Gedichte des „Sturm und Drang“ – nach Themen geordnet (Mat8606)

Worum es auf dieser Seite geht

Der Sturm und Drang ist eine kurze, aber sehr intensive Epoche: Junge Dichter setzen gegen Regeln, Fürstenwillkür und kühle Vernunft das Gefühl, die Natur und das freie Genie. Auf dieser Seite ordnen wir wichtige Gedichte nach Themen – so sieht man schnell, welche Texte sich gut miteinander vergleichen lassen. Zu jedem Themenbereich gibt es eine eigene Seite, auf der die Gedichte genauer vorgestellt und verlinkt sind.

Besonders reizvoll: Einige Gedichte stehen an der Grenze zu anderen Epochen – ideal, um in Klassenarbeiten und Klausuren Epochenmerkmale im Vergleich herauszuarbeiten.

Gedichte zum Thema „Politik“

  • Bürger, „Der Bauer – An seinen Tyrannen“
    Ein Bauer stellt seinen Fürsten zur Rede und spricht ihm jedes Recht ab, über ihn zu herrschen – eine direkte Kampfansage an das Gottesgnadentum.
  • Miller, Johann Martin, „Lied eines Gefangnen“
    Klage eines Gefangenen über die verlorene Freiheit – Unfreiheit als Grunderfahrung in einer Zeit fürstlicher Willkür.
  • Schubart, Christian Friedrich Daniel, „Die Fürstengruft“
    Beim Blick auf die Särge der Fürsten wird deutlich: Im Tod sind alle gleich – und die Tyrannen erwartet das Gericht. Besonders brisant, weil Schubart selbst jahrelang ohne Urteil in Festungshaft saß.
  • Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu, „Die Freiheit“
    Begeisterte Feier der Freiheit als höchstes Gut – interessant, weil hier ein Adliger gegen die Welt der Höfe schreibt.

Die genauere Vorstellung dieser Gedichte mit den entsprechenden Links haben wir ausgelagert auf die Seite:
https://schnell-durchblicken.de/gedichte-des-sturm-und-drang-thema-politik

Gedichte zum Thema „Liebe“

  • Goethe, „Mailied“ (oder auch: „Maifest“)
    Natur und Liebe fließen in einem einzigen Glücksausruf zusammen – das Musterbeispiel für die Gefühlssprache des Sturm und Drang.
    • gut vergleichbar mit: Mascha Kaléko, „Sozusagen ein Mailied“
      Ein moderner Gegenentwurf mit deutlich nüchternerem, leicht ironischem Ton.
  • Goethe, „Neue Liebe, neues Leben“
    Das Ich erkennt sich selbst nicht wieder: Die Liebe beglückt, hält es aber auch wie an einem Zauberfaden gefangen.
  • Goethe, „Rastlose Liebe“
    Liebe nicht als ruhiges Glück, sondern als ständige Unruhe – und gerade darin als Höhepunkt des Lebens.
  • Goethe, „Willkommen und Abschied“
    Nächtlicher Ritt zur Geliebten, kurzes Glück, schmerzlicher Abschied – und am Ende trotzdem ein Ja zur Liebe.
  • Hölty, „Lied eines Liebenden“
    Ein eher leiser, sehnsuchtsvoller Ton – gut als Kontrast zu Goethes stürmischen Liebesgedichten.
  • Schiller, „Amalia“
    Überschwängliche Erinnerung an ein vergangenes Liebesglück, das nun verloren ist – mit Bezug zu Schillers Drama „Die Räuber“.
  • Schiller, „Die Begegnung“
    Der Liebende steht vor der Geliebten und findet zunächst keine Worte – erst im Lied kann er sich ausdrücken.

Die genauere Vorstellung dieser Gedichte mit den entsprechenden Links haben wir ausgelagert auf die Seite:
https://schnell-durchblicken.de/liebesgedichte-aus-der-zeit-des-sturm-und-drang

Gedichte zum Thema „Selbstverständnis“ der Autoren

  • Goethe, „Prometheus“ und „Das Göttliche“ – zwischen Sturm und Drang und Klassik
    Erst die trotzige Auflehnung des schöpferischen Menschen gegen die Götter, später die Forderung nach Humanität („Edel sei der Mensch …“) – zwei Menschenbilder im direkten Vergleich.
  • Goethe, „Der Adler und die Taube“
    Ein verwundeter Adler und eine genügsame Taube – die Frage, ob der geniale Mensch sich mit einem bescheidenen Glück zufriedengeben kann.
  • Lessing, „An den Herrn Marpurg“
    Wie wichtig sind Regeln für Dichtung und Musik? Hier deutet sich bereits der Genie-Gedanke an.
  • Novalis, „Wohin ziehst du mich …“ – Vergleich Romantik – Sturm und Drang
    Auch hier ein Ich, das von einer übermächtigen Kraft erfasst wird – spannend ist, wie anders der Romantiker damit umgeht.
  • Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu, „Genius“ oder „An die Natur“
    Das Genie, das aus sich selbst schafft, und die Natur als heiliger Ursprung – zwei Kernideen der Epoche.

Die genauere Vorstellung dieser Gedichte mit den entsprechenden Links haben wir ausgelagert auf die Seite:
https://schnell-durchblicken.de/gedichte-des-sturm-und-drang-thema-selbstverstaendnis

Gedichte zum Thema „Unterwegs sein“

Weitere Reisegedichte bzw. Gedichte zum Thema „Unterwegs sein“ finden sich auf unserer Themenseite:
Reisegedichte – unterwegs sein
https://textaussage.de/reisegedichte-themenseite

Gedichte mit Übergängen zu anderen Epochen

  • Lessing, „An den Herrn Marpurg“ – Übergang von der Aufklärung zum Sturm und Drang
    Noch ganz im Denken der Aufklärung verankert, aber schon mit Zweifeln an der Allmacht der Regeln.
  • Novalis, „Wohin ziehst du mich …“ – Vergleich Romantik – Sturm und Drang
    Gut geeignet, um die Gefühlsbetonung beider Epochen gegeneinanderzustellen.
  • Goethe, „Seefahrt“ im Vergleich zu „Glückliche Fahrt“ – Sturm und Drang – Klassik
    Zweimal das Bild der Schiffsreise: erst der Schiffer, der dem Sturm trotzt, später die befreiende Aussicht auf Land – ideal, um den Wandel von Goethes Haltung zu zeigen.

Die genauere Vorstellung dieser Gedichte mit den entsprechenden Links haben wir ausgelagert auf die Seite:
https://schnell-durchblicken.de/gedichte-des-sturm-und-drang-thema-epochen

Weitere Themen – kurz angerissen

Neben den oben vorgestellten Themenbereichen gibt es weitere Motive, die für den Sturm und Drang typisch sind. Hier zunächst ein kurzer Überblick – ausführlichere Seiten dazu sind in Planung.

Weitere Infos, Tipps und Materialien

Weitere Infos, Tipps und Materialien