Infos und Tipps zum Roman „Die Welle“ – Kapitel 2 (Mat8744-2)

Worum es hier geht:

Auf der Seite
https://schnell-durchblicken.de/die-welle-textkenntnis-lesetagebuch-ideen
haben wir das Projekt vorgestellt, in dem wir Schülis helfen wollen, schnell in den Roman „Die Welle“ hineinzukommen.
Dort gibt es auch eine Übersicht über die einzelnen Kapitel.

Hier geht es um Kapitel 2:

Antwort auf die Frage: Worum geht es in Kapitel 2? (EB17-24)
  1. Es geht um eine Schulstunde, in der der Geschichtslehrer einen Film über die Verbrechen der Nazis gegenüber Juden und anderen missliebigen Menschen.
  2. Deutlich wird die Grausamkeit und Unmenschlichkeit, mit der dabei vorgegangen wird.
  3. Die Schülis sollen das nachempfinden und darüber nachdenken, wie so etwas geschehen konnte.
  4. Besonders wird über die Behauptung von Deutschen später gestritten, sie hätten von diesen Verbrechen nichts gewusst.
  5. Hierauf weiß auch der Lehrer keine Antwort:
    EB21: „Das Verhalten der übrigen deutschen Bevölkerung ist ein Rätsel …“
  6. Man ist sich einig, dass man so etwas heute nicht zulassen würde.
  7. In einem kurzen Gespräch mit dem Lehrer zeigt Laurie ihr völliges Unverständnis, wie man solche Taten zulassen konnte: „Das ist vollendeter Wahnsinn“. Dem stimmt der Lehrer zu.
  8. Am Schluss des Kapitels beschäftigt sich der Lehrer mit Robert Billings, der sich wenig Mühe gibt. Er steht unter dem Druck, seinem berühmten älteren Bruders nachzueifern.
  9. Am Ende geht Robert einfach. Man hat den Eindruck, dass der Lehrer nichts erreicht hat.
Mögliche Testfragen zu Kapitel 2
  • Als was wird Adolf Hitler bezeichnet, der für Millionen Tote verantwortlich ist.
    „Psychopath“, EB17
  • Als was wird der Massenmord im Hinblick auf die Geschichte bezeichnet?
    EB18: Es ist „der Gestank der niederträchtigsten Tat in der Geschichte der Menschheit“.
  • Was erfährt man über den sozialen Hintergrund der meisten Schülis?
    EB18: „Sie entstammten gesunden Mittelstandsfamilien.“
  • Als was bezeichnet Laurie das, was damals geschehen ist – und der Lehrer stimmt ihr zu?
    EB22: „Das ist vollendeter Wahnsinn.“
Überlegungen für ein Lesetagebuch: Kapitel 2
  • Sehr anschaulich wird auf die Grausamkeiten der Nazis eingegangen.
  • Mich hat am meisten beeindruckt, was der Lehrer zu der verbleibenden Lebenszeit der Leute gesagt hat, die ins KZ oder ins entsprechende Arbeitslager kamen:
    EB18: Lebenserwartung = 270 Tage – „Viele überlebten noch nicht einmal eine Woche.“
  • Hier könnte man auf die „Selektion“ direkt nach dem Eintreffen der Züge im KZ eingehen.
  • Interessant ist die unterschiedliche Reaktion der Schülis.
  • Einige scheinen das wie einen Horrorfilm einzuschätzen.
  • Die entscheidende Frage ist, was die Deutschen davon wussten und warum sie das zugelassen haben.
  • Interessant die einhellige Meinung, dass man so etwas in ihrer Gegenwart nicht zulassen würde.
  • Am Ende gut gemacht, dass auch die Normalität der Probleme eines Schülers einbezogen werden.
Zusammenfassung/ Auswertung/Anregungen
  • Hier kommt der Roman zu seinem eigentlichen Thema,
    • nämlich der Frage, wie es zu den ungeheuerlichen Verbrechen  kommen konnte
    • und wie man heute mit so etwas umgehen würde.
  • Kleine Korrektur: Der Lehrer spricht von Hitler als einem ehemaligen Anstreicher. In Wirklichkeit hat Hitler als Maler von Postkarten sich ein bisschen Geld verdient.
    Siehe weiter unten die Antwort von Bing/Copilot vom 9.5.24 um 09:50 Uhr
  • Dann könnte man klären, was ein Psychopath ist und ob diese Bezeichnung auch für jemanden wie Hitler zutrifft – oder ob da nicht noch etwas an Schrecklichem hinzukommt.
  • In diesem Kapitel ist erstaunlich, dass der Lehrer sich genauso fassungslos zeigt angesichts der Verbrechen und ihrer Hintergründe wie die Schülis:
    • Diese Fassungslosigkeit ist völlig berechtigt, wenn es um die Menschenverachtung und das ungeheure Leiden der Opfer geht.
    • Eine Lehrkraft sollte auch schon zur Entstehungszeit dieses Romans und des entsprechenden realen Experiments das
      • Milgram-Experiment kennen, der genau zeigt, wie Menschen – und nicht nur Deutsche – in bestimmten Situationen menschliches Mitgefühl aufgeben:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment
      • Wer jemals Ausschreitungen zum Beispiel bei einem Fußballspiel oder vergleichbaren Massen-Auseinandersetzungen gesehen hat, der sollte sich mit den Forschungen des Psychologen Le Bon beschäftigen.
        Der hat schon um 1900 genau beschrieben, wie unter bestimmten Bedingungen Menschen in einer großen Gemeinschaft zu einer „Massenseele“ werden. Dabei können Handlungen begangen werden, bei denen man sich selbst hinterher nicht mehr versteht.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Le_Bon
      • Und was die stolzen Bekenntnisse in der Klasse angeht: Wir würden so was nie tun. Die seien an Mobbing-Vorgänge erinnert, die die gleichen Phänomene zeigen – ohne natürlich die Dimensionen zu erreichen, um die es in dem Roman geht.
        Aber wer jemals unter Mobbing gelitten hat, hat auch mitbekommen, wie schnell andere dabei mitmachen, manche aus Spaß am Quälen, viele einfach gedankenlos oder weil sie Angst haben, das nächste Opfer zu werden.
        https://www.hanisauland.de/wissen/spezial/miteinander/mobbing/mobbing-kapitel-1.html
        Man muss aufpassen, dass die notwendigen Auseinandersetzungen mit einem Phänomen der Vergangenheit nicht dazu führen, dass man die kleinen Anfänge von Unmenschlichkeit bei sich selbst oder seiner Umgebung übersieht.
        Von daher ist es dem Roman hoch anzurechnen, dass er ja diesen am Anfang recht selbstgerechten Schülis am Ende deutlich macht: Auch wir waren in der Gefahr, unmenschlich zu werden.
  • Zu einem kritischen Umgang mit den Verbrechen der Nazis gehört auch, dass man andere Fälle der neueren Geschichte sich anschaut. Es geht dabei nicht um einen Vergleich, sondern eine eigene kritische Einordnung – frei nach Immanuel Kants Vorstellung von echter Aufklärung:
    Sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne Anleitung oder Vorgaben durch andere:
    Darum nehmen wir auch selbst hier keine Stellung, sondern verweisen nur auf Ereignisse und Vorgänge, die man kennen sollte:
    Ohne zu vergleichen geht es um gewisse Parallelen zu Stalin, Mao-Tse-Tung und den Roten Khmer sowie dem Völkermord in Ruanda. Dann wird nämlich deutlich, dass die Gefahr solcher Verbrechen nicht mit dem Sieg über die Nazis vorbei ist. Umso mehr sind Menschen zu allen Zeiten aufgerufen, auf gefährliche Entwicklungen zu achten.
  • Aktuell im Jahre 2024 muss man sich sicher auch auf kritische Fragen von Menschen einstellen, die auf das Leiden der Menschen im Gaza-Streifen angesichts der Aktionen der israelischen Armee hinweisen. Wir gehen hier nicht näher darauf ein, weil das am besten im Unterricht besprochen wird. Aber wichtig ist, auf solche Fragen vorbereitet zu sein.
  • Zu den historischen Ereignissen, auf die man zu sprechen kommen könnte
Anstreicher oder Kunstmaler? Was die KI dazu sagt:

Unsere Frage = Prompt:
War Adolf Hitler Anstreicher oder Kunstmaler?

Die Antwort von Bing/Copilot – in Kursivschrift mit interessanten Quellen:
Die Antworten von MIA (menschliche Intelligenz in Aktion) in roter Farbe und eingerückt:

Adolf Hitler wurde oft als “Anstreicher” bezeichnet, und diese Bezeichnung hatte eine interessante Doppelsinnigkeit. Lassen Sie mich Ihnen erklären:

    • Wir waren immer davon ausgegangen, dass aus einem „Maler“ einfach ein „Anstreicher“ gemacht wurde.
    • So wird man auch durch die KI klüger, wie auch der folgende Absatz zeigt, der das näher erklärt.
  1. Anstreicher: Der Spottname “Anstreicher” wurde vom kritischen Volksmund für Politiker verwendet, die den Erwartungen, die sie durch ihr populistisches Auftreten geweckt hatten, nicht gerecht wurden. Diese Politiker enttäuschten die Hoffnungen ihrer unkritischen Anhänger. Der Ausspruch von Erich Kästner illustriert dies treffend: “Immer wieder kommen Staatsmänner mit großen Farbtöpfen des Weges und erklären, sie seien die neuen Baumeister. Und immer wieder sind es nur Anstreicher.” Diese Bezeichnung wurde insbesondere auf Adolf Hitler gemünzt1.
  2. Künstlerische Ambitionen: Hitler träumte von einer Karriere als Architekt oder Maler. Im Jahr 1907 bewarb er sich für die “Allgemeine Malerklasse” der Wiener Akademie der Bildenden Künste um einen Studienplatz. Obwohl er einige Postkartenmotive veröffentlichte, gelang es ihm nie, künstlerisch anerkannte Werke zu schaffen. Dennoch hielt er sich für einen begabten Kunstmaler2.

Insgesamt war Adolf Hitler also kein professioneller Anstreicher, sondern ein Politiker mit künstlerischen Ambitionen. Die Bezeichnung “Anstreicher” wurde humorvoll verwendet, um auf seine politischen Versprechen und seine fehlende Erfüllung derselben anzuspielen. Es ist faszinierend, wie solche Spitznamen historische Persönlichkeiten begleiten können! 🎨🎭

1: Wikipedia – Anstreicher (Spottname) 2: Was war Wann? – Adolf Hitler in Wien

Gesamtübersicht über die einzelnen Kapitel

Weitere Infos, Tipps und Materialien