Worum es hier geht:
- Wir wollen allen helfen, die sich einen Überblick über einen längeren Text verschaffen wollen.
- In diesem Falle geht es um die fünfte und letzte Szene aus Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“.
- Der Text ist u.a. hier zu finden.
— - Wir teilen ihn in Abschnitte ein, die wir hier nacheinander vorstellen.
- Die Zeilennummern beziehen sich auf eine von uns hergestellte Druckausgabe.
- Mat567-sz5 Borchert Draußen vor der Szene 5 mit Zeilennummern
Gesamtübersicht über das Drama
- Szenen-Übersicht Borchert, „Draußen vor der Tür“
https://schnell-durchblicken.de/szenen-uebersicht-borchert-draussen-vor-der-tuer
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Gesamtübersicht über die Szene 5
https://schnell-durchblicken.de/wolfgang-borchert-draussen-vor-der-tuer-szene-5
Szene 5 – Teil 8
Die Verlockung des Todes und die Weigerung zu leben
Zeilen: 341-358
Kommentar: Beckmann fühlt sich vom Tod angezogen, da dieser ihm eine „offene Tür“ versprochen hat. Er erklärt, dass er „schön tot“ ist und alles für ihn „aus“ ist. „Der Andere“ versucht weiterhin verzweifelt, ihn aus diesem tödlichen Traum zu wecken und zum Leben zu bewegen. Dieser Abschnitt verdeutlicht Beckmanns Wunsch nach Endgültigkeit und Erlösung durch den Tod.

Hier der Kommentar zum Rauskopieren:
341ff
- Nach dem Treffen mit dem Tod
Der Andere will B. wieder motivieren - B. aber will sich mit der einen Tür begnügen
der Tür des Todes - Er hält das für einen wunderschönen Traum.-
- Der Andere hält das für einen bösen Traum.
Aber B. fühlt sich wohl, weil er sich tot fühlt. - Man merkt hier deutlich, wie sehr B. für sich alles abgeschlossen hat und den Tod als Befreiung betrachtet.
9 Schwache Position des „Anderen“ gegenüber Beckmann
- Dieser Abschnitt ist interessant, weil Borchert wohl aus dramaturgischen Gründen hier dem „Anderen“ eine besondere Position zugemutet hat,.
- Sie ist natürlich gut für das Stück, weil anschließend alle Menschen bis auf das Mädchen zeigen können, dass der „Andere“ unrecht hat.
- Das Problem dabei ist natürlich, dass die Figur in sich sehr unstimmig erscheint. Denn so ein unrealistischer Unsinn, der der verzapft wird, kann kaum in jemandem ein Gleichgewicht zwischen Hoffnung und Verzweiflung aufbauen.
- Und der Andere soll doch die innere Stimme Beckmanns sein, die ihn noch Hoffnung haben lässt, für die es aber überhaupt keine Grundlage gibt.
- Hier könnte man sich überlegen, wie eine realistischere Hoffnungsposition aussehen könnte.
- Zum Beispiel könnte der Andere darauf verweisen, dass der Oberst wenigstens etwas Mitgefühl gezeigt hat. Und der Direktor hat sogar gesagt, B. könne mit einem besseren Programm wiederkommen.
- Oder aber der Andere verweist darauf, dass er ja noch nicht alle anderen Menschen kennt. Er könnte also andere Heimkehrer aufsuchen, bei denen er ähnlichen Zusammenhalt erhofft wie an der Front.
- Aber das einzige, was Beckmann da wortlos angeboten wird, ist eine Schnapsflasche, was schon beim Oberst keine Lösung war.
- Und beim enttäuschten Weitergehen merkt Beckmann, dass der Mann, der ihn beim gemeinsamen Trinken aus der Flasche wortlos umarmt hat, ihm dabei die Uhr gestohlen hat. Statt Solidarität wie vielleicht noch an der Front gegen einen angeblichen gemeinsamen Feind jetzt Überlebens-Kampf aller gegen alle

Druckvorlage
Mat567-sz5-9-4 Zeile 360-381 bem mit Kommentar
10. Traumbegegnung 1: Der Oberst
Zeilen: 381-429
Kommentar: Beckmann begegnet im Traum nacheinander dem Oberst, dem Direktor und Frau Kramer. Jeder dieser Charaktere verkörpert eine Facette der Nachkriegsgesellschaft, die ihn „ermordet“ hat.
- 381ff Der Andere beginnt wieder mit einer Art Notlüge: Menschen würden Mitgefühl haben. = Mitleid
- 384ff: Beckmanns Traum: Ihm erscheint der Oberst, der ihn herablassend für einen “Bettler” hält.
- 386ff: B: klärt den Oberst auf, fasst alles zusammen, was der Oberst nicht oder falsch sieht. Das Ganze gipfelt im Schuld-Vorwurf, denn dieser Offizier hat ihn ja gezwungen, andere Soldaten auf eine gefährliche Erkundungsaktion zu schicken.
- 395ff: Oberst zeigt sich unwissend, erinnert sich dann angeblich und geht sofort über zu neuer herablassender Einschätzung.
- 404ff: Beckmann konfrontiert den Oberst mit seiner Schuld und fragt nach seinen Gefühlen als Mörder
- 408ff: Vor allem wirft Beckmann dem Offizier sein Lachen vor, statt dass er Mitgefühl zeigt. Der Oberst reagiert mit maximaler Verachtung u. Beleidigung.
- 413: ironische Nachbemerkung von Beckmann, was zum Vorwurf an den Jasager wird. Der reagiert auf die gleiche primitive Weise wie vorher.
- 417ff: B. erkennt, dass der Andere langsam heiser wird. Er konzentriert sich dann auf die Unterschiede zwischen Menschen wie dem Oberst, die nach dem Krieg schnell wieder oben auf sind, und den einfachen Opfern des Krieges
- 429: Der Andere kommt mit einer neuen Beschönigungsidee, die Menschen seien “ahnungslos”. Eigentlich hätten sie ein gutes Herz. Die Lebensumstände ließen es nur nicht zu, dass das auch gezeigt wird.
- Beckmann kontert das ironisch, vielleicht sogar sarkastisch, indem er das „im Grunde“ verbindet mit “unbegreiflich”.
- Am Ende ist Beckmann wieder da, wo er vorher schon war.
Hier ein Screenshot, darunter eine PDF-Version.

Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-Zeilen 381-439 Oberst bemf mit Kommentar
10. Traumbegegnung 2: Der Direktor
Zeilen: 440-489
- 440ff: Beckmann leitet von dem letztlich sinnlosen, weil unergiebigen Gespräch mit dem Anderen über zum nächsten Testfall, nämlich dem Direktor.
- Man merkt, dass Beckmann das schon ironisch angeht, ohne Hoffnung, aber er will wohl den Anderen ruhigstellen
- 450ff: Der Direktor erinnert sich nur an das Äußere und den Ehebruchchanson
- 454: Beckmann konfrontiert ihn dann mit seiner Erfahrung: Er fühlt sich vom Direktor ermordet.
Der spielt das herunter – für ihn ist Beckmann nur “ein sensibler Knabe”. - 464ff: Als Beckmann sein Schicksal mit der Idee eines Elbwasser-Chansons verbindet, wird der Direktor ähnlich wie Frau Kramer ein bisschen “sentimental”, bleibt aber bei seiner Ablehnung. Man dürfe nicht so “empfindlich” sein. Ab 474 leistet sich der Direktor eine distanziert sachliche Betrachtung des Schicksals solcher empfindlichen Leute.
Was die seine Ablehnung Beckmanns angeht, schiebt er sie dem Publikum zu.
— - 481ff: In einem Nachgespräch mit dem Anderen geht Beckmann von dem aus, was er als Nachruf des Direktors auf Menschen wie ihn verstanden hat.
- Am Ende steht die Bestätigung von Beckmanns Auffassung von der Mitleidlosigkeit der Menschen.
Hier nun ein Screenshot des bearbeiteten Textteils, darunter eine PDF-Druckvorlage.

Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-Zeilen 440-489 Direktor bearb und Kommentar
10. Traumbegegnung 3: Frau Kramer
Zeilen 490-536
Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-506-536-Frau Kramer bearb mit Kommentar
10. Traumbegegnung 4: Beckmanns Frau
Zeilen 537ff
Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-537-559-Beckmanns Frau bearb mit Kommentar
10. Traumbegegnung 5: Das Mädchen
Zeilen 560ff
Druckdatei:
Mat567-sz5-10-560-591-Das Mädchen bearb mit Kommentar
10. Traumbegegnung 6: Der Einbeinige
Zeilen 589ff
Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-592-629-Der Einbeinige bearb mit Kommentar
11. Beckmanns Schluss-Monolog
Zeilen: 629ff
Druckvorlage:
Mat567-sz5-10-629ff – Der Schluss bearb mit Kommentar
Weitere Infos, Tipps und Materialien
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