte.‘ ‚Das sind die Gesetzbücher, die hier studiert werden‘, sagte K., ‚von solchen Menschen soll ich gerichtet werden.'“
  • Dann wird deutlich, dass die Frau K. zwar irgendwie helfen will, aber auch persönliches Interesse an ihm hat, was K. missfällt: „sie ist verdorben“. „Sie gehören zu der Gesellschaft, die ich bekämpfen muss“
  • Schließlich dann längere Ausführungen zu K.s Einstellung gegenüber dem Prozess und seinen Perspektiven:
  • S. 55: „‚Sie missverstehen mich«, sagte K. und setzte sich, ‚wenn Ihnen wirklich daran liegt, daß ich hier bleibe, bleibe ich gern, ich habe ja Zeit, ich kam doch in der Erwartung her, dass heute eine Verhandlung sein werde. Mit dem, was ich früher sagte, wollte ich Sie nur bitten, in meinem Prozeß nichts für mich zu unternehmen.
  • Aber auch das muss Sie nicht kränken, wenn Sie bedenken, daß mir am Ausgang des Prozesses gar nichts liegt und dass ich über eine Verurteilung nur lachen werde.
  • Vorausgesetzt, dass es überhaupt zu einem wirklichen Abschluss des Prozesses kommt, was ich sehr bezweifle.
  • Ich glaube vielmehr, dass das Verfahren infolge Faulheit oder Vergesslichkeit oder vielleicht sogar infolge Angst der Beamtenschaft schon abgebrochen ist oder in der nächsten Zeit abgebrochen werden wird.
  • Möglich ist allerdings auch, dass man in Hoffnung auf irgendeine größere Bestechung den Prozeß scheinbar weiterführen wird, ganz vergeblich, wie ich heute schon sagen kann, denn ich besteche niemanden.
  • Es wäre immerhin eine Gefälligkeit, die Sie mir leisten könnten, wenn Sie dem Untersuchungsrichter oder irgend jemandem sonst, der wichtige Nachrichten gern verbreitet, mitteilten, dass ich niemals und durch keine Kunststücke, an denen die Herren wohl reich sind, zu einer Bestechung zu bewegen sein werde. Es wäre ganz aussichtslos, das können Sie ihnen offen sagen. Übrigens wird man es vielleicht selbst schon bemerkt haben, und selbst wenn dies nicht sein sollte, liegt mir gar nicht so viel daran, dass man es jetzt schon erfährt. Es würde ja dadurch den Herren nur Arbeit erspart werden, allerdings auch mir einige Unannehmlichkeiten, die ich aber gern auf mich nehme, wenn ich weiß, dass jede gleichzeitig ein Hieb für die anderen ist. Und daß es so wird, dafür will ich sorgen.
  • Deutlich wird hier das Selbstbewusstsein, das K. noch zeigt, verbunden mit Kampfbereitschaft.
  • Die Frau berichtet dann, wie fleißig der Untersuchungsrichter schreibt, besonders über K., und wie sehr er sich auch um sie bemüht, so dass er ihr sogar eine Lampe in ihr Schlafzimmer zurückbringt und ihr durch den Studenten seidene Strümpfe bringen lässt.
  • S. 57: Der Student Bertold erscheint und ruft die Frau zu sich. Die geht auch, versichert aber K. vorher noch:
  • „‚Seien Sie mir nicht böse, ich bitte Sie vielmals, denken Sie auch nicht schlecht von mir, ich muss jetzt zu ihm gehen, zu diesem scheußlichen Menschen, sehen Sie nur seine krummen Beine an.
  • Aber ich komme gleich zurück, und dann gehe ich mit Ihnen, wenn Sie mich mitnehmen, ich gehe, wohin Sie wollen, Sie können mit mir tun, was sie wollen, ich werde glücklich sein, wenn ich von hier für möglichst lange Zeit fort bin, am liebsten allerdings für immer.‘
  • Sie streichelte noch K.s Hand, sprang auf und lief zum Fenster.
  • Unwillkürlich haschte noch K. nach ihrer Hand ins Leere. Die Frau verlockte ihn wirklich, er fand trotz allem Nachdenken keinen haltbaren Grund dafür, warum er der Verlockung nicht nachgeben sollte.
  • Den flüchtigen Einwand, dass ihn die Frau für das Gericht einfange, wehrte er ohne Mühe ab. Auf welche Weise konnte sie ihn einfangen? Blieb er nicht immer so frei, dass er das ganze Gericht, wenigstens soweit es ihn betraf, sofort zerschlagen konnte? Konnte er nicht dieses geringe Vertrauen zu sich haben?
  • Und ihr Anerbieten einer Hilfe klang aufrichtig und war vielleicht nicht wertlos. Und es gab vielleicht keine bessere Rache an dem Untersuchungsrichter und seinem Anhang, als dass er ihnen diese Frau entzog und an sich nahm.
  • Es könnte sich dann einmal der Fall ereignen, daß der Untersuchungsrichter nach mühevoller Arbeit an Lügenberichten über K. in später Nacht das Bett der Frau leer fand. Und leer deshalb, weil sie K. gehörte, weil diese Frau am Fenster, dieser üppige, gelenkige, warme Körper im dunklen Kleid aus grobem, schwerem Stoff, durchaus nur K. gehörte.“
  • Man merkt hier deutlich, wie sehr K. doch gegenüber sexuellen Avancen empfänglich ist.
  • Auf S. 59 kommt es schließlich zur Konfrontation zwischen K. und dem Studenten, der daraufhin erklärt:
  • „‚Man hätte ihn nicht so frei herumlaufen lassen sollen‘, sagte der Student, als wolle er der Frau eine Erklärung für K.s beleidigende Rede geben, ‚es war ein Missgriff. Ich habe es dem Untersuchungsrichter gesagt. Man hätte ihn zwischen den Verhören zumindest in seinem Zimmer halten sollen. Der Untersuchungsrichter ist manchmal unbegreiflich.'“
  • Der Student zeigt dann seine Macht, indem er die Frau einfach mitnimmt und diese sich auch nur halb wehrt:
  • „‚Es hilft nichts, der Untersuchungsrichter läßt mich holen, ich darf nicht mit Ihnen gehen, dieses kleine Scheusal‘, sie fuhr hierbei dem Studenten mit der Hand übers Gesicht, »dieses kleine Scheusal läßt mich nicht.‘
  • ‚Und Sie wollen nicht befreit werden!‘ schrie K. und legte die Hand auf die Schulter des Studenten, der mit den Zähnen nach ihr schnappte.
  • ‚Nein!‘ rief die Frau und wehrte K. mit beiden Händen ab, »nein, nein, nur das nicht, woran denken Sie denn! Das wäre mein Verderben. Lassen Sie ihn doch, o bitte, lassen Sie ihn doch. Er führt ja nur den Befehl des Untersuchungsrichters aus und trägt mich zu ihm.'“
  • Die erste Niederlage, als die Frau gar nicht gerettet werden wollte:
  • S. 60: „K. ging ihnen langsam nach, er sah ein, daß das die erste zweifellose Niederlage war, die er von diesen Leuten erfahren hatte.
  • Es war natürlich kein Grund, sich deshalb zu ängstigen, er erhielt die Niederlage nur deshalb, weil er den Kampf aufsuchte.
  • Wenn er zu Hause bliebe und sein gewohntes Leben führte, war er jedem dieser Leute tausendfach überlegen und konnte jeden mit einem Fußtritt von seinem Wege räumen.
  • Und er stellte sich die allerlächerlichste Szene vor, die es zum Beispiel geben würde, wenn dieser klägliche Student, dieses aufgeblasene Kind, dieser krumme Bartträger vor Elsas Bett knien und mit gefalteten Händen um Gnade bitten würde.
  • K. gefiel diese Vorstellung so, dass er beschloss, wenn sich nur irgendeine Gelegenheit dafür ergeben sollte, den Studenten einmal zu Elsa mitzunehmen.“
  • Man merkt hier deutlich,  dass dieser K. nicht (nur) der rationale Prokurist ist, sondern sich darunter starke menschlich-allzumenschliche Gefühle verbergen.

S. 60ff: Nach dem Verschwinden der Frau mit dem Studenten – Gespräch mit ihrem Mann

  • K. trifft dann den Gerichtsdiener, der sich über den Studenten und dessen Umgang mit seiner Frau beklagt.
  • Interessant ist, dass der Mann dann ähnliche Bestrafungsträume äußert wie vorher K. auch.
  • „Wäre ich nicht so abhängig, ich hätte den Studenten schon längst hier an der Wand zerdrückt. Hier neben dem Anschlagzettel. Davon träume ich immer. Hier, ein wenig über dem Fußboden, ist er festgedrückt, die Arme gestreckt, die Finger gespreizt, die krummen Beine zum Kreis gedreht, und ringsherum Blutspritzer. Bisher war es aber nur Traum.“
  • „Man müßte den Studenten, der ein Feigling ist, einmal, wenn er meine Frau anrühren will, so durchprügeln, daß er es niemals mehr wagt. Aber ich darf es nicht, und andere machen mir den Gefallen nicht, denn alle fürchten seine Macht.“
  • K. erklärt sich dann durchaus bereit, „gelegentlich den Studenten in Behandlung zu nehmen“.
  • Sie weiten das dann aber gemeinsam noch weiter aus: „‚Es würden vielleicht‘, fuhr K. fort, ‚auch noch andere Ihrer Beamten und vielleicht sogar alle das gleiche verdienen.‘ ‚Ja, ja‘, sagte der Gerichtsdiener, als handle es sich um etwas Selbstverständliches. Dann sah er K. mit einem zutraulichen Blick an, wie er es bisher trotz aller Freundlichkeit nicht getan hatte, und fügte hinzu: »Man rebelliert eben immer.«
  • Hier wird fast eine Verbrüderung deutlich, allerdings werden auch die Grenzen deutlich: „Aber das Gespräch schien ihm doch ein wenig unbehaglich geworden zu sein, denn er brach es ab.“

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Mit Teil 2 geht es hier weiter:
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